Spielberichte

„Wir waren mutlos und hatten zu wenig Feuer“ – Zagersdorf geht in Sigleß 0:7 unter

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SV Sigleß
SC Zagersdorf

In der 2. Klasse Nord erwies sich der SV Sigleß für den SC Zagersdorf am Freitagabend als klare Hürde. Die Gäste verloren 0:7, lagen schon nach neun Minuten 0:2 zurück und mussten ab der 23. Minute in Unterzahl weiterspielen. Trainer Mario Stocker sprach danach von einem mutlosen Auftritt und davon, dass seine Mannschaft personell, läuferisch und mental derzeit „am absoluten Limit“ sei.


Fußball liegt neben dem Spielfeld

Foto von Duc Van auf Unsplash

Der Fehlstart machte die Aufgabe sofort riesig

Aus Sicht von Mario Stocker war die Partie praktisch vom Start weg in eine Richtung gekippt. Abdulkadir Ceri brachte Sigleß schon in der 2. Minute in Führung und legte in der 9. Minute gleich das 2:0 nach. Für Zagersdorf war das eine Hypothek, die an diesem Abend nicht mehr kleiner wurde. „Wenn man nach neun Minuten 2:0 hinten ist, ist das natürlich sehr schwer“, sagte Stocker nach dem Spiel. Er sprach davon, dass seine Mannschaft nicht gut hineingekommen sei und dem Gegner mit den ersten beiden Möglichkeiten gleich die Führung ermöglicht habe. Dazu passte auch seine grundsätzliche Einordnung: „Über 90 Minuten gesehen war es ein absolut verdienter Erfolg von Sigleß.“ Ganz ohne eigene Ansätze sei sein Team in dieser Phase zwar nicht gewesen, denn Stocker erinnerte an „drei gute Chancen“, die Zagersdorf im Gegenzug nicht verwertet habe. Gerade darin sah er aber den aktuellen Unterschied. Während vorne die Effizienz fehle, würden hinten zu einfache Fehler sofort bestraft.

Nach der Roten Karte lief Sigleß davon

Die Lage wurde für die Gäste in der 23. Minute noch schwieriger, als Florian Edler die Rote Karte sah und Zagersdorf früh nur noch zu zehnt weiterspielen musste. Mit dem 0:2 ging es zwar noch in die Pause, doch direkt nach Wiederbeginn war die Partie aus Sicht des Trainers endgültig gebrochen. Martin Draskoczi stellte in der 51. Minute auf 3:0. Stocker ärgerte sich über diese Szene, wollte sie aber nicht als Hauptausrede gelten lassen. „Das 3:0 war drei, vier Meter abseits. Das war dann nach der Pause der Knackpunkt. Da hat sich die Mannschaft dann komplett aufgegeben“, sagte er. Auch zur Leistung des Schiedsrichters blieb er trotz dieser Einschätzung fair: „Die Schiedsrichterleistung war diesmal alles in allem vollkommen in Ordnung.“ Danach spielte Sigleß seine Überzahl und die klaren Vorteile konsequent aus. Sebastian Trejo erhöhte in der 58. Minute auf 4:0, Ceri traf in der 61. Minute zum dritten Mal an diesem Abend, Benjamin Radislovitsch legte in der 66. Minute das 6:0 nach und Oliver Ilkoski setzte in der 80. Minute den Schlusspunkt zum 7:0.

„Wir sind mit den Spielern am Maximum“

Deutlich wurde in den Aussagen des Zagersdorf-Trainers aber auch, dass er die Niederlage nicht nur auf diesen Abend allein zurückführt. Stocker beschrieb die personelle Lage seiner Mannschaft als äußerst angespannt. „Wir sind momentan am Maximum mit den Spielern“, sagte er und verwies auf fünf Langzeitverletzte sowie weitere Ausfälle. Manche Akteure stünden zum ersten Mal überhaupt im Kader oder gleich in der Startformation der Kampfmannschaft. Für ihn habe sich das im Spiel klar gezeigt: „Mutlos, zu wenig Feuer, zu wenig Erfahrung.“ Besonders hart wiegt aus seiner Sicht, dass die Offensive derzeit fast komplett fehlt und im Herbst auch nicht mehr zurückkehren werde. Dazu komme, dass viele Spieler zuletzt praktisch immer 90 Minuten gehen mussten und kaum Entlastung da sei. „Wir haben quasi keine Ersatzspieler auf der Bank, können nicht viel rotieren, können nicht viel wechseln“, erklärte Stocker. Deshalb sprach er nicht nur von körperlichen Problemen, sondern auch davon, dass sein Team läuferisch und mental am Limit sei.

Keine Ausreden, aber ein klarer Auftrag für die letzten Spiele

Trotz aller Probleme wollte Stocker nach dem Spiel nicht den Eindruck erwecken, dass damit alles erklärt sei. Im Gegenteil: Gerade in einem Punkt war er mit seiner Mannschaft besonders unzufrieden. „Was ich nie als Ausrede nehmen darf, ist, dass ich das Feuer auf den Platz bringe“, sagte er deutlich. Auch deshalb fiel sein Fazit so hart aus. Auf die Frage, was wenigstens phasenweise funktioniert habe, antwortete er knapp: „Eigentlich heute gar nichts. Das war definitiv zu wenig.“ Für die restlichen drei Spiele bis zur Winterpause erwartet er vor allem eine andere Grundhaltung, auch wenn die personelle Lage angespannt bleibt. „Fußball ist einfach ein Laufsport. Fußball ist einfach Mentalitätssport“, sagte Stocker. Genau dort müsse Zagersdorf wieder ansetzen. Die Situation werde nicht leichter, das machte der Trainer klar. „Wir werden unser Bestes geben, aber momentan ist einfach nicht mehr drinnen.“ Nach dem 0:7 in Sigleß ist das eine schonungslose, aber ehrliche Bestandsaufnahme.

2. Klasse Nord: Sigleß : Zagersdorf - 7:0 (2:0)

  • 80
    Oliver Ilkoski 7:0
  • 66
    Benjamin Radislovitsch 6:0
  • 61
    Abdulkadir Ceri 5:0
  • 58
    Sebastian Trejo 4:0
  • 51
    Martin Draskoczi 3:0
  • 9
    Abdulkadir Ceri 2:0
  • 2
    Abdulkadir Ceri 1:0