In der II. Liga Süd hat sich ASKÖ Korkisch Rotenturm in einer wilden Partie noch ein 3:3 gegen den SC Grafenschachen gesichert. Nach früher Führung und einer 2:1-Pausenführung schien für die Gastgeber zunächst mehr drinnen zu sein, doch nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel. Sektionsleiter Florian Mayer sprach deshalb trotz des späten Ausgleichs von einer klar enttäuschenden zweiten Halbzeit.

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Rotenturm war von Beginn an sofort in der Partie und belohnte sich schon in der 3. Minute mit dem 1:0 durch Kevin Berzsenyi. Genau diesen Start hob Mayer nach dem Spiel auch hervor. „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet mit der 1:0-Führung nach drei Minuten“, sagte er und beschrieb damit die Phase, in der seine Mannschaft nach seiner Einschätzung die aktivere und bessere war. Über weite Strecken der ersten halben Stunde hatte Rotenturm mehr vom Spiel, war präsent und brachte die nötige Aggressivität auf den Platz. Mayer formulierte es deutlich: „Die ersten 30, 35 Minuten waren wir die bessere, aktivere Mannschaft.“ Umso mehr ärgerte ihn eine Szene rund um die 25. Minute, als Ralph Ringbauer bei einem Lattenschuss das mögliche 2:0 verpasste. Für Mayer war das ein klarer Knackpunkt: „Wenn er da das 2:0 macht, bin ich mir sicher, geht das Spiel in eine andere Richtung.“
Ganz so einseitig blieb die erste Hälfte aber nicht. Grafenschachen arbeitete sich zurück in die Partie und kam in der 34. Minute durch Stefan Hettlinger zum 1:1. Rotenturm antwortete jedoch noch vor der Pause und ging in der 43. Minute durch Jan Pascal Takacs wieder 2:1 in Führung. Mayer sprach von einem Treffer „zum perfekten Zeitpunkt, kurz vor der Pause“, weil seine Mannschaft eigentlich mit einem guten Gefühl in die Kabine gehen konnte. Genau deshalb fiel sein Urteil über die zweite Halbzeit so hart aus. „Wir haben diesen Schwung nicht mitnehmen können und haben eine ganz schlechte zweite Halbzeit gespielt“, sagte der Sektionsleiter. In der 55. Minute glich Michael Oberrisser für die Gäste zum 2:2 aus, ehe Viktor Markus in der 65. Minute das Spiel endgültig drehte und Grafenschachen mit 3:2 in Führung brachte. Mayer verhehlte nicht, wie sehr ihn diese Entwicklung störte: „Die zweite Halbzeit war ganz, ganz wenig von unserer Seite.“ Er nannte fehlende Kampfbereitschaft, zu wenig Siegeswillen, mangelnde Durchschlagskraft nach vorne und zu wenig Konsequenz in der Defensive als Ursachen dafür, dass Rotenturm den Faden komplett verlor.
Weil Rotenturm nach dem 2:3 lange nicht die passende Antwort fand, war aus Sicht des Heimteams plötzlich sogar die Niederlage das wahrscheinlichere Szenario. Mayer sprach das ohne Umschweife an: „Normalerweise muss man daheim eine zweimalige Führung über die Runden bringen.“ Stattdessen sei Grafenschachen dem Sieg in der zweiten Halbzeit „sehr, sehr nahe“ gewesen. Erst in der Nachspielzeit bekam Rotenturm noch die letzte Möglichkeit und Jan Pascal Takacs verwandelte in der 90.+3. Minute zum 3:3. Mayer nannte den späten Ausgleich glücklich, der seiner Mannschaft zumindest noch einen Punkt bescherte. Gerade deshalb klang sein Fazit trotz des Last-Minute-Remis alles andere als zufrieden. „Zu Hause drei Tore kassieren gegen einen ersatzgeschwächten Gegner aus Grafenschachen ist eigentlich nicht akzeptabel“, sagte er. Auch beim Blick nach vorne blieb er klar: „Wer daheim drei Gegentore bekommt, kann ein Spiel nicht gewinnen.“ So blieb für Rotenturm am Ende zwar noch ein geretteter Zähler, aber ebenso das deutliche Gefühl, dass nach starkem Beginn viel mehr möglich gewesen wäre.