In der 2. Klasse Süd B musste sich SV Ollersdorf am Sonntag FC Stinatz mit 1:2 geschlagen geben. Nach einem 0:2 zur Pause kam die Heimelf durch Janos Szöke noch einmal heran, der Ausgleich fiel aber nicht mehr. Sportlicher Leiter Christian Illedits sprach von zwei völlig unterschiedlichen Hälften und meinte, dass am Ende auch ein Remis besser zum Spiel gepasst hätte.

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Schon der Beginn lief aus Sicht der Gastgeber nicht so, wie man es sich nach der Niederlage in der Vorwoche vorgestellt hatte. Illedits formulierte das sehr deutlich: "Wir hätten uns in der ersten Hälfte mehr Präsenz, mehr Aggressivität, mehr Dominanz und mehr Zug zum Tor erwartet." Genau das brachte aber Stinatz auf den Platz. Die Gäste waren vom Start weg das aktivere Team, hatten mehr Spielanteile und investierten nach Einschätzung des Ollersdorfer sportlichen Leiters schlicht mehr in die Partie. "Sie haben uns nie richtig ins Spiel kommen lassen", sagte Illedits. So war die 1:0-Führung durch Matteo Gradwohl in der 13. Minute aus seiner Sicht zwar glücklich zustande gekommen, insgesamt aber dennoch verdient. Ollersdorf blieb in dieser Phase zu abwartend, zu defensiv und offensiv fast ohne Wirkung. Ein Lattentreffer war laut Illedits im Grunde die einzige nennenswerte Ausbeute einer ersten Hälfte, die klar an Stinatz ging.
Besonders störte Illedits, wie die beiden Gegentreffer zustande kamen. Er sprach sogar davon, dass man Stinatz damit "teilweise Geschenke" gemacht habe. Beim 0:1 habe nach einem Corner die Zuordnung in der Verteidigung gefehlt, der Ball sei am Elfmeterpunkt liegen geblieben und Matteo Gradwohl habe keine Mühe mehr gehabt, zum 1:0 einzuschieben. Auch das zweite Tor fiel aus Ollersdorfer Sicht nach einem ähnlichen Muster. In der 37. Minute erhöhte Peter Zsifkovits auf 2:0, nachdem eine weitere Standardsituation nicht sauber verteidigt worden war. "So einfache Treffer darf man nicht bekommen", hielt Illedits fest. Genau das sei in dieser Phase der Knackpunkt gewesen. Weil Ollersdorf weder die nötige Laufbereitschaft noch das erwartete frühe Attackieren auf den Platz brachte, konnte Stinatz sein Spiel durchziehen und mit einer verdienten 2:0-Führung in die Pause gehen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann klar. Illedits berichtete, dass zwei Wechsel "absolut notwendig" gewesen seien und seiner Mannschaft spürbar geholfen hätten. Von da an nahm Ollersdorf das Heft in die Hand, hatte viel mehr Ballbesitz und kam auch wesentlich öfter in gefährliche Zonen. Der Lohn dafür war in der 59. Minute der Anschlusstreffer durch Janos Szöke zum 1:2. Damit war die Partie wieder offen, und genau in dieser Phase hatte der SV laut seinem sportlichen Leiter die Möglichkeiten, das Ergebnis noch zu drehen. "Wir hatten im ganzen Spiel drei, vier Top-Chancen, die man fast als hundertprozentige bezeichnen kann", sagte Illedits. Genutzt wurde davon aber nur diese eine. Gerade deshalb blieb bei den Gastgebern das Gefühl zurück, dass in dieser zweiten Hälfte deutlich mehr drinnen gewesen wäre. Stinatz hatte nach dem sehr intensiven ersten Durchgang nicht mehr dieselbe Energie, Ollersdorf legte zu, belohnte sich aber nicht ausreichend.
Am Ende blieb für Ollersdorf deshalb nicht nur die knappe Niederlage, sondern auch eine klare Lehre aus diesem Nachmittag. "Ein Spiel dauert 90 Minuten und nicht 45 Minuten", sagte Illedits, und genau dieser Satz fasst den Auftritt seiner Mannschaft treffend zusammen. Die starke Phase nach der Pause war da, die Reaktion war da, auch der Wille war in Hälfte zwei deutlich besser zu sehen. Doch die schwachen ersten 45 Minuten wogen zu schwer. Gleichzeitig wollte Illedits dem Gegner den Sieg nicht absprechen. "Sie sind engagiert und fokussiert aufgetreten, mit einem klaren Plan. Den Erfolg in Hälfte eins wollten sie eindeutig mehr als unsere Mannschaft", sagte er über Stinatz. Dazu kam aus seiner Sicht "das Glück des Tüchtigen". Der Schiedsrichter bot laut Illedits eine "sehr souveräne Leistung", Diskussionen darüber gab es für ihn nicht. So bleibt Ollersdorf nach Runde neun bei 12 Punkten auf Rang sieben, während Stinatz mit dem 2:1 auf 10 Zähler stellt. Das Gefühl bei den Gastgebern dürfte trotzdem noch länger bleiben: "Im Endeffekt war es ein glücklicher Sieg für die Gäste. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf mehr entsprochen."