Der ASK Klingenbach zählt derzeit zweifellos zu den Sorgenkindern der Burgenland-Energie-Landesliga. Bereits zum zweiten Mal in Folge entging die Mannschaft dem Abstieg. Besonders dramatisch war die abgelaufene Saison, in der letztlich ein einziges Tor im direkten Duell mit dem ASK Horitschon den Ausschlag zugunsten der Grenzstädter gab. Damit blieb der Verein zwar in der Liga, doch die Warnsignale sind unübersehbar.
Für die neue Saison gilt es daher, alle Kräfte zu bündeln und von Beginn an einen anderen Weg einzuschlagen. Ein guter Start wäre enorm wichtig, um nicht erneut früh in den Tabellenkeller zu rutschen und wieder eine Saison lang gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Die Verantwortlichen stehen vor der Aufgabe, die Mannschaft neu zu stabilisieren und ihr wieder mehr Sicherheit sowie Selbstvertrauen zu geben.
Auch personell hat sich einiges getan. Fünf Zugänge stehen gleich neun Abgängen gegenüber, darunter befinden sich auch einige Spieler, die in der Kampfmannschaft eine wichtige Rolle eingenommen haben. Diese Abgänge müssen erst einmal kompensiert werden, sowohl sportlich als auch innerhalb des Mannschaftsgefüges. Entscheidend wird sein, wie rasch sich die Neuzugänge integrieren und ob es gelingt, eine kompakte, konkurrenzfähige Einheit zu formen.
Ein großes Manko der vergangenen Saison war vorwiegend die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. Mit lediglich 1,3 Treffern pro Spiel blieb der Angriff klar hinter den Erwartungen zurück. Den Grenzstädtern fehlte ganz offensichtlich ein treffsicherer Stürmer, der regelmäßig für Tore sorgen und enge Partien entscheiden konnte. Genau in diesem Bereich muss sich die Mannschaft steigern, wenn sie in der kommenden Spielzeit nicht wieder bis zum Schluss zittern möchte.
Ligaportal.at sprach mit Trainer Thomas Klemenschitz über den dramatischen Klassenerhalt, die personellen Veränderungen im Sommer, die Vorbereitung und die Ziele für die kommende Saison.
Ligaportal: In der abgelaufenen Saison haben Sie den Abstieg nur aufgrund eines mehr erzielten Tores vermieden. Wie konnten Sie diese nervliche Belastung bewältigen?
Klemenschitz: „Es war schwierig, mit dieser Situation umzugehen, besonders weil die Entscheidung erst am letzten Spieltag gefallen ist. Der Vorstand und die Mannschaft sind dennoch ruhig geblieben. Eine Woche zuvor war noch nicht klar, wie das genaue Szenario aussehen würde, weil die Ausgangslage ziemlich kompliziert war.“
Ligaportal: Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit die Mannschaft nicht noch einmal in eine derart schwierige Situation gerät?
Klemenschitz: „Wir haben mit den neuen Transfers hoffentlich die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen. Nun werden wir intensiv daran arbeiten, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert.“
Ligaportal: Werden Sie in der kommenden Saison das Spielsystem verändern?
Klemenschitz: „Grundsätzlich werden wir unser Spielsystem nicht wesentlich verändern. Ich gehe davon aus, dass wir sowohl mit einer Dreier- als auch mit einer Viererkette spielen können. Das wird natürlich auch vom jeweiligen Gegner abhängen.“
Ligaportal: Im Sommer stehen derzeit fünf Neuzugängen neun Abgänge gegenüber. Neu zur Mannschaft gekommen sind Raphael Federer vom SC Neusiedl am See, Tom Fasching aus Steinbrunn, Michal Kozak vom SC Bad Sauerbrunn, Peter Chribik aus Wimpassing sowie Branislav Sluka aus der Slowakei. Worauf wurde bei den Neuverpflichtungen besonders geachtet?
Klemenschitz: „Die neu verpflichteten Spieler sollten hauptsächlich Erfahrung und Qualität mitbringen. Einige Spieler wie Michal Kozak, Raphael Federer und Peter Chribik kennen wir bereits und wissen, welche Qualitäten sie bei ihren bisherigen Vereinen gezeigt haben. Branislav Sluka hat im Training einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, und Tom Fasching kennt einige seiner neuen Mannschaftskameraden bereits sehr gut.“
Ligaportal: Neun Spieler haben den Verein verlassen: Robin Tunjic, Ivan Bosnjak, Marco Dominkus, Franz Jagschitz, Maximilian Ivancsits, Marco Vargek, Juan Monclus, Sasha Diakiese und Niklas Lassakovits.
Klemenschitz: „Bei manchen Spielern waren wir der Meinung, dass die Leistung nicht gestimmt hat und wir auf unser Budget achten mussten. Außerdem war unser Kader in der letzten Saison zu groß, da gab es einige unzufriedene Spieler, die weniger eingesetzt wurden. Wir werden in der kommenden Saison darauf achten, dass unsere jungen Spieler mehr Einsatz-Minuten bekommen.“
Ligaportal: Wie ist die bisherige Sommervorbereitung verlaufen?
Klemenschitz: „Wir haben am 29. Juni mit dem Training begonnen. Das erste Vorbereitungsspiel gegen HRVATI konnten wir mit 5:0 gewinnen. Mit der mannschaftlichen Leistung waren wir dabei durchaus zufrieden. Anschließend erhielten die Spieler aufgrund der Schulferien sieben Tage Pause. Seit dieser Woche wird wieder mit voller Intensität trainiert.“
Ligaportal: Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Saison gesetzt?
Klemenschitz: „Wir wollen in gewissen Situationen reifer agieren. Die Spieler sollen sich sportlich weiterentwickeln und auch von ihrer Einstellung her den gestiegenen Ansprüchen gerecht werden.“