Spielberichte

„Wir haben immer zu schön spielen wollen“ – Redlschlag blieb in Kroisegg ohne Zug zum Tor

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SV Kroisegg
SG Redlschlag

In der 2. Klasse Süd A musste sich die SG EFM Redlschlag am Sonntag beim SV Kroisegg mit 0:2 geschlagen geben. Trainer Benedikt Bertl machte nach der Partie vor allem den frühen Rückstand, die fehlende Durchschlagskraft im letzten Drittel und zwei aus seiner Sicht strittige Szenen im Strafraum als Gründe für die Niederlage aus. Redlschlag hatte über längere Phasen den Ball, kam daraus aber viel zu selten zu zwingenden Abschlüssen.


Weitwinkelaufnahme eines Fußballspiels mit Flutlicht

Foto von Abigail Keenan auf Unsplash

Früher Fehler bringt Redlschlag in Rückstand

Die Partie lief aus Sicht der Gäste früh in die falsche Richtung. Bertl meinte, dass seiner Mannschaft schon in der zweiten Minute ein Elfmeter zugestanden hätte, dieser Pfiff aber ausblieb. Statt eines möglichen Vorteils folgte kurz darauf der erste echte Rückschlag. In der 11. Minute brachte David Gergetz Kroisegg mit 1:0 in Führung, und der Redlschlag-Trainer sah die Ursache klar auf der eigenen Seite. „Wir sind durch einen Eigenfehler in Rückstand geraten“, sagte Bertl. Er beschrieb die Szene als missglückten Versuch, hinten sauber herauszuspielen, bei dem mehrere Pressbälle verloren gingen. „Wir haben zwei, drei Pressbälle hintereinander verloren, und dann fällt das Tor“, fasste er die Entstehung des 0:1 zusammen. Für Redlschlag war das ein bitterer Beginn, weil die Gäste damit sofort einem Rückstand nachlaufen mussten.

Mehr Ballbesitz, aber zu wenig Gefahr

Nach diesem Rückstand übernahm Redlschlag laut Bertl zwar mehr vom Spiel, belohnen konnte sich seine Mannschaft dafür aber nicht. „Wir haben das Spiel gemacht, wir haben mehr Ballbesitz gehabt, aber uns hat die letzte Durchschlagskraft gefehlt“, sagte der Trainer. Genau darin sah er den zentralen Mangel über weite Strecken der Partie. Kroisegg stellte sich nach der Führung tief auf, verteidigte konsequent und machte die Räume eng. Bertl zollte dem Gegner dafür auch Anerkennung: „Sie haben defensiv gut verteidigt und uns das Leben extrem schwer gemacht.“ Vor allem im Offensivspiel seiner eigenen Mannschaft fehlte ihm zu viel. Die letzten Pässe seien ungenau gewesen, das Timing habe nicht gepasst, die Bewegung sei zu wenig gewesen. Besonders deutlich formulierte er einen Punkt, der sich durch den gesamten Nachmittag zog: „Wir haben immer einen Pass und noch einen Pass spielen wollen und haben nicht einfach einmal probiert, draufzuschießen.“ So blieb Redlschlag trotz Feldvorteilen oft vor dem Strafraum hängen.

Nach der Pause bleibt das 1:1 aus

Den entscheidenden Abschnitt sah Bertl unmittelbar nach Wiederbeginn. Aus seiner Sicht hatte Redlschlag dort die beste Phase des Spiels. „Gleich nach der Pause haben wir gute Chancen gehabt. Das waren eigentlich die besten Chancen im Spiel“, sagte er. Zwei Möglichkeiten hintereinander nach einem Standard blieben ungenutzt, und genau dort verortete der Trainer im Nachhinein den Knackpunkt. „Wenn wir dort das 1:1 machen, geht die Partie immer noch in unsere Richtung“, meinte Bertl. Weil dieser Ausgleich aber ausblieb, blieb Kroisegg in seiner Rolle und verteidigte den Vorsprung weiter. Dazu kam aus Sicht des Trainers noch eine weitere strittige Situation in der zweiten Halbzeit, als Balazs Marok nach einem Dribbling an der Strafraumlinie gefoult worden sein soll. Bertl sprach auch da von einer bitteren Entscheidung. Die endgültige Entscheidung fiel allerdings erst spät: In der 88. Minute machte David Tokaji mit dem 2:0 alles klar. Bertl ordnete auch dieses Gegentor einer Standardsituation und einer schlechten Restverteidigung zu.

Effizienz und Biss als klarer Unterschied

Unterm Strich machte der Redlschlag-Trainer den Unterschied nicht an spielerischen Feinheiten fest, sondern an sehr einfachen Dingen. „Ich glaube, Kroisegg wollte den Sieg mehr“, sagte Bertl deutlich. Damit meinte er vor allem Laufbereitschaft, Biss in den Zweikämpfen und die Konsequenz in den entscheidenden Momenten. Während Kroisegg laut seiner Einschätzung aus drei Chancen zwei Tore machte, blieb Redlschlag trotz etwa fünf Möglichkeiten ohne Treffer. „Sie waren vorne vor dem Tor eiskalt. Das war der Unterschied, die Chancenverwertung“, sagte Bertl. Dazu kam sein Vorwurf an die eigene Mannschaft, läuferisch und kämpferisch unter den eigenen Möglichkeiten geblieben zu sein. In der Tabelle bleibt Redlschlag nach sieben Runden bei 12 Punkten und damit im oberen Bereich, während Kroisegg auf 10 Zähler kommt. Für die Gäste ist nach diesem 0:2 jedenfalls klar, wo sie ansetzen müssen: Mehr Präzision im letzten Pass, mehr Entschlossenheit im Abschluss und insgesamt mehr Zug zum Tor, wenn aus Ballbesitz wieder Punkte werden sollen.

2. Klasse Süd A: Kroisegg : Redlschlag - 2:0 (1:0)

  • 88
    David Tokaji 2:0
  • 11
    David Gergetz 1:0