In der 2. Klasse Nord setzte sich der SV Seefestspiele Mörbisch am See beim SC UNEX Eisenstadt 1907 mit 0:1 durch. Nach einer torlosen ersten Hälfte fiel die Entscheidung spät: Marc Heger nickte in Minute 84 nach einem Standard ein. Aus mörbischer Sicht war es ein hochverdienter Auswärtssieg, weil die Gäste über weite Strecken mehr vom Spiel hatten, zahlreiche Möglichkeiten liegen ließen und sich erst kurz vor Schluss für ihre Dominanz belohnten.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Partie der 26. Runde im Burgenland lief von Beginn an in eine klare Richtung. Mörbisch übernahm das Kommando, presste hoch und blieb geduldig. Trainer Gerald Kummer brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Wir waren vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff feldüberlegen, technisch überlegen und spielerisch überlegen. Das Spiel ging wie auf einer schiefen Ebene Richtung Tor der Eisenstädter.“ Im Pausenstand spiegelte sich das allerdings noch nicht wider. Trotz zahlreicher Angriffe der Gäste ging es mit 0:0 in die Kabinen, weil die Gäste ihre guten Szenen nicht verwerteten und Eisenstadt dicht machte. Kummer ärgerte sich nicht über die Art und Weise, sondern einzig über das fehlende Tor: „Leider ist es uns nicht gelungen, das alles in Tore umzumünzen.“ Nach Wiederbeginn änderte sich am Bild zunächst wenig: Mörbisch blieb das aktivere Team, Eisenstadt verteidigte engagiert, kam aber nur selten zur Entlastung.
Je länger das Spiel dauerte, desto lauter stellte sich die Frage, ob die Überlegenheit der Gäste am Ende unbestraft bleibt. Kummer verwies auf den entscheidenden Moment und den „wichtigen Treffer zum 1:0 nach vielen vergebenen Chancen“. Die Szene beschrieb der Trainer klar: „Das Tor fiel nach einer Flanke von der rechten Seite nach einem Freistoß und wurde per Kopf vollendet.“ Torschütze war Marc Heger, der in Minute 84 genau dort war, wo ein Stürmer stehen muss. Mit diesem Tor belohnte sich Mörbisch endlich für einen geduldigen, zielstrebigen Auftritt, der über weite Strecken zu sehen war. Zuvor war es einzig die Abschlussschwäche, die den Gästen im Weg stand. Kummer ließ dennoch keinen Zweifel daran, dass der Sieg verdient war, weil seine Elf „spielerisch, läuferisch und auch kämpferisch einfach besser“ war.
In seiner Analyse hob Gerald Kummer besonders die Haltung seiner Mannschaft hervor: „Die mannschaftliche Geschlossenheit und der Kampfeswille waren da. Luft nach oben haben wir bei der Verwertung unserer Chancen.“ Auch für den Gegner fand der Coach faire Worte: „Solange Eisenstadt Kraft hatte, haben sie sehr gut verteidigt. Nach vorne ging sehr wenig, weil wir kompakt gestanden sind und nichts zugelassen haben.“ Mit zunehmender Spieldauer kippte die Waage noch deutlicher zugunsten der Gäste: „Mit der Zeit gingen die Kräfte verloren und dadurch haben wir eine große Übermacht am Feld erspielt.“ Ein Sonderlob schickte Kummer an eine zentrale Personalie: „Bedanken möchte ich mich beim Goalie, der trotz vier ausgefallener Torleute mit 44 Jahren eingesprungen ist.“ Auch der Rahmen passte: „Der Schiedsrichter war gut, unauffällig und hatte keine Probleme mit der Partie.“
Der 1:0-Auswärtssieg passt zur Tabelle: Mörbisch steht mit 31 Punkten auf Rang 9, Eisenstadt hält bei 20 Zählern auf Platz 13. Dass die Gäste am Ende jubelten, hatte nach Kummers Einschätzung klare Gründe: „Wir waren spielerisch, läuferisch und kämpferisch einfach besser.“ Gleichzeitig blieb der Trainer auf dem Boden und formulierte den nächsten Arbeitspunkt deutlich: Die Chancenverwertung muss konstanter werden. Aus dem Spiel lässt sich jedoch viel Positives mitnehmen. Mörbisch blieb kompakt, ließ kaum etwas zu und fand trotz ausgelassener Möglichkeiten die Nerven, das späte Siegtor zu machen. Für Eisenstadt bleibt die Erkenntnis, dass das Defensivpaket lange hielt – doch gegen einen so dominanten Gegner reichte das am Ende nicht.