In der 2. Klasse Nord hat SV Sigleß die Saison mit 51 Punkten auf Rang drei beendet. Sektionsleiter Peter Zistler spricht deshalb von einem starken Gesamtbild, spart aber auch die Schwächen der Rückrunde nicht aus. Dass am Ende nur ein Punkt auf Platz zwei fehlte, zeigt, wie knapp die Mannschaft bis zuletzt vorne dabei war und warum die Bilanz positiv, aber nicht restlos zufrieden ausfällt.
Wer nur auf die Endtabelle schaut, sieht zuerst Platz drei und damit eine Saison, auf die in Sigleß niemand kleinlaut blicken muss. Der Klub war vom Start weg vorne dabei, stand nach Runde vier sowie noch einmal nach den Runden zwölf und dreizehn an der Spitze und bewegte sich über weite Strecken auf Rang zwei. Erst in der Schlussphase fiel die Mannschaft auf den dritten Platz zurück. Genau deshalb fällt Zistlers Urteil zweigeteilt aus. Einerseits sagt er klar: "Summa summarum haben wir die Liga als Dritter beendet, was natürlich ein hervorragender Erfolg ist." Andererseits schiebt er sofort nach: "Dritter wird man nicht so leicht. Viele Mannschaften würden gerne dort stehen, wo wir sind."
Der eigentliche Knackpunkt liegt für Zistler in den Wochen nach der Winterpause. Dort sieht er nicht das Niveau, das die Mannschaft in guten Phasen ausgezeichnet hat. "Leider ist die Rückrunde trotzdem nicht optimal verlaufen", sagt er offen und nennt auch gleich den Hauptgrund dafür. "Wir hatten einige Verletzte. Dadurch war die Trainingsbeteiligung nicht so hoch und wir konnten unsere Intensität nicht auf den Platz bringen, für die wir bekannt waren." Gerade die letzten fünf Spiele passen in dieses Bild. Auf die Niederlagen gegen UFC Stotzing, SV Mörbisch und St. Georgen/Eisenstadt folgten nur die Siege gegen die SPG Parndorf/Neudorf 1c und SC Trausdorf. Dieses Auf und Ab war zu viel, um bis ganz zum Schluss ganz vorne dranzubleiben. Dass Sigleß trotzdem Dritter wurde, spricht für die zuvor erarbeitete Basis. Dass nur ein Zähler auf Rang zwei fehlte, zeigt aber auch, wie teuer jede Phase geworden ist, in der die Mannschaft nicht an ihre gewohnte Schärfe herankam.
Im Kader wird sich in den kommenden Wochen einiges tun. Fix ist laut Zistler, dass Ivan Mihailovic seine Karriere beendet. Auch Fabian Geissler, Felix Gerenschier, Peter Bösze und Adam Szalai werden den Verein verlassen. Besonders bitter ist die Situation bei Kai Monschein, der nach einem Kreuzbandriss lange ausfallen wird. Zistler schildert den Stand so: "Kai Monschein ist nach einem Kreuzbandriss raus. Die endgültige Diagnose ist da, er müsste bald operiert werden." Gleichzeitig soll der Umbruch aber nicht nur ein Reagieren auf Abgänge sein, sondern auch eine bewusste Verjüngung des Kaders. "Es gibt bereits Neuzugänge, sie werden aber erst bekanntgegeben, wenn die Anmeldung durch ist", erklärt Zistler. Dazu kommt eine klare Linie für die Kaderplanung: "Grundsätzlich wird verjüngt. Es kommen einige junge hungrige Spieler aus der Umgebung." Damit ist die Richtung vorgegeben, auch wenn konkrete Namen noch nicht öffentlich gemacht werden.
Abseits des Platzes setzt Sigleß auf Kontinuität an einer wichtigen Stelle. "Der Trainer bleibt", sagt Zistler kurz und eindeutig. Gleichzeitig tut sich im Verein trotzdem etwas, denn im Vorstand wird umgebaut und verbreitert. Laut dem Sektionsleiter gibt es einen neuen Vorstand mit mehr Leuten, die Generalversammlung soll die Änderungen in den nächsten Tagen offiziell absegnen. Auch der Blick auf die Konkurrenz fällt klar aus. Für Zistler war "das Nonplusultra natürlich Breitenbrunn, ein überragender und verdienter Meister". Für Sigleß ergibt sich daraus eine saubere Ausgangslage: Die Saison war stark genug, um stolz auf Rang drei zu sein, aber auch ehrlich genug aufgearbeitet, um die Baustellen zu benennen. Mehr Trainingsbeteiligung, weniger Ausfälle und eine gelungene Einbindung der jungen Spieler werden darüber entscheiden, ob Sigleß in der kommenden Spielzeit wieder so lange ganz vorne mitmischen kann.