In der II. Liga Süd lieferte sich UFC Lumitech Jennersdorf mit USV Autohaus Fortmüller Neuhaus ein torreiches Derby, stand am Ende beim 3:5 aber mit leeren Händen da. Sportlicher Leiter Martin Sitzwohl machte nach dem Schlusspfiff keinen Umweg: Nicht der Schiedsrichter, sondern die eigene Defensivleistung sei ausschlaggebend gewesen. Gerade nach frühem Vorsprung und später Aufholjagd wog die Niederlage vor heimischem Publikum besonders schwer.

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Für Jennersdorf begann der Abend eigentlich nach Wunsch. Schon in der 3. Minute brachte Moritz Franz Jost die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und genau an diesem Punkt setzte Sitzwohl später an. „Das Spiel hat für uns sehr gut begonnen. Wir sind mehr oder weniger mit dem ersten Angriff 1:0 in Führung gegangen“, sagte er. Umso größer war sein Ärger darüber, dass der frühe Treffer seiner Mannschaft nicht jene Sicherheit gab, die man sich erhofft hatte. Sitzwohl meinte offen, man hätte glauben müssen, „dass ein Ruck durch die Mannschaft geht und wir mit breiter Brust befreiter aufspielen“. Stattdessen sei das Gegenteil passiert. Neuhaus kam zurück, Andreas Lackner glich in der 17. Minute aus, David Jakab drehte die Partie nur drei Minuten später, und Lackner legte in der 25. Minute das 3:1 nach. Bis zur Pause hatte sich das Spiel komplett gegen Jennersdorf gedreht.
Die Erklärung des sportlichen Leiters fiel danach ungewöhnlich deutlich aus und ließ keinen Interpretationsspielraum offen. „Ganz eindeutig die Defensivleistung“, sagte Sitzwohl auf die Frage nach dem Knackpunkt. Seine Mannschaft habe an diesem Tag „keine Kompaktheit an den Tag legen können“ und sich hinten „nicht ligatauglich gezeigt“. Vor allem die Stellungsfehler in der Viererkette sprach er klar an. Beim ersten Gegentor habe man sich aus seiner Sicht zu sehr auf den Ballführenden konzentriert und den Gegenspieler, der in die Tiefe ging, aus den Augen verloren. Sitzwohl beschrieb diese Phase so, dass Neuhaus das Spiel mit zwei Aktionen, die jeweils vom Mittelfeld ausgingen, drehen konnte. Für ihn war das der entscheidende Abschnitt. Dazu kommt aus seiner Sicht ein grundsätzliches Problem, das über dieses Spiel hinausgeht: In den vergangenen drei Partien kassierte Jennersdorf 16 Gegentore. „Das ist einfach viel zu viel und auch für die zweite Liga nicht ligatauglich“, sagte er.
Auch nach dem Seitenwechsel lief zunächst wieder alles in die falsche Richtung. Marcel Unger erhöhte in der 47. Minute auf 4:1 für Neuhaus, und damit schien der Abend für Jennersdorf endgültig davonzulaufen. Sitzwohl sagte aber, dass man trotzdem das Gefühl gehabt habe, „dass sich jederzeit wieder etwas tun kann bei uns“. Tatsächlich kam die Heimmannschaft zurück. Patrick Riegler verkürzte in der 53. Minute auf 2:4 und brachte damit wieder Leben in die Partie. Richtig spannend wurde es dann in der Schlussphase, als Neuhaus nach der Roten Karte gegen Jakob Meitz ab der 77. Minute nur noch zu zehnt weiterspielen musste. Fast unmittelbar danach erzielte Riegler in der 78. Minute auch das 3:4. Jennersdorf war damit wieder voll im Spiel, und Sitzwohl berichtete, dass es danach sogar mehrere Möglichkeiten auf den Ausgleich gab. „Da wurde auch auf der Linie gerettet“, sagte er. Das 4:4 fiel aber nicht. Stattdessen sorgte David Jakab in der 86. Minute mit dem 5:3 für die endgültige Entscheidung. „An diesem Tag wollte es einfach nicht sein. Das notwendige Glück hatten wir dann auch nicht.“
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, wie klar Sitzwohl jede Ausrede beiseiteschob. Diskussionen über den Unparteiischen wollte er gar nicht erst aufmachen. „Die Schiedsrichterleistung gibt keinen Grund, sie zu kritisieren. Wir müssen uns kritisieren“, sagte er und lenkte den Blick sofort zurück auf die eigene Leistung. Auch beim Vergleich beider Mannschaften blieb er eindeutig. Neuhaus habe die Fehler, die Jennersdorf angeboten habe, besser ausgenutzt, während die eigenen Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit nicht in Tore umgemünzt werden konnten. Deshalb sei der Gegner „als verdienter Sieger vom Platz gegangen“. Dass diese Niederlage gerade vor heimischem Publikum besonders schmerzte, sprach Sitzwohl ebenfalls offen an. Es sei „super Derbywetter“ gewesen, zudem seien viele Zuschauer am Platz gewesen. „Die Neutralen sind auf alle Fälle auf ihre Rechnung gekommen. Die Heimischen mussten bitter leiden“, sagte er. Für Jennersdorf bleibt nach diesem 3:5 vor allem die Pflicht, die defensive Anfälligkeit rasch und gründlich aufzuarbeiten.