In der II. Liga Süd musste sich der SK Unterschützen am Freitagabend beim SV Mühlgraben mit 0:1 geschlagen geben. Für Trainer Patrick Tölly war es eine Niederlage, die sich aus seiner Sicht vor allem durch fehlende Chancenverwertung und ein aberkanntes frühes Tor erklärte. "Wir waren wirklich gut im Spiel", sagte er nach der Partie. Am Ende stand aber ein Abend, an dem viel Aufwand betrieben wurde und dennoch nichts Zählbares herausschaute.

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Vieles an diesem Abend war nach Töllys Eindruck weniger spielerisch fein als intensiv. Der Trainer sprach von einer "relativ kampfbetonten" Partie und sah nur wenige fußballerische Höhepunkte. Trotzdem habe seine Mannschaft über weite Strecken die aktivere Rolle übernommen. "Wir haben relativ viel vom Ball gehabt und waren feldüberlegen", sagte Tölly. Der große Aufreger kam schon nach zwölf Minuten. Unterschützen wähnte sich beim vermeintlichen 0:1 in Führung, doch das Tor zählte am Ende nicht. Tölly schilderte die Szene so: "Der Schiedsrichter gibt das Tor, der Linienrichter gibt das Tor und zeigt sogar noch an, welcher Spieler das Abseits aufgehoben haben soll." Erst nach einer längeren Diskussion und Rudelbildung an der Seitenlinie sei die Entscheidung revidiert und auf Abseits erkannt worden. Für den Trainer blieb genau diese Szene einer der Knackpunkte des Abends.
Offiziell ging es mit 0:0 in die Pause, und kurz nach Wiederbeginn fiel dann der einzige Treffer des Abends. In der 51. Minute brachte Matic Donko die Gastgeber mit 1:0 in Führung. "Das 1:0 passiert nach einem eklatanten Stellungsfehler nach einem Freistoß aus dem Halbfeld", erklärte er. Der Ball wurde im Sechzehner aufgelegt, ehe Donko "volles Risiko" genommen habe. Mehr ließ Unterschützen defensiv laut seinem Trainer über 90 Minuten nicht zu. Umso bitterer fiel ins Gewicht, dass genau dieser eine Moment das Spiel entschied und aus einem bis dahin offenen Abend eine Niederlage machte.
Trotz der Niederlage fiel Töllys Analyse nicht grundsätzlich negativ aus. Im Gegenteil: Der Trainer war mit vielen Teilen des Auftritts einverstanden und betonte mehrfach, dass seine Mannschaft vieles genauso umgesetzt habe, wie es geplant gewesen sei. "Wir waren super aggressiv, wir waren im Ballbesitz gut und wir haben defensiv bis aufs Tor wenig zugelassen", sagte er. Was fehlte, war für ihn allein der Ertrag vor dem gegnerischen Tor. "Wir schießen aktuell einfach zu wenig Tore. Schüsse werden geblockt, sind abgefälscht oder fallen zu harmlos aus." Darin lag für Tölly auch der eigentliche Unterschied. Mühlgraben habe "hinten doch kompromisslos gestanden" und sich über den Kampf im Spiel gehalten, mehr wollte er dem Sieger aber nicht zuschreiben.
Deshalb wollte der Unterschützen-Trainer den Abend trotz des 0:1 nicht nur an der Anzeigetafel messen. "Ich war überwiegend mit den kompletten 90 Minuten sehr zufrieden mit meiner Mannschaft", sagte Tölly und legte noch einmal nach: "Das Einzige, was gefehlt hat, ist das Tor." Die Enttäuschung über die umstrittene Aberkennung und die verpassten Möglichkeiten war deutlich herauszuhören, gleichzeitig blieb er bei seinem Team bewusst positiv. "Die Belohnung wird kommen. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und lassen uns sicher nicht unterkriegen." Unterschützen bleibt damit vorerst bei neun Punkten. Aus Sicht des Trainers soll genau diese Leistung nun die Grundlage dafür sein, dass sich der Aufwand in den nächsten Runden auch wieder im Ergebnis niederschlägt.