In der II. Liga Mitte hat SV Rohrbach am Freitagabend gegen SV Schattendorf mit 4:0 gewonnen und musste dafür zunächst deutlich mehr arbeiten, als es das Ergebnis vermuten ließ. Trainer Hannes Friesenbichler machte nach dem Schlusspfiff vor allem zwei Momente als spielentscheidend aus: die starke Parade von Timon Grubmüller beim Stand von 0:0 und das schnelle 3:0 kurz nach der Pause.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Wer nur auf das 4:0 schaut, könnte einen geradlinigen Abend vermuten. Genau so war es aus Sicht von Friesenbichler aber nicht. „Zu Beginn war es ein durchwachsenes Spiel. Schattendorf hat das sehr gut gemacht, ist sehr kompakt gestanden und hatte auch eine gute Höhe. Sie haben uns überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte der Rohrbach-Trainer. Dazu kam gleich die erste große Möglichkeit für die Gäste, doch Timon Grubmüller hielt im Eins-gegen-Eins stark und bewahrte seine Mannschaft beim Stand von 0:0 vor einem Rückstand. Friesenbichler sah in dieser Szene den Weckruf für sein Team. Danach fand Rohrbach besser ins Passspiel, gewann nach und nach die Kontrolle und schlug dann innerhalb weniger Minuten zu: In der 25. Minute traf Tobias Wendl nach einer schön über die Seite herausgespielten Aktion mit der Ferse zum 1:0, nur zwei Minuten später legte Lukas Wenninger das 2:0 nach.
Gerade das zweite Tor passte für den Trainer gut ins Bild der stärkeren Rohrbacher Phase vor der Pause. „Wir haben versucht, wieder Kontrolle zu gewinnen mit unserem Passspiel und Kombinationsspiel. So sind dann auch die Tore gefallen“, erklärte Friesenbichler. Beim 2:0 kam der Ball erneut von der Seite ins Zentrum, Wenninger nahm ihn laut seinem Trainer mit der Hacke in die Mitte mit und spielte ihn dann ins lange Eck. Mit dem 2:0 zur Pause hatte sich Rohrbach ein Polster erarbeitet, obwohl Schattendorf die Anfangsphase offen gestaltet hatte und mit seiner kompakten Art unangenehm blieb. Umso wichtiger war aus Sicht der Gastgeber, dass die Besprechung in der Kabine sofort Wirkung zeigte. „Wir haben in der Halbzeit einiges besprochen und ein paar Sachen verändert. Das hat einfach gegriffen“, sagte Friesenbichler, der mit dem Auftritt nach der Pause dann deutlich zufriedener war.
Die Entscheidung fiel dann früh nach Wiederbeginn. In der 50. Minute erhöhte erneut Wenninger auf 3:0, und genau dieses Tor nannte Friesenbichler neben der Parade von Grubmüller als den zweiten großen Knackpunkt des Abends. „Das schnelle 3:0 gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit war einer der Key Points. Deswegen ist das Spiel absolut in unsere Richtung gelaufen“, meinte der Trainer. Beschrieben hat er den Treffer ebenso ausführlich: Christopher Scheiber spielte den Ball in die Tiefe, Schattendorf wollte klären, legte den Ball damit aber Wenninger vor die Füße, und der vollendete aus 17 bis 18 Metern per Halbvolley ins lange Eck. Spätestens da war Rohrbach klar am Drücker. Wenninger machte in der 65. Minute mit seinem dritten Treffer des Abends auch noch das 4:0, das Friesenbichler nur mehr als „Draufgabe“ wertete.
Dass der Sieg am Ende so deutlich ausfiel, führte Friesenbichler nicht nur auf die vier Tore zurück, sondern vor allem auf das, was seine Mannschaft davor und dazwischen zeigte. „Trotz dieser Großchance am Anfang war die Defensive wieder sehr gut. Wir sind sehr kompakt gestanden und haben von hinten aus sehr ruhig unser Aufbauspiel betrieben“, sagte er. Gerade darin sieht der Trainer eine klare Linie der vergangenen Wochen: „Das sind in den letzten Wochen einfach die Dinge, die wir wunderbar rüberbringen, und deswegen sind wir derzeit auch so erfolgreich.“ Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt. Schattendorf sei „sehr bemüht, sehr taktisch“ aufgetreten und habe Rohrbach vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht. Umso zufriedener war der Trainer mit der Entwicklung des Abends: ein holpriger Beginn, dann mehr Kontrolle, vier Tore und am Ende ein aus seiner Sicht verdienter Heimsieg.