In der II. Liga Süd hat sich ASKÖ Oberdorf gegen UFC Lumitech Jennersdorf einem späten 2:3 beugen müssen. Aus Sicht von Jennersdorfs Sportlichem Leiter Martin Sitzwohl war es über weite Strecken kein guter Auftritt seiner Mannschaft, am Ende aber einer mit maximalem Ertrag. Nach dem 1:1 zur Pause lagen die Gäste bis in die Schlussphase 1:2 hinten, ehe sie das Spiel doch noch aus der Hand der Gastgeber rissen.

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Sitzwohl sah seine Mannschaft zunächst ordentlich in der Partie. „Wir waren von Anfang an gut im Spiel. Wir haben versucht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten“, sagte der Sportliche Leiter. Was aus seiner Sicht früh gefehlt hat, war aber genau das, was Partien in dieser Liga oft entscheidet. „Uns hat die Gefährlichkeit vor dem Tor und die letzte Durchschlagskraft im letzten Drittel gefehlt“, brachte er es auf den Punkt. Umso wichtiger war für Jennersdorf dann die Führung in der 21. Minute. Tobias Herzenjak traf zum 0:1, und Sitzwohl sprach von einem echten Traumtor. Der junge Offensivspieler bekam den Ball auf halblinks, löste sich von seinem Gegenspieler und zog aus gut 20 Metern ab. Für den Funktionär war das ein Treffer aus dem Nichts, aber eben auch einer, der die Tür öffnen hätte können. Genau das passierte aus seiner Sicht allerdings nicht. „Mit dem 1:0 hätte man glauben können, jetzt ist mehr Sicherheit in der Mannschaft. Genau das Gegenteil war der Fall“, sagte Sitzwohl. Jennersdorf wurde passiv, spielte die Bälle nach vorne zu ungenau und tat immer weniger für das Spiel. Oberdorf kam dadurch besser auf, drückte mehr an und glich in der 36. Minute durch Luka Dragovic verdient zum 1:1 aus. Noch vor der Pause hätte Jennersdorf laut Sitzwohl trotzdem erneut in Führung gehen können. So blieb es beim 1:1.
Auch nach dem Seitenwechsel fand Sitzwohl deutliche Worte für den Auftritt seiner Elf. „In der zweiten Halbzeit war es von unserer Mannschaft definitiv viel zu wenig“, sagte er. Vor allem die Zahl der Fehlpässe störte ihn, auch wenn er einräumte, dass sich beide Teams keinen spielerischen Leckerbissen lieferten. „Es war generell kein gutes Spiel“, meinte Sitzwohl, und gerade deshalb fiel für ihn ins Gewicht, dass Oberdorf in der Offensive mehr zustande brachte. Während Jennersdorf nach vorne wenig zusammenbrachte, setzte der Gastgeber öfter Nadelstiche und stellte die Gäste mit weiten Bällen immer wieder vor Aufgaben. Sitzwohl hob dabei vor allem Luka Dragovic hervor, der für viel Betrieb sorgte und gefährlich am Ball war. Dass genau er in der 83. Minute auch das 2:1 erzielte, passte zum Bild, das sich für den Jennersdorfer Funktionär in dieser Phase ergeben hatte. Oberdorf war das aktivere Team und schien auf dem Weg zum Heimsieg. Jennersdorf hatte zu diesem Zeitpunkt wenig anzubieten, lebte eher von einzelnen Momenten als von einem durchgehend guten Auftritt und musste darauf hoffen, in der Schlussphase doch noch eine Antwort zu finden.
Diese Antwort kam dann tatsächlich noch, und zwar in einer Phase, in der Sitzwohl selbst kaum noch an die Wende glaubte. „Selbst die eingefleischten Jennersdorfer hatten nicht mehr daran geglaubt“, sagte er. In der 88. Minute nutzten die Gäste dann aber eine ihrer wenigen klaren Aktionen eiskalt. Nach einem Ball von Kapitän Manuel Halb in den freien Raum hatte Patrick Riegler Zeit bei der Mitnahme und schloss mit dem linken Fuß zum 2:2 ab. Damit war plötzlich wieder alles offen, und Jennersdorf legte tatsächlich noch nach. In der Nachspielzeit war es erneut Tobias Herzenjak, der zum 2:3 traf und damit seinen Doppelpack schnürte. Sitzwohl sprach auch beim Siegestor von einem „wirklich sehenswerten Traumtreffer“ und schilderte, wie sich der junge Spieler auf der linken Seite erneut lösen konnte und den Ball von halblinks ins lange Eck setzte. Gerade weil Jennersdorf über weite Strecken nicht überzeugt hatte, fiel das Urteil des Sportlichen Leiters klar aus. „Am Ende des Tages war es ein glücklicher Sieg“, sagte Sitzwohl, und er ergänzte offen: „Zu diesem Zeitpunkt nicht verdient.“ Ganz ohne positive Punkte wollte er den Abend aber nicht stehen lassen. „Wir hatten einen Tormann, auf den wir uns verlassen konnten“, meinte er, und auch die Innenverteidigung habe trotz personeller Probleme „ihren Mann gestanden“. Unter dem Strich bleibt für Jennersdorf damit ein Auswärtssieg, der spielerisch wenig Glanz hatte, in der Tabelle mit nun acht Punkten nach vier Runden aber dennoch viel Wert ist. Oberdorf hingegen stand nach einer starken Schlussphase plötzlich mit leeren Händen da.