Burgenlandliga

Nachlese Saison 2025/2026 -Teil 1

Die Saison 2025/26 war eine ereignisreiche, intensive und vor allem torreiche Spielzeit. Insgesamt wurden 721 Treffer erzielt, was einem Schnitt von 2,99 Toren pro Spiel entspricht. Damit bot die Liga ihren Fans Woche für Woche ein Offensivspektakel, das aber auch von harten Zweikämpfen und einer körperbetonten Spielweise geprägt war. 32 Gelb-Rote sowie 34 Rote Karten – der höchste Wert seit sechs Jahren – unterstreichen, dass in dieser Meisterschaft oftmals mit offenem Visier und großer Intensität um jeden Punkt gekämpft wurde.

An der Tabellenspitze zog der MSV 2020 einsam seine Kreise und beendete die Saison als verdienter und würdiger Meister. Mit einem Vorsprung von 14 Punkten auf den Zweitplatzierten SV Leithaprodersdorf dominierte die Mannschaft die Burgenlandliga über weite Strecken eindrucksvoll. Der Aufstieg in die Regionalliga Ost ist dabei ein bemerkenswerter Erfolg: Nur fünf Jahre nach der Vereinsgründung durch Manfred Strodl hat der Klub den Sprung in die dritthöchste Spielklasse Österreichs geschafft. Eine außergewöhnliche Leistung und zugleich ein starkes Zeichen für die sportliche Entwicklung des Vereins.

Auf Rang zwei landete der SV Leithaprodersdorf, der trotz des deutlichen Rückstands auf den überragenden Tabellenführer eine starke Saison spielte und sich den Vizemeistertitel sicherte. Den dritten Platz belegte der Aufsteiger aus Eberau – eine herausragende Leistung, die Trainer Christoph Herics mit seiner jungen Mannschaft vollbrachte. Der SV Eberau präsentierte sich über die gesamte Saison hinweg stabil, mutig und taktisch reif und wurde für seine Konstanz mit einem Platz am Stockerl belohnt.

Am unteren Ende der Tabelle entwickelte sich bis zum letzten Spieltag ein dramatischer Kampf um den Klassenerhalt. Lange Zeit kämpften drei punktgleichen Mannschaften um jenen Platz, der zum Verbleib in der Burgenlandliga berechtigte. Erst in der letzten Runde fiel die endgültige Entscheidung: Der ASK Klingenbach durfte sich über ein weiteres Jahr in der Landesliga freuen, während die Konkurrenz den bitteren Weg in die niedrigere Spielklasse antreten musste.

 

Mattersburger Sportverein 2020

Von Beginn an zeigte der MSV 2020, dass nach dem zweiten Rang in der Saison 2024/25 nun der Meistertitel und der Aufstieg in die Regionalliga Ost fest eingeplant waren. Der Titelaspirant legte einen nahezu perfekten Start hin: Dreizehn Spiele wurden gewonnen, zwei endeten mit einem Remis. Damit setzte die Mannschaft bereits im Herbst ein klares Ausrufezeichen und übernahm früh die Rolle des großen Gejagten.

Auch in der Rückrunde blieb der MSV 2020 das Maß aller Dinge. Lediglich eine Niederlage gegen Kohfidisch musste die Mannschaft hinnehmen – auch geschuldet der intensiven Vorbereitung auf das Pokalfinale gegen den SV Klöcher Bau Oberwart. Ansonsten präsentierte sich der Meister über weite Strecken souverän, stabil und äußerst abgeklärt.

Besonders bemerkenswert ist, dass im Kader von Trainer Josef Kühbauer kein einziger Legionär zu finden ist. Der Chef-Coach leistete exzellente Arbeit, setzte konsequent auf den eigenen Nachwuchs und integrierte immer wieder junge Spieler erfolgreich in die Kampfmannschaft. Dadurch formte er ein homogenes, bestens eingespieltes Team, das sowohl spielerisch als auch taktisch überzeugte.

