In der II. Liga Süd hat SV Mühlgraben am Freitagabend gegen ASKÖ Schlaining eine 2:3-Heimniederlage hinnehmen müssen. Die Gäste führten zur Pause bereits 2:0, legten nach dem Seitenwechsel das dritte Tor nach und brachten den Vorsprung trotz Mühlgrabener Aufholjagd ins Ziel. Trainer Roman Schaffer führte den Auswärtssieg vor allem auf „Teamgeist, Kampf, Wille und Einsatz“ zurück.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Roman Schaffer hatte schon vor dem Anpfiff keinen leichten Abend erwartet. Der Trainer der Gäste wusste, was seine Mannschaft in Mühlgraben erwarten würde, und ordnete den Auswärtserfolg genau aus dieser Sicht ein. „Von Beginn an haben wir gewusst, in Mühlgraben wird es ganz schwer, auf dem kleinen Platz zu bestehen“, sagte Schaffer. Dazu kam aus seiner Sicht die Offensivqualität des Gegners, den er ausdrücklich ernst nahm. „Mühlgraben hat eine sehr starke Offensive mit sehr guten Einzelspielern“, betonte er. Gerade deshalb war für ihn klar, dass in dieser ausgeglichenen Liga vieles eng beieinanderliegt. „Die II. Liga Süd präsentiert sich sehr ausgeglichen. Das heißt, es wird ein Spiel auf Messers Schneide.“ Schlaining ging mit dieser Erwartung in die Partie und stellte sich darauf gut ein. Nach 26 Minuten brachte Tobias Glösl die Gäste in Führung, nur fünf Minuten später legte Sebastian Urbauer zum 0:2 nach. Damit hatte Schlaining das Spiel vor der Pause auf seine Seite gezogen.
Für Schaffer lag der Schlüssel zum Sieg aber nicht allein in den beiden Toren vor der Pause. Er hob vor allem jene Phase hervor, in der Mühlgraben Druck machte und seine Mannschaft standhalten musste. „Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir die Druckphase von Mühlgraben gut überstanden haben, wo unser Torhüter zweimal sehr gut pariert hat“, sagte der Trainer. Erst dieses Verteidigen habe die Grundlage dafür geschaffen, dass Schlaining selbst wieder gefährlich werden konnte. Schaffer sprach in diesem Zusammenhang auch von einer Qualität, die seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen nicht immer geholfen habe. „Im Gegenzug haben wir dann die Chancen eiskalt genutzt. Das war auch einmal das Glück der Tüchtigen, weil wir in den letzten Wochen oft mit Pech Punkte liegen gelassen haben.“ Genau so entwickelte sich die Partie weiter. In der 58. Minute erhöhte Vasile Cristian Rus auf 0:3 und sorgte damit für jenen Treffer, der den Gästen noch einmal Luft verschaffte.
Ganz erledigt war die Sache mit dem dritten Treffer allerdings nicht. Mühlgraben zeigte, warum Schaffer vor der Partie so viel Respekt vor der Offensive des Gegners gehabt hatte, und arbeitete sich wieder zurück. Zunächst verkürzte Muhammed Emin Korkusuz in der 62. Minute auf 1:3, danach machte Matic Donko mit dem 2:3 in der 71. Minute die Schlussphase noch einmal eng. Schlaining hatte den komfortablen Vorsprung damit fast wieder eingebüßt und musste den knappen Abstand über die restliche Spielzeit retten. Schaffer verschwieg nach dem Abpfiff auch nicht, dass genau dort weiter Arbeit wartet. „Verbesserungsmöglichkeiten haben wir natürlich mit zwei Gegentoren wieder“, sagte er. Gleichzeitig wollte er aber das Positive klar hervorheben. „Es ist schon schön, wenn man auswärts drei Tore macht.“ Noch wichtiger war für ihn, wie seine Mannschaft in dieser Phase zusammengehalten hat. „Der entscheidende Moment für den Sieg war unser Team, der Teamgeist, der Kampf, der Wille, der Einsatz“, sagte Schaffer und schickte gleich ein „großes Lob an das Team“ hinterher.
Dass dieser Auswärtssieg für Schlaining einen besonderen Wert hat, machte Schaffer auch mit seinem Blick auf den Gegner deutlich. Von einem glücklichen Erfolg gegen einen schwachen Gegner wollte er überhaupt nichts wissen. „Wir haben sie überhaupt nicht unterschätzt. Wir sind sehr respektvoll in das Match reingegangen“, sagte er über Mühlgraben. Gerade deshalb sei die Freude über die drei Punkte groß. „Wir sind sehr stolz auf den Sieg gegen einen starken Gegner.“ Auch mit der Leistung des Unparteiischen zeigte sich der Trainer einverstanden. „Meines Erachtens hat der Schiedsrichter Fingerspitzengefühl gezeigt, was für einen Schiedsrichter sehr gut ist. Der Rest war von unserer Warte aus in Ordnung.“ Lange feiern wird Schlaining den Erfolg aber nicht können, denn die nächste Aufgabe steht bereits fest. „Wir haben nächste Woche das Derby gegen Großpetersdorf und hoffen wieder auf zahlreiche Unterstützung von den Fans und dass wir in dieser engen Konstellation der Tabelle nachlegen können“, sagte Schaffer. Nach dem 3:2 in Mühlgraben fährt Schlaining jedenfalls mit Rückenwind in dieses Derby.