Noch immer hängt der Sommer des derzeit in der II. Liga Mitte geführten ASK eco-puls Horitschon-Unterpetersdorf in der Schwebe: Nach dem Einspruch gegen den Abstieg ist die Ligazugehörigkeit weiterhin nicht endgültig geklärt, dazu kommen mehrere schmerzhafte Abgänge und eine kurze Vorbereitungszeit. Im Gespräch mit Ligaportal beschreibt Trainer David Witteveen vom ASK Horitschon-Unterpetersdorf, wie sehr diese Unsicherheit die Kaderplanung erschwert – und warum für ihn in den nächsten Wochen vor allem eines zählt: dass eine neu zusammengesetzte Mannschaft rasch zusammenfindet.

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Eine klassische Sommerbilanz fällt in Horitschon heuer aus. Witteveen will die vergangene Saison nicht bewerten, weil er erst seit Kurzem beim Verein ist. Statt Rückschau bestimmt daher vor allem die aktuelle Lage den Ton. „Wir haben lange nicht gewusst, in welcher Liga wir spielen“, sagt der Trainer. Der Verein hat gegen den Abstieg Einspruch eingelegt und ist mittlerweile in die dritte Instanz gegangen. Eine definitive Entscheidung gibt es laut Witteveen noch immer nicht.
Für die Arbeit auf dem Trainingsplatz ist das alles andere als ideal. Wer nicht weiß, in welcher Spielklasse er startet, kann auch Kader, Belastung und Zielsetzung nur eingeschränkt planen. Genau das spürt man in Horitschon seit Wochen. „Für neue Spieler ist es natürlich nicht einfach, wenn man nicht weiß, in welcher Liga man spielt“, schildert Witteveen. Dass unter diesen Umständen überhaupt Bewegung in den Kader gekommen ist, gilt intern daher eher als kleiner Fortschritt denn als abgeschlossene Sommerarbeit.
Leicht wird der personelle Umbau nicht. Mit Manuel Baumgartner verliert der ASK einen Spieler für die Zehnerrolle, dazu gehen mit Adi Horvath und einem weiteren Flügelspieler wichtige Optionen für die Außenbahnen verloren. Bastian Lehner legt zudem eine Pause ein. Witteveen spricht von schmerzhaften Abgängen, weil mehrere dieser Spieler zuletzt zu den tragenden Figuren zählten. Ganz ohne Verstärkung bleibt Horitschon aber nicht. Neu dazugekommen ist Janosch Nagel, der zuletzt bei Pecsi MFC in Ungarn spielte und offensiv wie im Zentrum mehrere Rollen abdecken kann. Mit Martin Reich kommt ein Innenverteidiger aus Hornstein, Konstantin Klein verstärkt die Flügel und war zuletzt beim ungarischen Klub FC Hatvan aktiv. Damit setzt der ASK auf Flexibilität und Konkurrenzkampf, um die entstandenen Lücken aufzufangen.
Weil mehrere Neue integriert werden müssen, setzt Witteveen in der kurzen Sommervorbereitung einen klaren Schwerpunkt. „Am wichtigsten ist, dass die Mannschaft zusammenfindet, sich einspielt und weiß, wie wir spielen wollen.“ Genau darin liegt im Moment die größte Aufgabe. Es geht weniger um Feinschliff als darum, in kurzer Zeit ein funktionierendes Gefüge zu bauen.
Dazu kommt, dass nicht jeder sofort zur Verfügung steht. Martin Haller ist noch angeschlagen und laboriert an muskulären beziehungsweise nervlichen Problemen. Bei Lukas Ostermann, der am Ende der vergangenen Saison am Meniskus operiert wurde, ist ebenfalls noch Geduld gefragt. Er braucht nach Witteveens Einschätzung noch zwei bis drei Wochen, bis er überhaupt wieder voll ins Training einsteigen kann.
Noch länger fällt Kapitän Philipp Wessely aus. Nach seinem Kreuzbandriss wird er wohl erst im späten Herbst oder im Winter zurückerwartet. Im Betreuerteam bleibt Josef Wessely als Torwarttrainer an Bord, ein Co-Trainer wird noch gesucht. Auch das zeigt, dass der Umbau in Horitschon nicht nur den Spielerkader betrifft.
Wie die Saison sportlich einzuordnen ist, entscheidet sich in Horitschon letztlich an einer Frage: In welcher Liga startet der Verein tatsächlich? Witteveen formuliert die Zielsetzung deshalb zweigleisig. „Wenn wir in der II. Liga Mitte spielen, wollen wir vorne mitspielen“, sagt er. Gleichzeitig weiß er, dass ein Absteiger auch auf niedrigerem Niveau nicht automatisch durchmarschiert und sich erst wieder zurechtfinden muss.
Sollte der Klub hingegen doch in der Landesliga bleiben, wäre die Vorgabe eine andere. „Dann ist das Ziel natürlich, nicht abzusteigen.“ Viel deutlicher lässt sich die Lage kaum zusammenfassen. In Horitschon ist vor dem Saisonstart noch vieles offen. Fix ist vorerst nur: Die Mannschaft muss sich neu finden – unter Bedingungen, die den Sommer ohnehin schon kompliziert genug machen.