Mit der besten Offensive und der stärksten Defensive der Liga beherrschte der MSV 2020 die Meisterschaft eindrucksvoll. Zudem stellte der Verein mit Niklas Lang den Torschützenkönig der Burgenlandliga. Der Angreifer erzielte 27 Treffer und war damit ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum verdienten Meistertitel und zum Aufstieg in die Regionalliga Ost.

SV Leithaprodersdorf

Auf dem zweiten Tabellenplatz beendete der SV Leithaprodersdorf die Saison und durfte sich damit über eine der besten Platzierungen der Vereinsgeschichte freuen. Nach einer eher durchwachsenen Vorrunde zündete die Mannschaft von Trainer Mario Santner im Frühjahr den Turbo und arbeitete sich mit starken Leistungen Schritt für Schritt nach vorn.

Zehn Siege, ein Remis und vier Niederlagen in der Rückrunde unterstrichen die enorme Steigerung der Leithaprodersdorfer. Mit Konstanz, Einsatzbereitschaft und spielerischer Qualität marschierte der SV auf den zweiten Tabellenrang und verteidigte diesen bis zum Saisonende erfolgreich.

In der Schlussphase der Meisterschaft ging den Schützlingen von Mario Santner allerdings etwas die Luft aus. Drei Niederlagen und nur zwei Siege aus den letzten Partien zeigten, dass die intensive Aufholjagd auch Kraft gekostet hatte. Dennoch überwiegt am Ende klar das Positive: Der SV Leithaprodersdorf spielte eine starke Saison, krönte sich zum Vizemeister und bestätigte damit eindrucksvoll seine Entwicklung in der Burgenlandliga.

SV hpt Eberau

Eine der größten Überraschungen der Saison war zweifellos der dritte Tabellenplatz des Aufsteigers SV hpt Eberau. Trainer Christoph Herics gelang es, seine Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln und ohne größere Leistungsschwankungen im Spitzenfeld der Burgenlandliga zu halten. Schon in den ersten Runden wurde deutlich, dass der Aufsteiger keineswegs nur gekommen war, um Erfahrung zu sammeln.

Mit mutigem, variantenreichem und erfrischendem Offensivfußball zeigte der SV Eberau von Beginn an, dass man sich vor keinem Gegner verstecken musste. Die Mannschaft trat selbstbewusst auf, suchte aktiv den Weg nach vorn und konnte sowohl spielerisch als auch kämpferisch mit den etablierten Teams der Liga mehr als nur mithalten.

Besonders beeindruckend war die Konstanz, mit der die Eberauer ihre Leistungen über die gesamte Saison hinweg abrufen konnten. Während andere Teams immer wieder mit Formschwankungen zu kämpfen hatten, präsentierte sich der Aufsteiger stabil, kompakt und taktisch gut eingestellt. Damit belohnte sich die junge Mannschaft mit einem hervorragenden dritten Tabellenplatz.

Für den SV Eberau ist diese Platzierung ein außergewöhnlicher Erfolg und zugleich ein starkes Signal für die Zukunft. Als Aufsteiger sofort im Spitzenfeld mitzuspielen, spricht für die Qualität des Kaders, die Arbeit des Trainerteams und den eingeschlagenen Weg des Vereins.

FC Deutschkreutz

Weit hinter den eigenen Erwartungen blieb der FC Deutschkreutz zu Beginn dieser Saison. Nach einer enttäuschenden Herbstmeisterschaft standen lediglich 15 Punkte aus 15 Spielen zu Buche, womit sich die Mannschaft auf Rang 13 und damit gefährlich nahe an der Abstiegszone wiederfand. Der Leistungsabfall war deutlich sichtbar und veranlasste die verantwortlichen Funktionäre schließlich zu einem Trainerwechsel: Michael Hartl übernahm von Roman Fennes den Platz an der Seitenlinie.

