Der SC Bad Sauerbrunn blickt auf eine Herbstsaison zurück, die in vielerlei Hinsicht von fehlender Konstanz und strukturellen Schwierigkeiten geprägt war. Über weite Phasen des Bewerbs gelang es der Mannschaft nicht, einen stabilen sportlichen Rhythmus zu entwickeln. Hauptverantwortlich dafür waren hauptsächlich zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle, die den Trainerstab immer wieder zu personellen Umstellungen zwangen und ein kontinuierliches Einspielen der Mannschaft erheblich erschwerten. Gerade in entscheidenden Saisonphasen fehlten dadurch Automatismen, Abstimmung und die notwendige Sicherheit im Spiel.
Die gezeigten Leistungen schwankten entsprechend stark von Runde zu Runde. Auf engagierte und spielerisch überzeugende Auftritte, die das vorhandene Potenzial der Mannschaft erkennen ließen, folgten nicht selten enttäuschende Ergebnisse, in denen man hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb. Die Formkurve des Teams erinnerte dabei eher an einen Langlaufkurs als an einen kontinuierlichen Aufwärtstrend: kurze Anstiege sorgten immer wieder für Hoffnung und Zuversicht, wurden jedoch regelmäßig von Rückschlägen gebremst, die eine nachhaltige Stabilisierung verhinderten.
Diese anhaltende Inkonstanz spiegelte sich letztlich auch in der Tabellenposition wider. Trotz einzelner positiver Ansätze und Phasen, in denen ein besseres Abschneiden möglich schien, reichte es am Ende der Herbstsaison nur für den insgesamt nicht zufriedenstellenden 10. Tabellenrang. Ein Platz, der weder dem Anspruch des Vereins noch den eigenen Zielsetzungen gerecht wurde.
Vor diesem Hintergrund stellte sich zwangsläufig die Frage, wie die sportliche Führung des Vereins den bisherigen Saisonverlauf einschätzt und welche Schlüsse daraus gezogen werden. Ligaportal.at sprach daher mit dem sportlichen Leiter Heinz Kremser über seine Bewertung der Herbstsaison. Im Gespräch ging es unter anderem darum, ob die internen Erwartungen erfüllt werden konnten oder ob man hinter den eigenen Ansprüchen geblieben ist. Welche Lehren aus der ersten Saisonhälfte zu ziehen sind und ob es im Winter zu personellen Veränderungen im Kader kommen könnte. Weiterhin nahm Kremser Stellung zur aktuellen sportlichen Gesamtsituation des SC Bad Sauerbrunn und wagte einen Ausblick auf die kommenden Monate, in denen man hofft, mehr Stabilität, Kontinuität und letztlich auch bessere Ergebnisse auf den Platz bringen zu können.
Ligaportal: Der SC Bad Sauerbrunn beendete die Herbstsaison auf Rang 10. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?
Kremser: „Aufgrund der zahlreichen Ausfälle, insbesondere jenem von Michal Kozak, den wir nicht adäquat ersetzen konnten, sowie der Verletzungen von Kapitän Lukas Kronholz, haben wir uns insgesamt sehr schwergetan. In den letzten vier Meisterschaftsspielen standen uns teilweise nur zwölf fitte Spieler aus dem Kampfmannschaftskader zur Verfügung. Damit waren unsere Möglichkeiten klar limitiert, was letztlich auch die unbefriedigenden Ergebnisse erklärt.“
Ligaportal: Welche positiven Aspekte nehmen Sie trotz der Platzierung aus der Herbstsaison mit?
Kremser: „Positiv hervorzuheben ist, dass unser Trainer Andreas Feurer konsequent auf junge Spieler gesetzt hat. Akteure wie Raphael Pohl, Felix Beck, Maximilian Mayerhofer und Florian Schuster wurden – sofern verfügbar – forciert und schrittweise in die Kampfmannschaft integriert.“
Ligaportal: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison?
Kremser: „Das ist aufgrund der massiven Verletzungsmisere schwer objektiv zu bewerten. Grundsätzlich verfügt die Mannschaft über einen einwandfreien Charakter und spielt ansehnlichen Fußball. Durch die vielen Ausfälle ist es uns jedoch nicht gelungen, die nötige Stabilität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.“
Ligaportal: Wo sehen Sie aktuell die größten sportlichen Baustellen im Team?
Kremser: „Ein klares Thema ist unser Verhalten bei Standardsituationen gegen uns. Ein Beispiel dafür war das Spiel gegen Eberau, in dem wir nach drei Eckbällen drei Gegentore kassiert und letztlich mit 0:3 verloren haben.“
Ligaportal: Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit des Trainerteams?
Kremser: „sehr zufrieden. Andreas Feurer ist fachlich äußerst kompetent, menschlich top und charakterlich einwandfrei. Er wird hervorragend vom jungen Co-Trainer Lukas Kern unterstützt. Die beiden leisten insgesamt eine ausgezeichnete Arbeit.“
Ligaportal: In welchen Mannschaftsteilen besteht aus Ihrer Sicht der größte Handlungsbedarf?
Kremser: „Wahrscheinlich in der Offensive. Allerdings hat sich Michal Kozak inzwischen wieder fit gemeldet, und wir hoffen, dass er zu seiner alten Stärke zurückfindet und wieder regelmäßig Tore erzielt. Der junge Raphael Pohl hat seine Sache sehr ordentlich gemacht, ihm fehlt naturgemäß aber noch die Erfahrung, die Kozak mitbringt.“
Ligaportal: Sind nach der Verpflichtung von Amin Mahmoudi (Gloggnitz) und David Gräf (Horitschon) noch weitere Transfers geplant?
Kremser: „Es ist möglich, dass noch ein Spieler hinzukommt. Mit diesem befinden wir uns aktuell in Gesprächen. Verlassen wird uns hingegen Arda Aci.“
Ligaportal: Welches Saisonziel wurde intern ausgegeben?
Kremser: „Unser Ziel ist es nach wie vor, einen Schritt nach oben zu machen und die Saison auf einem Platz zwischen Rang fünf und sechs abzuschließen.“