Zum Auftakt in der 2. Klasse Nord hat der FC Großhöflein beim ASV Steinbrunn nach einer Partie mit zwei ganz unterschiedlichen Hälften 2:3 verloren. Nach dem 0:2 zur Pause kämpfte sich die Mannschaft von Christian Neckamm durch einen Doppelpack von Lukas De Zordo stark zurück, ehe in der 84. Minute doch noch das entscheidende Gegentor fiel. Für den Trainer war der Hauptgrund klar: "Wir haben die komplette erste Halbzeit verschlafen."

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Christian Neckamm musste nach dem Schlusspfiff nicht lange nach dem Kern der Niederlage suchen. "Der Knackpunkt war, dass wir die komplette erste Halbzeit im Prinzip verschlafen haben", sagte der Trainer des FC Großhöflein und legte gleich nach: "Mit 0:2 in eine neue Saison zu starten, ist nach 45 Minuten nie gut." Genau so hatte sich das Spiel für seine Mannschaft entwickelt. Bereits in der 8. Minute brachte David Szalai den ASV Steinbrunn in Führung, nachdem Großhöflein nach Neckamms Schilderung im offensiven Mittelfeld einen unnötigen Ballverlust hatte und das Umschalten gegen den Ball schlecht löste. "Wir waren in Überzahl und haben trotzdem nicht gegen den Ball gearbeitet", sagte er. Kurz vor der Pause fiel dann auch noch das 2:0 durch Martin Szaloky nach einem Freistoß von der linken Seite. Auch da war der Trainer deutlich: "Wir gehen mit den Spielern nicht mit und völlig frei kommt der Gegner am Fünfer zum Einköpfeln. Das war sehr billig." Für Neckamm war genau das das große Problem seiner Mannschaft: zu passiv, zu weit weg vom Mann und nicht entschlossen genug.
Nach der Pause zeigte der FC Großhöflein dann das andere Gesicht, das sich der Trainer von Beginn an gewünscht hatte. In der Kabine wurde laut Neckamm noch einmal klar angesprochen, was nicht funktioniert hatte, dazu nahm er Veränderungen vor, und die Wirkung war sofort da. Schon in der 46. Minute verkürzte Lukas De Zordo auf 1:2, weil er einen Fehler der Steinbrunner Abwehr sofort ausnutzte und, wie Neckamm sagte, "kalt abgeschlossen" habe. Damit war die Partie auf einmal wieder offen. Rund um die 60. Minute fiel dann der Ausgleich, wieder durch Lukas De Zordo, diesmal per Elfmeter. "Dem Elfmeter sind mehrere Foulspiele vorangegangen, bis der Schiedsrichter dann gepfiffen hat", erklärte Neckamm. Der Trainer hob in dieser Phase vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor. "Die Moral in der zweiten Halbzeit hat absolut gestimmt", sagte er. Großhöflein hatte den 0:2-Rückstand aufgeholt, war wieder im Spiel und nach Neckamms Einschätzung über weite Strecken dran. Ganz zufrieden war er mit der Chancenverwertung dennoch nicht, weil seine Mannschaft einige Angriffe nicht sauber zu Ende spielte.
Umso bitterer war aus Sicht des FC Großhöflein das 2:3 in der 84. Minute durch Norbert Kerek. Neckamm sprach von einer strittigen Szene unmittelbar davor und machte keinen Hehl daraus, wie er die Situation gesehen hatte. "Dem Siegestreffer ist ein klares Foulspiel an einem Spieler von uns vorausgegangen. Das hätte auf jeden Fall abgepfiffen werden müssen", sagte er. Ganz aus der Verantwortung nehmen wollte er seine Mannschaft aber trotzdem nicht. "Nichtsdestoweniger müssen wir sagen: Wir haben es selbst verbockt", meinte der Trainer und verwies noch einmal auf die eigene Unachtsamkeit im Defensivverhalten. Damit blieb seine Analyse eindeutig: Eine verschlafene erste Halbzeit brachte seine Mannschaft in Rückstand, die starke Reaktion nach der Pause reichte am Ende trotzdem nicht für Punkte. Immerhin sah Neckamm in diesem zweiten Abschnitt etwas, worauf sich aufbauen lässt. "Auf die zweite Halbzeit kann man dennoch aufbauen", sagte er mit Blick auf die nächsten Spiele. Dazu kommt allerdings eine weitere schlechte Nachricht, denn Doppeltorschütze Lukas De Zordo wird nach Angaben des Trainers wegen einer Knieoperation für einige Zeit ausfallen. "Da sind die anderen Jungs gefordert", sagte Neckamm, der nach dem Auftakt in Steinbrunn also gleich in mehreren Bereichen Antworten suchen muss.