Der Start in die Rückrunde verlief zunächst ebenfalls noch nicht nach Wunsch. Mit einer Niederlage und einem Remis kam der FC Deutschkreutz nur schleppend aus der Winterpause. Danach aber zündete die Mannschaft den Turbo und legte eine beeindruckende Aufholjagd hin. Mit einer starken Serie von zehn Siegen, einem Remis und drei Niederlagen katapultierte sich der Verein von Rang 13 bis auf den hervorragenden vierten Tabellenplatz.

Besonders bemerkenswert ist dabei der Blick auf die Rückrundentabelle: Dort belegte der FC Deutschkreutz sogar den ersten Platz. Die Mannschaft präsentierte sich im Frühjahr mit Trainer Hartl wie ausgewechselt, agierte deutlich stabiler, effizienter und selbstbewusster. Aus einer schwierigen Ausgangslage wurde am Ende noch eine starke Saison, die vor allem durch die eindrucksvolle Leistungssteigerung im Frühjahr in Erinnerung bleiben wird.

USV Halbturn

Der USV Halbturn hat in dieser Saison mehr als seinen Soll erfüllt. Mit einem exzellenten fünften Tabellenplatz im oberen Mittelfeld und respektablen 45 Punkten auf dem Konto kann der Verein durchaus zufrieden in die Sommerpause gehen. Besonders bemerkenswert ist, dass Halbturn damit den höchsten Punktestand seit dem Wiederaufstieg erreichte – und das, obwohl man sich auf dem Transfermarkt im Sommer bewusst zurückgehalten hatte.

Die Mannschaft von Trainer Herglotz präsentierte sich über weite Strecken als unangenehmer, stabiler und kampfstarker Gegner. Zwar gab es im Verlauf der Meisterschaft auch Phasen, in denen nicht alles nach Wunsch lief, doch gerade die Reaktion auf Negativserien zeichnete das Team aus. Immer wieder gelang es den Halbturnern, sich aus schwierigen Situationen zu befreien und rechtzeitig wieder in die Spur zu finden.

Damit bestätigte der USV Halbturn seine Rolle als gefestigte Mittelfeldkraft der Burgenlandliga. Die Mannschaft bewies, dass sie mit den etablierten Teams mithalten kann und an guten Tagen auch Gegner aus dem Spitzenfeld vor großen Problemen stellt. Der fünfte Rang ist daher nicht nur ein starkes Endergebnis, sondern auch ein klares Zeichen dafür, dass der Verein sportlich auf einem sehr soliden Fundament steht. 

ASK Kohfidisch

Vor Saisonbeginn gab der sportliche Leiter Thomas Polzer als Ziel, einen einstelligen Tabellenplatz aus. Dieses Vorhaben konnte der ASK Kohfidisch nicht nur erreichen, sondern sogar deutlich übertreffen. Mit einem ausgezeichneten sechsten Rang beendete die Mannschaft die Saison im oberen Tabellenmittelfeld und bestätigte damit ihre positive Entwicklung.

Besonders auf eigener Anlage entpuppte sich der ASK Kohfidisch als echte Heimmacht. Neun Siege konnten vor heimischem Publikum eingefahren werden, dazu kamen drei Remis und drei Pleiten. Diese starke Heimbilanz war ein wesentlicher Grundstein für die erfolgreiche Saison und machte Kohfidisch für jeden Gegner zu einer äußerst unangenehmen Aufgabe.

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte die Mannschaft zudem mit dem Sieg gegen den späteren Meister MSV 2020. Kohfidisch fügte dem überragenden Tabellenführer dessen einzige Saisonniederlage zu und bewies damit eindrucksvoll, welches Potenzial in diesem Team steckt.

Mit dem sechsten Tabellenplatz wurde das ausgegebene Saisonziel klar übertroffen. Die starke Saisonleistung hat gezeigt, dass der ASK Kohfidisch über viel Qualität verfügt, wenn alle Spieler an einem Strang ziehen. Auf dieser Basis kann der Verein mit viel Selbstvertrauen in die kommende Spielzeit gehen.