Am Montagnachmittag empfing der SV hpt Eberau im Achtelfinale des BFV-Raiffeisencups den Mattersburger Sportverein 2020. Während die Hausherren vor eigenem Publikum auf eine Überraschung gegen den Regionalligisten hofften, wollten die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht werden und ins Viertelfinale einziehen. In einer hart umkämpften Begegnung bot der Landesligist dem Favoriten mit einer leidenschaftlichen Defensivleistung über die gesamte Spielzeit Paroli. Als bereits vieles auf ein Elfmeterschießen hindeutete, schlug Mattersburg in der vierten Minute der Nachspielzeit eiskalt zu. Maximilian Wodicka avancierte mit seinem Treffer zum 2:1 zum Matchwinner und besiegelte das bittere Cup-Aus der tapfer kämpfenden Eberauer.

Von Beginn an übernahmen die Gäste aus Mattersburg das Kommando und versuchten, mit viel Ballbesitz und kontrolliertem Spielaufbau die kompakte Defensive der Hausherren zu knacken. Eberau konzentrierte sich zunächst auf eine konsequente Abwehrarbeit, machte die Räume geschickt eng und ließ den Regionalligisten nur selten gefährlich vor das eigene Tor kommen.
In der 22. Minute bot sich den Gästen allerdings die große Möglichkeit zur Führung, als der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte. Doch der Strafstoß landete lediglich am Aluminium, sodass die Eberauer noch einmal mit einem blauen Auge davonkamen.
Zehn Minuten später war der Bann schließlich gebrochen. Nach einem Angriff über die Außenbahn kam ein scharfer Stanglpass zur Mitte, wo Daniel Markl goldrichtig stand und das Leder kompromisslos zur 1:0-Führung für Mattersburg in die Maschen setzte.
Wer nun glaubte, dass die Hausherren nach diesem Rückschlag auseinanderbrechen würden, sah sich getäuscht. Vielmehr schien der Gegentreffer zusätzliche Kräfte freizusetzen. Eberau wurde mutiger, suchte verstärkt den Weg nach vorn und belohnte sich in der 40. Minute für diesen Einsatz. Elias Stranzl setzte mit einem sehenswerten Zuspiel Alexander Resner perfekt in Szene, der sich nicht zweimal bitten ließ und zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich einnetzte.
Damit war die Partie wieder vollkommen offen. Trotz der spielerischen Überlegenheit der Gäste bewiesen die Eberauer große Moral und retteten das Remis in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen nur wenig. Mattersburg blieb die tonangebende Mannschaft, hatte deutlich mehr Ballbesitz und versuchte mit allen Mitteln, die neuerliche Führung zu erzwingen. Vor allem über die Außenbahnen und mit zahlreichen Eckbällen sowie hohen Flanken sollte die Eberauer Abwehr unter Druck gesetzt werden.
Doch die Hausherren stemmten sich mit beeindruckendem Einsatz gegen die Angriffsbemühungen des Favoriten. Die Defensive stand kompakt, die Zweikämpfe wurden entschlossen geführt und jeder Spieler kämpfte für seinen Nebenmann. Mattersburg fand trotz seiner Feldüberlegenheit kaum ein Durchkommen und musste zunehmend erkennen, dass der Landesligist an diesem Nachmittag keineswegs gewillt war, das Viertelfinalticket kampflos herzugeben.
Mit fortschreitender Spieldauer wuchs bei den Eberauern die Hoffnung auf eine Cup-Sensation. Die Mannschaft von Trainer Christoph Herics verteidigte leidenschaftlich und hielt das Unentschieden bis tief in die Nachspielzeit. Ein Elfmeterschießen rückte bereits in greifbare Nähe.
Doch dann folgte der bittere Nackenschlag für die Hausherren. In der vierten Minute der Nachspielzeit war es Maximilian Wodicka, der mit seinem Treffer zum 2:1 die Mattersburger erlöste und den Regionalligisten buchstäblich in letzter Minute ins Viertelfinale schoss. Für Eberau war es ein besonders schmerzhafter Gegentreffer, nachdem man dem Favoriten über 90 Minuten erfolgreich die Stirn geboten hatte.
Am Ende durfte der Mattersburger Sportverein 2020 über den hart erkämpften Einzug ins Viertelfinale jubeln. Zwar hatten die Gäste über weite Strecken mehr vom Spiel, doch gegen die diszipliniert und aufopferungsvoll verteidigenden Eberauer taten sie sich überraschend schwer.
Für den SV hpt Eberau blieb hingegen trotz der bitteren 1:2-Niederlage die Erkenntnis, einem höherklassigen Gegner nahezu über die gesamte Spielzeit Paroli geboten zu haben. Mit großem Kampfgeist, mannschaftlicher Geschlossenheit und einer starken Defensivleistung war die Herics-Truppe nur wenige Augenblicke von einem möglichen Elfmeterschießen entfernt. Auch wenn die erhoffte Cup-Sensation ausblieb, dürfen die Hausherren auf diese Vorstellung durchaus stolz sein.
„Mattersburg hatte über die gesamte Spielzeit mehr Ballbesitz, aber wir haben defensiv eine hervorragende Leistung gezeigt und nur wenig zugelassen. Meine Mannschaft hat heute großartig gekämpft. Jeder war für den anderen da, ganz nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Beinahe wäre es uns gelungen, den Regionalligisten aus dem Cup zu werfen. Ich bin unglaublich stolz auf meine Spieler, mit welcher Leidenschaft und welchem Einsatz sie in diese Partie gegangen sind und bis zur letzten Minute gekämpft haben.“