In der 2. Klasse Süd B musste sich SV Rohrbrunn im Heimspiel gegen Wallendorf-Mogersdorf mit 0:3 geschlagen geben. Trainer Zsolt Jona sprach dennoch von einem intensiven Duell auf Augenhöhe, in dem aus seiner Sicht vor allem zwei Strafstöße und später ein Eigentor den Unterschied machten. Rohrbrunn hielt lange dagegen, ließ seine Möglichkeiten aber ungenutzt und traf im letzten Drittel laut Jona zu oft nicht die richtige Entscheidung.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Jona hatte nach dem Schlusspfiff keinen Auftritt gesehen, in dem seine Mannschaft klar unterlegen gewesen wäre. „Für die neutralen Zuschauer war es ein sehr intensives Match von beiden Seiten“, sagte der Rohrbrunner Trainer, der sowohl läuferisch als auch kämpferisch und taktisch vieles auf ähnlichem Niveau sah. Gerade deshalb tat ihm das Resultat besonders weh. In der ersten Halbzeit arbeitete sich Rohrbrunn nach seinen Worten vor allem nach Standardsituationen in gute Positionen, nutzte diese Möglichkeiten aber nicht. Statt der möglichen Führung fiel in der 36. Minute auf der anderen Seite das 0:1 durch Mark Soos. Aus Rohrbrunner Sicht war das eine der ersten Schlüsselszenen des Nachmittags, weil der Treffer nach einem Strafstoß zustande kam. Jona bezeichnete den Handelfmeter als hart, wollte daraus aber keine Grundsatzdiskussion machen. „Der Schiedsrichter war okay, er hat versucht, fair zu sein“, sagte er. Für ihn stand vielmehr fest, dass die Gäste diesen Moment annahmen und mit dem 1:0 zur Pause den besseren Ertrag aus einer offenen ersten Hälfte zogen.
In der Kabine versuchte Rohrbrunn laut seinem Trainer mit einer Umstellung nachzuschärfen, und Jona fand auch, dass das nicht schlecht funktionierte. Seine Mannschaft kam ordentlich in die zweite Hälfte und blieb im Spiel, ehe mit dem 0:2 in der 64. Minute die aus seiner Sicht eigentliche Wendung folgte. Tomislav Marelja verwandelte erneut vom Punkt, dazu musste Rohrbrunn nach dieser Szene auch noch in Unterzahl weiterspielen. „Der Knackpunkt war das zweite Tor“, sagte Jona klar. Er schilderte die Szene so, dass der Ball eigentlich schon weg gewesen sei und die Berührung für ihn eher hart gepfiffen wurde, schob aber ebenso deutlich nach: „Kannst du geben, und er hat so entschieden.“ Entscheidend war für ihn weniger die Diskussion um den Pfiff selbst als die Wirkung auf seine junge Mannschaft. Der zweite Strafstoß und die Unterzahl hätten dem Team zugesetzt, obwohl die Defensivarbeit bis dahin nach seiner Einschätzung ordentlich gewesen sei. „Wir waren sehr aggressiv, haben viele Bälle erobert“, sagte Jona, nur der Weg von hinten nach vorne sei oft zu langsam und zu hektisch geworden.
So blieb Rohrbrunn trotz Phasen, in denen die Gastgeber Ballgewinne hatten und das Spiel offen hielten, im letzten Drittel zu ungenau. Jona sprach von falschen Entscheidungen und davon, dass seine Mannschaft in der Offensive zu spät gehandelt habe. „Wenn wir kein Tor schießen, kannst du das Spiel nicht gewinnen“, brachte er es schlicht auf den Punkt. Die Gäste verteidigten nach seiner Einschätzung hinten gut und waren auf Konter eingestellt. Dass sie ihre Chancen und vor allem ihre Elfmeter nutzten, während Rohrbrunn leer ausging, erklärte für ihn den Unterschied mehr als alles andere. In der 83. Minute fiel dann auch noch das 0:3 durch ein Eigentor von David Wünscher, nachdem Rohrbrunn in Unterzahl bereits alles nach vorne geworfen hatte. Jona wollte den Gegner dabei ausdrücklich nicht kleinreden. „Da spielen einige Leute mit hoher Qualität“, meinte er über Wallendorf-Mogersdorf, betonte aber gleichzeitig noch einmal seine Sicht auf das Match: „Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe. Heute war das Glück nicht auf unserer Seite.“ Viel Zeit zum Hadern will man in Rohrbrunn dennoch nicht verlieren. „Wir haken das ab, schauen weiter und müssen nächste Woche im offensiven Bereich besser auftreten“, sagte der Trainer.