Der SC Oberpullendorf empfing am Freitagabend den MSV 2020 zum Kracher in der 17. Runde der Burgenland-Energie-Landesliga. Für die Gastgeber war die Zielsetzung klar: Nach der überraschenden Niederlage gegen Schlusslicht Jennersdorf sollte Wiedergutmachung gelingen. Doch der Gegner hatte andere Pläne. Tabellenführer MSV 2020 wollte trotz eines durchwachsenen Auftaktspiels gegen Klingenbach seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit wahren und mit einem weiteren Erfolg den nächsten Schritt Richtung Aufstieg in die Regionalliga Ost machen. Am Ende trennten sich beide Mannschaften jedoch mit einem gerechten 1:1-Remis.
Vor einer gewaltigen Zuschauerkulisse konnten beide Mannschaften in den Anfangsminuten keine zwingenden Torchancen herausspielen. Das Spielgeschehen fand überwiegend zwischen den beiden Strafräumen statt. Ab der 25. Minute wurden die Hausherren gefährlicher. Raphael Fischer tankte sich auf der linken Seite durch, doch ein Verteidiger der Gäste war im letzten Moment schneller am Ball. Wenige Minuten später folgte ein schneller Angriff über die rechte Seite durch Fabian Blazovich, allerdings kam der entscheidende letzte Pass nicht an. Die erste richtig gute Torchance hatten schließlich die Heimischen: Balasz Olah versuchte es aus rund zwölf Metern mit einem Heber über den Torhüter. Der Ball flog zwar über den Tormann, aber auch über das Tor.
In der 44. Minute fiel dann das Tor, das sich bereits angedeutet hatte. Kyrylo Yanitskyi erkämpfte sich den Ball und bezwang Torhüter Michael Stöger mit einem raffinierten Heber zur 1:0-Führung für die Gastgeber. Von den Gästen war bis zu diesem Zeitpunkt offensiv wenig zu sehen – zwar wurden einige Angriffe vorgetragen, doch meist fehlte der entscheidende letzte Pass.
Nach der Pause übernahmen die Gäste zunehmend das Kommando und tauchten häufiger gefährlich vor dem Tor der Heimischen auf. In der 72. Minute wurden ihre Bemühungen schließlich belohnt: Nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite spielte Matthias Müller einen Stanglpass auf den zuvor eingewechselten Bastian Trenkmann, der den Ball unter die Querlatte zum 1:1-Ausgleich ins Tor jagte. Im weiteren Verlauf der Begegnung gab es keine nennenswerten Aktionen mehr, sodass es am Ende bei einem gerechten Remis blieb, mit dem beide Teams gut leben können.
In der Nachspielzeit kam es noch zu einer kuriosen Szene: Alex Damasdi erhielt nach einem brutalen Foul zunächst von Schiedsrichter Tobias Unger die Gelbe Karte. Während der Gefoulte behandelt wurde, machte der Linienrichter den Schiedsrichter auf die Schwere des Fouls aufmerksam – quasi als „VAR“. Daraufhin korrigierte der Referee seine Entscheidung und zeigte Damasdi die Rote Karte.
„In der ersten Halbzeit waren wir gefährlicher, Mattersburg hat mit der ersten Torchance den Ausgleich gemacht. Ab der 60. Minute haben die Gäste gedrückt und wir haben nur noch verteidigt. Wir haben heute gezeigt, dass das Spiel in Jennersdorf nicht unser wahres Gesicht war. Ich hätte vor dem Spiel das 1:1 unterschrieben, nach dem Spiel ist es ein wenig bitter, weil wir in der ersten Halbzeit die besseren Torchancen hatten, aber insgesamt ist das Remis o.k.“
„Es war heute ein kampfbetontes Spiel, am Ende des Tages ein gerechtes Remis. Wir haben mehr Ballbesitz gehabt, Oberpullendorf hat auf Konter gespielt. Vor dem Pausenpfiff haben wir ein dummes Tor eingefangen, in der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dominiert, aber zwingende Torchancen waren Mangelware.“