In der 2. Klasse Nord haben sich der SC UNEX Eisenstadt 1907 und der SC Zagersdorf mit 0:0 getrennt. Für Zagersdorf-Trainer Mario Stocker war das Ergebnis die logische Folge eines klaren Plans: den Gastgebern den Ball überlassen, die Räume eng machen und über Konter Nadelstiche setzen. Vor allem vor der Pause ging diese Ausrichtung auf, am Ende sprach Stocker von einem „leistungsgerechten Unentschieden“.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Von Beginn an machten die Gäste aus ihrer Ausrichtung keinen Hehl. Stocker sagte offen: "Wir haben Eisenstadt das Spiel eigentlich von Anfang an überlassen, haben geschaut, dass wir die Räume eng machen und mit den Ketten zusammenbleiben." Zagersdorf wollte nicht das Kommando, sondern den Gegner in Zonen lenken, in denen wenig passieren konnte. Gleichzeitig sollte es nach Ballgewinn schnell nach vorne gehen. Genau das gefiel dem Trainer vor allem in der ersten Halbzeit. "Unser Plan war, dass wir rein auf Konter spielen. Das ist uns vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gelungen", sagte Stocker. Die Umschaltmomente seien da gewesen, dazu auch "die eine oder andere gefährliche Situation". Dass es zur Pause 0:0 stand, passte deshalb gut zu einem Spiel, in dem Zagersdorf seinen Matchplan zunächst sauber umsetzte.
Nach dem Seitenwechsel verschob sich das Bild dann ein Stück weit in Richtung Gastgeber. Stocker meinte, dass seine Mannschaft es "nicht mehr so geschafft" habe, in die Offensive umzuschalten. Dadurch kam Eisenstadt mehr auf, ohne sich nach seiner Einschätzung über weite Strecken klare Vorteile zu erarbeiten. "Eisenstadt ist dann mehr aufgekommen, aber nicht wirklich mit Torgefahr", sagte der Zagersdorf-Coach. Erst gegen Ende habe der Tabellenzweite noch "ein, zwei gefährliche Situationen" gehabt. Stocker ordnete die Kräfteverhältnisse daher sehr ausgewogen ein: "Erste Halbzeit vielleicht wir mit der einen oder anderen gefährlichen Situation, zweite Halbzeit Eisenstadt zum Schluss." Dazu passte auch seine Beschreibung der Partie insgesamt. Es sei ein intensives Spiel mit vielen harten Zweikämpfen gewesen, "aber nie unfair", dazu mit hohem Tempo auf beiden Seiten und insgesamt wenig zugelassenen Möglichkeiten.
Dass Zagersdorf diesen Punkt am Ende so positiv mitnimmt, hängt für Stocker auch mit den personellen Möglichkeiten zusammen. "Die Kaderbreite ist bei uns schon ein Thema. Andere Mannschaften können drei, vier, fünf neue Spieler bringen, diese Möglichkeiten haben wir nicht", sagte er. Dazu komme, dass mehrere Spieler fehlen und sich in dieser Partie erneut früh jemand verletzt habe. Umso höher bewertete der Trainer den Auftritt seiner Mannschaft. "Wir haben eine kämpferisch und taktisch sehr gute Leistung gebracht", sagte Stocker und hob besonders das kompakte Verschieben, das konzentrierte Verteidigen und den geschlossenen Auftritt hervor. Für ihn erklärt genau das auch, warum Zagersdorf in dieser Saison immer wieder punktet: "Was uns auszeichnet, ist, dass wir eine eingeschworene Truppe sind, in der einer für den anderen alles gibt." Nach fünf Runden stehen die Gäste nun bei sechs Punkten, und der Zähler in Eisenstadt ist einer, mit dem Stocker "sehr zufrieden" nach Hause fährt.