In der 2. Klasse Nord hat der UFC Schützen am Gebirge den SC Zagersdorf mit 2:1 bezwungen, nachdem die Partie nach torloser erster Hälfte erst nach der Pause ihre Tore bekam. Für Zagersdorf-Trainer Mario Stocker war es trotzdem „ein typisches Unentschieden-Spiel“. Den Unterschied machte er nicht nur an einer strittigen Entscheidung fest, sondern auch an den eigenen Schwächen im letzten Drittel.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Vieles sprach zunächst für das, was Stocker nach dem Schlusspfiff als „richtig schieres Spiel“ bezeichnete. Der Trainer meinte damit nicht nur die äußeren Bedingungen, sondern vor allem den Verlauf dieser Begegnung. „Es war über neunzig Minuten gesehen ein typisches Unentschieden-Spiel“, sagte er. Aus seiner Sicht zog sich Schützen von Beginn an weit zurück, verteidigte tief in der eigenen Hälfte und wartete fast ausschließlich auf Umschaltmomente. „Schützen war tief in der eigenen Hälfte, hat mit Mann und Maus verteidigt, viele Bälle abgefangen und nur auf Konter gespielt“, so Stocker. Das 0:0 zur Pause passte deshalb ins Bild, weil sich die Partie bis dahin vor allem über Zweikämpfe, Geduld und wenig Spielfluss definierte.
Nach dem Seitenwechsel kam dann jene Phase, in der das Spiel innerhalb weniger Minuten doch noch kippte. In der 61. Minute brachte Julian Bauer die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Zagersdorf fand darauf allerdings rasch eine Antwort, denn in der 65. Minute fiel der Ausgleich durch ein Eigentor von Schützen, in den offiziellen Spieldaten wird Daniel Auer als Torschütze geführt. Das 1:1 hielt aber nicht lange. Schon in der 69. Minute traf Johannes Weinreich zum 2:1 für Schützen, und dieser Treffer bedeutete zugleich den Endstand. Genau diese Phase beschäftigte Stocker im Rückblick besonders. „Bis zur 60. Minute hat der Schiedsrichter eine gute Partie gepfiffen. Danach hat für mich seine eigene Show begonnen“, sagte der Trainer. Vor allem die Entscheidung vor dem 2:1 konnte er nicht nachvollziehen: „Warum es den Elfmeter zum 2:1 gegeben hat, kann ich nicht nachvollziehen.“
So deutlich Stocker die Linie des Unparteiischen in dieser Phase der Partie ansprach, so klar benannte er auch die eigenen Baustellen. Zagersdorf habe zwar Einsatz und Willen gezeigt, im Offensivspiel aber erneut zu wenig zustande gebracht. „Bei uns war das Feuer und der Wille da, aber die fußballerischen Ideen haben gefehlt“, erklärte er. Besonders im letzten Drittel fehle seiner Mannschaft im Moment die Klarheit. „Wir treffen die falschen Entscheidungen und spielen unsere Chancen nicht zu Ende“, sagte Stocker. Darin sah er neben der strittigen Szene den zweiten wesentlichen Grund dafür, dass seine Mannschaft ohne Punkte abreisen musste. Dazu komme die personelle Lage, denn laut Stocker fehlen Zagersdorf mehrere Langzeitverletzte und gesperrte Spieler. „Wir können diese fünf, sechs Ausfälle einfach nicht ersetzen“, meinte der Trainer.
Am Ende bleibt für Zagersdorf damit eine Niederlage, die den Trainer aus zwei Richtungen beschäftigt. Einerseits, weil er in dieser Partie durchaus einen möglichen Punktgewinn gesehen hat. Andererseits, weil sich die bekannten Probleme vor dem gegnerischen Tor erneut gezeigt haben und das Ergebnis aus seiner Sicht eben nicht nur an einer einzelnen Szene festzumachen ist. „Im Endeffekt liegt es daran, dass wir heute nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen haben, aber wir waren in der Offensive auch ideenlos und planlos“, fasste Stocker seine Sicht zusammen. In der Tabelle bleibt Zagersdorf nach zwölf Runden damit bei 13 Punkten und liegt weiter knapp hinter Schützen, das nun 14 Zähler hält. Für die Gäste wird es in den kommenden Wochen darum gehen, genau diese engen Spiele wieder auf die eigene Seite zu ziehen.