Im Duell der 24. Runde der 2. Klasse Nord zwischen dem SV Sigleß und der SPG Parndorf/Neudorf 1c setzte es für die Gäste ein spätes 0:1. Ivan Mihailovic traf in Minute 90+1, zur Pause stand es 0:0, ab der 48. Minute spielte Parndorf in Unterzahl. Trainer Christian Schiegl sprach von „vier, fünf hundertprozentigen“ und einem „Eigenfehler“ vor dem Gegentor – besonders bitter, weil sein Team sich lange auf Augenhöhe wähnte.

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Es war eine enge Partie in Sigleß, in der die Gäste viel investierten und sich laut ihrem Trainer immer wieder in gute Zonen spielten. „Unser Spiel zieht sich wie ein roter Faden durch die Meisterschaft: Wir spielen eigentlich gut, werden aber bestraft“, sagte Christian Schiegl und ärgerte sich: „Wir hatten vier bis fünf hundertprozentige Chancen und haben sie nicht genutzt.“ Zur Halbzeit stand es 0:0, nach dem Seitenwechsel wollte Parndorf noch einmal zulegen – bis in der 48. Minute die Gelb-Rote Karte den Verlauf der Partie kippte. Trotzdem blieb es lange beim Remis, ehe die Gastgeber in der Nachspielzeit zuschlugen: In Minute 90+1 traf Ivan Mihailovic, nachdem den Gästen im Aufbau der entscheidende Fehler unterlief. „Wir waren im Ballbesitz und wollten sichern, statt nach vorne zu spielen. Dann kam der Fehlpass – und der Gegner hat wirklich schön abgeschlossen“, schilderte Schiegl die bittere Schluss-Szene.
Die Szene in Minute 48 war für den Trainer „ganz entscheidend“. „Wir haben Gelb-Rot bekommen, meiner Meinung nach zu hart. Der Schiedsrichter hatte unseren Spieler nach der ersten Gelben noch einmal verwarnt und ihm dann Gelb-Rot gezeigt. Ab da mussten wir dreiundvierzig Minuten mit einem Mann weniger spielen“, erklärte Schiegl. Der Plan, in der Pause auf zwei Stürmer zu stellen, war damit dahin. „Wir wollten offensiver werden, weil wir gemerkt haben, wir können das Spiel gewinnen. Nach der Karte mussten wir auf 4-4-1 umstellen. Das hat unsere Offensive ein bisserl gehemmt.“ Inhaltlich blieb seine Kritik klar: „Bei uns hat der letzte Pass gefehlt, im Abschluss waren wir viel zu schwach. Wir waren da zu stümperhaft“, so der Coach, der zugleich auf die Personalsituation verwies: „Wir sind im Kader eingeschränkt, unser Topstürmer musste hinten aushelfen. Vorne hat er auf jeder Ecke gefehlt.“ Dass die Mannschaft hinten „wieder einmal sehr gut gestanden“ sei, machte es für ihn umso ärgerlicher, ohne Punkte dagestanden zu sein.
Zur Leitung wollte Schiegl keinen Rosenkrieg beginnen, ordnete aber ein: „Ich möchte den Schiedsrichter nicht kritisieren, aber in einzelnen Aktionen ließ er sehr hart weiterspielen. Sigleß bekam eine Gelbe, wir vier oder fünf.“ Zugleich betonte er: „Der Schiedsrichter hatte überhaupt keinen Einfluss auf das Ergebnis. Wir sind selber schuld. Wenn wir die Tore nicht machen, können wir nicht gewinnen.“ Zum Gegner fand er klare Worte: „Sigleß hat hart und zweikampfstark gespielt, hatte in der ersten Halbzeit eine Torchance und in der 91. Minute nach unserem Fehler. Wir ließen sonst nichts zu. Meiner Meinung nach waren wir die klar bessere Mannschaft.“ Das wiegt doppelt schwer, weil Sigleß als Tabellenzweiter ein dicker Brocken ist – umso mehr nahm Schiegl Positives mit: „Wir sind eine sehr junge Mannschaft, die wirklich kämpft. Wir waren auf Augenhöhe, ich meine sogar besser. Die Burschen lernen von Spiel zu Spiel.“ Der Blick geht nach vorne: „Wir haben noch zwei Spiele und probieren gegen Zagersdorf daheim endlich einen Dreier einzufahren. Das letzte Spiel in Breitenbrunn wird sehr schwer gegen den jetzt schon Meister. Aber wir werden unsere letzten Stärken noch einmal ausspielen.“