In der 2. Klasse Süd B haben Deutsch Schützen und SV Rohrbrunn ein turbulentes 3:3 geliefert. Die Gäste drehten nach frühem Rückstand die Partie, spielten ab der 36. Minute in Unterzahl und lagen sogar mit 3:1 vorne, ehe ein Elfmeter in der Nachspielzeit alles wieder auf Anfang stellte. Trainer Zsolt Jona sprach von einem offenen, attraktiven Spiel und nahm den Punkt am Ende dennoch gerne mit.
Jona hatte schon in der Einordnung des Nachmittags das Gefühl, dass sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüberstanden. "Da sind zwei ganz gute Mannschaften aufeinandergetroffen", sagte der Rohrbrunner Trainer und verwies auch darauf, dass beide Seiten unter der Woche mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatten. Dafür entwickelte sich nach seiner Einschätzung trotzdem "ein offenes, sehr turbulentes, dynamisches und für die Zuschauer ein sehr attraktives Spiel". Zunächst erwischten die Gastgeber den besseren Start und gingen in der 13. Minute durch Daniel Horvath mit 1:0 in Führung. Rohrbrunn ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Michael Friedl glich in der 21. Minute zum 1:1 aus, laut Jona nach einer sehenswerten Aktion mit Doppelpass, ehe Alex Dedics nur drei Minuten später das Spiel endgültig drehte und zum 2:1 traf. "Wir haben gut reagiert und innerhalb von zehn Minuten das Match umgedreht", brachte es Jona auf den Punkt. Der erste große Einschnitt folgte dann in Minute 36, als Nicolas Staudt die Rote Karte sah. Für den Trainer war klar, dass sich damit das Spiel verschob: "Dann kam diese rote Karte, und das Spiel ist ein bisschen in Richtung Deutsch Schützen gekippt, weil sie Überzahl gehabt haben."
Was Jona seiner Mannschaft hoch anrechnete, war die Art, wie sie diese lange Unterzahl annahm. Rohrbrunn zog sich nicht auseinander, sondern verteidigte laut seinem Trainer geschlossen und mit viel Einsatz. "Der Zusammenhalt war sehr gut. Einer hat für den anderen gekämpft, der andere hat für den einen gekämpft", sagte Jona, der gerade dieses Verhalten als große Stärke seiner Elf hervorhob. Noch bemerkenswerter wurde das Ganze, weil laut dem Trainer kurz nach der Pause auch noch ein Stürmer verletzt vom Feld musste. Trotzdem gelang Rohrbrunn in Minute 55 sogar das 3:1. Wolfgang Maurer traf nach einem Konter zum dritten Gästetor. "Sogar mit zehn Leuten haben wir ein Tor erzielt", sagte Jona, der in dieser Phase natürlich wusste, was noch auf seine Mannschaft zukommen würde. Nach vorne ging für Rohrbrunn in der Folge kaum noch etwas, weil fast die gesamte Energie in die Defensivarbeit floss. "Nach dem 3:1 konnten wir nicht mehr auf das gegnerische Tor laufen. Unsere Kraft und unsere Energie haben wir für die Verteidigung verbraucht", erklärte der Trainer. Deutsch Schützen blieb damit am Drücker und verkürzte in der 77. Minute durch György Vass auf 2:3. Jona sprach rückblickend von einem riesigen Druck, den seine Mannschaft über viele Minuten aushalten musste: "Sechzig Minuten lang haben sie nur auf unser Tor gespielt, und wir haben gut verteidigt."
In der Schlussphase wurde der Druck der Gastgeber immer größer, und Rohrbrunn schaffte es nicht mehr, die Partie über die Zeit zu bringen. In der 93. Minute fiel schließlich das 3:3, Daniel Horvath traf per Elfmeter und rettete Deutsch Schützen damit noch einen Punkt. Gerade dieser letzte Moment ärgerte Jona naturgemäß besonders, ohne dass er seiner Mannschaft einen Vorwurf machen wollte. "Wir sollten noch eine Minute aushalten", sagte er, und ergänzte zum Elfmeter: "Dieses letzte Foul war nicht nötig." Gleichzeitig stellte er klar, wie schwer diese Aufgabe in Unterzahl gewesen sei. "Wer selbst Fußball gespielt hat, weiß genau, wie schwer das ist, so lange in Unterzahl zu spielen, wenn jede Sekunde Bälle, Flanken und Druck kommen." Auch bei der Analyse blieb er nicht an der Oberfläche. Jona meinte, dass seine Mannschaft in manchen Phasen zu sehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt gewesen sei und dadurch unnötig Energie verloren habe. Den Unparteiischen selbst nahm er aber ausdrücklich aus der Schusslinie: "Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht beeinflusst. Er hat seinen Job gemacht." So blieb am Ende ein Remis, das sich für Rohrbrunn zunächst wie zwei verlorene Punkte anfühlte, das Jona in der Gesamtbetrachtung aber akzeptierte. "Beide Mannschaften haben drei Tore erzielt, deswegen ist der eine Punkt meiner Meinung nach gerecht", sagte er. Und mit Blick nach vorne fügte der Trainer an: "Diesen verlorenen zwei Punkte müssen wir im nächsten Heimspiel zurückholen."