Spielberichte

„Der Ausgleich hat uns den Glauben gegeben“ – Rohrbrunn dreht nach der Pause auf

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SV Rohrbrunn
USV Burgauberg-Neudauberg

In der 2. Klasse Süd B hat SV Rohrbrunn das Nachbarschaftsderby gegen USV Burgauberg-Neudauberg nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte noch klar mit 4:1 gewonnen. Trainer Zsolt Jona sah den Ausgleich als Schlüsselmoment: „Der Treffer zum 1:1 hat uns den Glauben gegeben.“ Nach dem 0:1 direkt nach der Pause drehte Rohrbrunn mit viel Druck und zwei wichtigen Standards die Partie.


Gelber Fußball im Tornetz

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Geduld gegen eine gut organisierte Gästeabwehr

Dass dieses Spiel trotz unterschiedlicher Ausgangslage kein Selbstläufer werden würde, hatte Jona schon vor dem Anpfiff erwartet. „Derby ist Derby“, sagte der Rohrbrunn-Trainer, und genau so entwickelte sich die erste Hälfte auch. Burgauberg-Neudauberg war laut Jona „sehr organisiert“, verteidigte mit einer Fünferkette und zwei Sechsern davor kompakt und machte den Gastgebern das Leben schwer. Rohrbrunn hatte Mühe, durchzukommen, fand gegen die dicht gestaffelten Gäste lange keine Lücken und musste geduldig bleiben. Dazu kam aus Sicht des Trainers, dass der Platz kein Vorteil für jene Mannschaft war, die das Spiel machen wollte. „Unser Platz ist auch nicht sehr gut, und deswegen war das für die Gäste leichter zu verteidigen“, erklärte Jona. So stand es zur Pause folgerichtig 0:0, und auch der Rohrbrunn-Coach sprach von einer „komplett ausgeglichenen“ ersten Halbzeit.

Der Rückstand weckt Rohrbrunn auf

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel bekam das Derby dann eine neue Richtung. In der 46. Minute erzielte Imre-Laszlo Domokos mit dem ersten Abschluss der Gäste das 0:1, und genau dieser Moment hätte Rohrbrunn ins Wanken bringen können. Jona sah aber das Gegenteil. „Wir sind aus der Kabine gekommen und wollten das Spiel entscheiden. Dann macht der Gegner mit dem einzigen Torschuss das 0:1“, sagte er. Umso wichtiger war für ihn die schnelle Antwort. Schon in der 53. Minute glich Szabolcs Major zum 1:1 aus, und der Trainer schilderte diesen Treffer mit sichtbarer Begeisterung: „Nach einem Corner hat Szabolcs Major den Ball mit einem schönen Fallrückzieher ins lange Kreuzeck geschossen.“ Für Jona war das der Wendepunkt des Nachmittags. „Der Ausgleich hat uns den Glauben gegeben“, sagte er. Rohrbrunn blieb danach dran, und auch das 2:1 durch Major in der 75. Minute hatte seinen Ursprung in einer ruhenden Situation. „Bei einem Freistoß sind unsere Innenverteidiger mit nach vorne gegangen, wir haben den Ball gut angenommen und aus kurzer Distanz ins kurze Eck abgeschlossen“, so der Trainer. Dass gerade diese Momente entscheidend wurden, überraschte ihn nicht. „Das üben wir jede Woche. Die ersten zwei Tore nach Standardsituationen waren heute entscheidend.“

Mehr Druck, mehr Laufarbeit, am Ende noch zwei Tore

Mit dem Ausgleich im Rücken war Rohrbrunn in der zweiten Halbzeit die aktivere Mannschaft. Jona hob vor allem die Reaktion seiner Elf hervor. „Nach dem 0:1 haben wir den Kopf nicht in den Sand gesteckt“, sagte er. Stattdessen warf seine Mannschaft alles nach vorne, setzte die Gäste unter „riesigen Druck“ und legte auch körperlich noch einmal zu. „Konditionell waren wir besser“, meinte der Trainer, der das Plus seines Teams im weiteren Verlauf klar sah. Burgauberg-Neudauberg hatte in der ersten Hälfte vieles wegverteidigt, nach dem Doppelschlag zum 1:1 und 2:1 gelang es den Gästen aber nicht mehr, dieselbe Stabilität auf den Platz zu bringen. Rohrbrunn blieb am Drücker und belohnte sich in der Schlussphase noch mit zwei weiteren Treffern. In der 83. Minute erhöhte Milán Zoltán Ambrus auf 3:1, in der 90. Minute setzte derselbe Spieler mit dem 4:1 den Schlusspunkt. Jona ordnete das Endergebnis trotzdem nüchtern ein: „Das 4:1 ist ein glücklicher Sieg, weil die erste Halbzeit komplett ausgeglichen war.“ Klar war für ihn aber auch, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel mehr investierte und sich damit den Derbyerfolg erarbeitete.

Fünfter Sieg in Folge, aber der Trainer bremst

Neben der Aufholjagd gefiel Jona auch der Rahmen der Partie. Den Gegner bezeichnete er als unangenehm und lobte ausdrücklich dessen Auftritt. „Ich kann Burgauberg-Neudauberg nur gratulieren, weil sie an diesem Tag wirklich nicht schlecht gespielt haben und uns den Sieg nicht leicht gemacht haben“, sagte der Trainer. Auch mit der Leitung des Unparteiischen war er zufrieden: „Der Schiedsrichter war ganz souverän, das war eine ganz gute Leistung.“ Für Rohrbrunn bedeutet der Derbyerfolg den fünften Sieg in Serie. Nach neun Spielen hält die Mannschaft bei 21 Punkten und steht damit in der Tabelle ganz vorne. Jona wollte daraus nach dem Schlusspfiff aber noch keine großen Schlüsse ziehen. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es sind noch fünf Runden zu spielen. Wir schauen nur Schritt für Schritt“, sagte er. Dass er seiner Mannschaft derzeit viel zutraut, klang trotzdem durch. „Die Mannschaft ist sehr gut zusammengekommen, spielerisch, kämpferisch und konditionell.“ Gleichzeitig erinnerte er daran, wie eng es in dieser Liga zugeht: „Wenn du nicht richtig vorbereitet bist, kann jeder jeden schlagen.“ Genau deshalb dürfte dieser Derby-Sieg für Rohrbrunn mehr wert sein als nur drei weitere Punkte.

2. Klasse Süd B: Rohrbrunn : USV Burgauberg-Neudauberg - 4:1 (0:0)

  • 90
    Milán Zoltán Ambrus 4:1
  • 83
    Milán Zoltán Ambrus 3:1
  • 75
    Szabolcs Major 2:1
  • 53
    Szabolcs Major 1:1
  • 46
    Imre-Laszlo Domokos 0:1