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„Wir haben nur eine Halbzeit gut gespielt“ – Zagersdorf holt nach 0:3 in Unterzahl noch ein 3:3

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SC Trausdorf
SC Zagersdorf

In der 2. Klasse Nord hat SC Trausdorf gegen SC Zagersdorf ein 3:3 aus der Hand gegeben. Aus Sicht von Zagersdorf-Trainer Mario Stocker passte das Remis trotzdem ins Bild, weil seine Mannschaft nach einer schwachen, mutlosen ersten Hälfte und einem 0:3-Rückstand in Unterzahl noch stark zurückkam. „Wir haben nur eine Halbzeit gut gespielt“, brachte er einen wilden Nachmittag in Trausdorf auf den Punkt.


Nahaufnahme: Spieler setzt zum Eckball an

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Trausdorf war vor der Pause klar besser

Der Trainer der Gäste machte aus seiner Sicht auf die ersten 45 Minuten keinen Hehl. „Erste Halbzeit war das von uns eine katastrophale Leistung. Keine Laufbereitschaft, kein Zweikampfverhalten, wenig Selbstvertrauen“, sagte Stocker deutlich. Trausdorf war in dieser Phase das willigere Team und ging schon in Minute 9 durch Tobias Mayerhofer in Führung. Nach 26 Minuten legte Adis Bucuk das 2:0 nach, und auch das entsprach laut Stocker dem Spiel. „Trausdorf wollte diese drei Punkte einfach mehr“, meinte er. Dazu kam kurz vor der Pause noch die Rote Karte gegen Milos Zivanov in Minute 42. Stocker sprach dabei von einer aus seiner Sicht fragwürdigen Szene, insgesamt aber stellte er vor allem die eigene erste Hälfte in den Mittelpunkt: „Zur Pause sind wir verdient 0:2 hinten gewesen.“

Nach dem 0:3 kommt Zagersdorf plötzlich zurück

Auch nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nicht nach einer Wende aus. In Minute 62 erhöhte Marcell Deak auf 3:0 für die Gastgeber, und Stocker sagte selbst: „Ich glaube, es hätten nicht mehr viele Leute auf uns gesetzt.“ Doch genau danach änderte sich das Spiel aus seiner Sicht deutlich. Fünf Minuten später musste Stocker nach eigener Aussage nach Kritik am Schiedsrichter selbst mit Rot weg, und er bezeichnete diesen Moment im Nachhinein sogar als möglichen Auslöser für den Umschwung. „Vielleicht war das der Weckruf für die Mannschaft“, sagte er. Zagersdorf zeigte danach ein ganz anderes Gesicht, verkürzte in Minute 70 durch Mate Molnar auf 3:1, kam durch Tobias Leidl in Minute 78 auf 3:2 heran und schaffte in der Nachspielzeit durch Raphael Hofstädter noch das 3:3. „Für uns moralisch sicher wie ein Sieg“, sagte Stocker nach der späten Aufholjagd.

Viele Fehler hinten, vorne aber genug Chancen auf mehr

Dass am Ende überhaupt noch ein Punkt drin war, erklärte Stocker nicht nur mit der Moral, sondern auch mit dem offenen Charakter der Partie. „Das Unentschieden geht auf jeden Fall in Ordnung. Erste Halbzeit war Trausdorf williger, zweite Halbzeit waren wir die willigere Mannschaft, und das auch in Unterzahl“, sagte er. Nach seiner Einschätzung hätte Zagersdorf schon kurz nach der Pause viel näher herankommen können. „Normalerweise hätten wir schon in den fünf Minuten nach der Halbzeit auf 2:2 stellen müssen. Wie so oft in den letzten Wochen haben wir das Tor nicht getroffen“, meinte er. Gleichzeitig sprach Stocker auf beiden Seiten von klaren Problemen im Defensivverhalten. „Auf beiden Seiten haben die Abwehrreihen bei den Toren nicht gut ausgesehen“, sagte er. Beim 1:0 verwies er auf einen unnötigen Rückpass, beim 2:0 auf einen hohen Ball, den der Tormann ausließ, und auch beim dritten Gegentor sah er ähnliche Fehler. Dazu kam für ihn noch ein sehr schlechter Platz, den er ebenfalls ansprach.

Ein Punkt mit viel Moral, aber auch einer klaren Lehre

So blieb unter dem Strich ein Ergebnis, das Stocker trotz aller Aufregung als gerecht einordnete, weil beide Mannschaften jeweils eine Halbzeit für sich hatten. Den Gegner beschrieb er vor der Pause als „irrsinnig giftig“ und „irrsinnig aggressiv“, mit mehr Siegeswillen. Nach dem Seitenwechsel habe dann Zagersdorf genau diese Eigenschaften gezeigt. Auch mit der Linie des Schiedsrichters war Stocker überhaupt nicht einverstanden, wichtiger war ihm aber die eigene Verantwortung. „Dass wir nur einen Punkt geholt haben, lag daran, dass wir nur eine Halbzeit gut gespielt haben und die erste Halbzeit komplett lustlos agiert haben“, sagte er. Gleichzeitig hob er hervor, dass seine Mannschaft intakt sei. „Dass wir bei 0:3 mit einem Mann weniger auswärts noch einen Punkt holen, zeigt die Moral“, so Stocker. Für Zagersdorf bleibt damit ein Remis, das einerseits Mut macht, andererseits aber auch klar zeigt, wie teuer sich eine schwache erste Hälfte in dieser Liga auswirken kann.

2. Klasse Nord: Trausdorf : Zagersdorf - 3:3 (2:0)

  • 94
    Raphael Hofstädter 3:3
  • 78
    Tobias Leidl 3:2
  • 70
    Mate Molnar 3:1
  • 62
    Marcell Deak 3:0
  • 26
    Adis Bucuk 2:0
  • 9
    Tobias Mayerhofer 1:0