In der 2. Klasse Nord ist FC Großhöflein am Samstag beim SC UNEX Eisenstadt 1907 mit 1:7 deutlich unterlegen. Schon nach sechs Minuten lagen die Gäste 0:2 zurück, zur Pause stand es 0:4. Trainer Christian Neckamm sprach nach der Partie von einem Auftritt, in dem seine Mannschaft in vielen Bereichen klar unter ihrem Niveau blieb und dem routinierten Gegner zu viel Raum ließ.

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Christian Neckamm musste schon in der Anfangsphase zusehen, wie seiner Mannschaft die Partie rasch entglitt. In der 4. Minute brachte Raffael Mitterhöfer Eisenstadt in Führung, nur zwei Minuten später legte Enis Zilbijari das 2:0 nach. Der Großhöflein-Coach machte keinen Hehl daraus, wie sehr dieser Beginn seine Elf aus dem Tritt brachte. "Das Spiel hat denkbar schlecht für uns begonnen. Nach sechs Minuten ist es schon 2:0 gestanden", sagte Neckamm. Als Julian Engelschall in der 18. Minute auf 3:0 stellte, war laut dem Trainer "sehr viel gebrochen". Ganz aufgegeben hatte Großhöflein die erste Hälfte da aber noch nicht. Neckamm meinte, seine Mannschaft sei "so Mitte der ersten Halbzeit etwas besser ins Spiel gekommen". Gerade deshalb wurmte ihn eine Szene besonders: Beim Stand von 2:0 sah er an Ricardo Flasch ein klares Foul und damit einen fälligen Elfmeter für seine Elf. "Wenn wir da das 2:1 machen, schaut die Partie vielleicht noch einmal anders aus", sagte er. Zusätzlich meinte der Trainer, dass auch das 3:0 aus seiner Sicht aus einer Abseitsposition entstanden sei. Am Unparteiischen wollte er die klare Niederlage dennoch nicht festmachen. "Die Schiedsrichterleistung war insgesamt absolut in Ordnung", stellte Neckamm klar. Statt eines möglichen Anschlusses fiel kurz vor der Pause noch das 4:0 durch Mitterhöfer in der 41. Minute.
Warum das Spiel so deutlich ausfiel, erklärte Neckamm nicht nur mit dem schlechten Beginn, sondern vor allem mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft. Vier Stammspieler hätten gefehlt, darunter der Tormann und ein wichtiger Stürmer, doch auch das wollte er nicht als alleinige Erklärung stehen lassen. "Viele Spieler haben nicht auf ihrem Niveau gespielt", sagte der Trainer und fand danach ungewöhnlich klare Worte: "Von der Konzentration, vom Passspiel und vom taktischen Verhalten waren wir so weit weg, wie ich's überhaupt noch nie gesehen habe." Genau dort lag für ihn der Kern dieser Niederlage. Großhöflein habe keine Ruhe im Spiel gehabt, im Aufbau viel zu hektisch agiert und ruhende Bälle leichtfertig hergegeben. Dazu kam laut Neckamm ein über weite Strecken zu passives Zweikampfverhalten. "Da war keine Körperspannung drinnen", sagte er. Ebenso kritisch sah er das Stellungsspiel, weil seine Mannschaft dem Gegner immer wieder zu viel Platz gelassen habe und häufig zu weit weg vom Mann gewesen sei. Auf der anderen Seite erkannte er die Leistung der Gastgeber ausdrücklich an. Eisenstadt sei "sehr kompakt, sehr aggressiv" aufgetreten, habe dominant begonnen und mit viel Routine gespielt. Vor allem im Zentrum habe man gesehen, "dass die Mannschaft ganz einfach sehr viel Routine besitzt, dass sie Bälle gut halten kann und sicher von hinten herausspielen kann". Deshalb habe es nur wenige Momente gegeben, "wo Eisenstadt irgendwas anbrennen hätte lassen".
Wer aus Großhöfleiner Sicht nach dem Seitenwechsel auf eine Reaktion gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. Neckamm sagte, man habe sich in der Kabine einiges vorgenommen, sei hinausgegangen und habe "genau dasselbe wieder gemacht". Eisenstadt nützte das sofort aus. Miklós Ruzicska traf in der 46. Minute zum 5:0, Martin Stockinger erhöhte in der 49. und 52. Minute innerhalb weniger Minuten auf 7:0. Spätestens damit war die Partie endgültig entschieden. Das einzige Erfolgserlebnis für die Gäste war noch das 7:1 durch Eric Mayer in der 58. Minute. Mehr blieb Großhöflein an diesem Tag aber nicht. Entsprechend nüchtern fiel auch das Schlussfazit des Trainers aus. "Das Ergebnis sagt alles aus. Der Unterschied war an diesem Tag klar", sagte Neckamm. Selbst bei der Suche nach etwas Positivem fiel ihm kaum etwas ein. "Es gab an diesem Tag eigentlich nichts, was positiv erwähnenswert gewesen wäre", meinte er und schob mit Galgenhumor nach: "Das Positivste war wahrscheinlich die Seidl-Rallye von Eisenstadt. Dann haben wenigstens die Zuschauer günstiges Bier gekriegt." Viel wichtiger ist für Großhöflein nun ohnehin die nächste Woche. Neckamm hofft auf Rückkehrer, rechnet aber damit, dass der Tormann und ein Stürmer weiter fehlen werden. Gegen Hirm/Zillingtal müsse man, so der Trainer, nun "tricksen" und sich "dementsprechend gut aufstellen".