Am Freitagabend stand in der Burgenland-Energie-Landesliga das Duell zwischen dem SV Leithaprodersdorf und dem ASV Siegendorf auf dem Programm. Die Ausgangslage versprach bereits im Vorfeld viel Spannung, denn beide Mannschaften gingen mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen in diese Begegnung. Während die Hausherren seit Wochen in starker Form agieren und sich in einen richtigen Flow gespielt haben, standen die Gäste aus Siegendorf weiterhin mitten im Kampf um den Klassenerhalt.
Der SV Leithaprodersdorf wollte vor eigenem Publikum seine beeindruckende Heimbilanz weiter ausbauen und alles daransetzen, den achten vollen Erfolg auf eigener Anlage einzufahren. Mit viel Selbstvertrauen, spielerischer Stabilität und breiter Brust ging die Santner-Elf in dieses Heimspiel. Für den ASV Siegendorf hingegen hatte die Partie beinahe schon schicksalsträchtigen Charakter. Nur mit einem Punktegewinn konnten die Gäste ihren Platz im über dem Strich verteidigen. Dementsprechend war von Beginn an mit einem intensiven, kampfbetonten und richtungsweisenden Duell zu rechnen. Die Zuschauer sahen ein spannendes, kampfbetontes Match zu sehen, welches mit einem glücklichen 3:1-Sieg der Hausherren endete.
Kaum hatte Schiedsrichter Gökhan Orhan die Begegnung angepfiffen, zeigte er bereits auf den Elfmeterpunkt. Nach einem Handspiel im Strafraum bekamen die Hausherren die große Chance, zur frühen Führung zugesprochen. Levi Markhardt übernahm die Verantwortung und verwandelte den Penalty in der 3. Minute souverän zur 1:0-Führung für den SV Leithaprodersdorf.
Der frühe Treffer gab den Hausherren zunächst Sicherheit, doch die Gäste aus Siegendorf ließen sich vom schnellen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Der ASV fand immer besser in die Partie, agierte mutig nach vorn und kam zu mehreren vielversprechenden Möglichkeiten. Dominik Wydra, Jakov Josic und Shoma Shimooka hatten den Ausgleich auf dem Fuß, brachten das Leder aber nicht im Tor der Heimischen unter.
So entwickelte sich eine offene und kampfbetonte Begegnung, in der die Gäste zwar die Mehrzahl an Torchancen vorfanden, jedoch im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen ließen. Leithaprodersdorf verteidigte mit viel Einsatz und rettete die knappe 1:0-Führung in die Halbzeitpause.
Kurz nach dem Wiederbeginn belohnte sich Siegendorf schließlich für den betriebenen Aufwand. In der 51. Minute war Jakov Josic zur Stelle und versenkte das Leder zum verdienten 1:1-Ausgleich im Tor der Hausherren. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie zugunsten der Gäste zu kippen, doch die Antwort des SV Leithaprodersdorf ließ nicht lange auf sich warten.
Nur zwei Minuten später schlugen die Hausherren eiskalt zurück. Nach einer sehenswerten Flanke von Tobias Beran auf den zweiten Pfosten lauerte Nico Schühler goldrichtig und nahm den Ball volley. Sein Abschluss landete im Kasten der Gäste – Leithaprodersdorf lag in der 53. Minute wieder mit 2:1 in Führung.
Im Anschluss daran hatte Levi Markhardt die große Möglichkeit, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben, ließ diese hochkarätige Chance jedoch ungenutzt. Danach übernahmen wieder die Gäste zunehmend das Kommando. Siegendorf drückte auf den neuerlichen Ausgleich, erspielte sich einige gute Tormöglichkeiten, betrieb aber regelrechte Chancenwucher. Immer wieder fehlten im entscheidenden Moment Präzision, Ruhe oder das nötige Quäntchen Glück.
Während die Gäste ihre Chancen nicht verwerten konnten, zeigte sich Leithaprodersdorf in der Schlussphase deutlich effizienter. In der 78. Minute fiel die Entscheidung: Fabian Dinhof schickte mit einem idealen Steilpass den erst 16-jährigen Luca Pöschl auf die Reise. Der Youngster blieb vor dem Tor eiskalt, hob den Ball sehenswert über den herauskommenden Gästetorhüter und stellte mit der Abgeklärtheit eines Routiniers auf 3:1.
Dieser Treffer war der endgültige Wirkungstreffer für Siegendorf. Die Gäste hatten über weite Strecken viel investiert, kamen zu zahlreichen Möglichkeiten, konnten daraus aber zu wenig Kapital schlagen. Leithaprodersdorf hingegen bewies Moral, Willen und Effizienz und brachte den Vorsprung in der Schlussphase über die Zeit.
Am Ende feierten die Hausherren einen hart erkämpften 3:1-Heimsieg. Für Siegendorf war es eine bittere Niederlage, denn gemessen an den heraus gespielten Torchancen wäre es deutlich mehr möglich gewesen. Doch im Abstiegskampf zählt am Ende nur das Ergebnis – und das sprach an diesem Tag für den SV Leithaprodersdorf.
„Es war heute ein ausgeglichenes, kampfbetontes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Wir haben zurzeit das Glück auf unserer Seite, denn Siegendorf hat einige gute Torchancen vergeben. Schlussendlich war es ein Sieg des Willens und der Moral. So kann man die restliche Saison weiterspielen.“
Die Besten: Luca Pöschl und Fabian Haberl
„Es war für uns ein bitterer Spielverlauf. Gleich zu Beginn bekamen wir einen Handelfmeter verhängt, in der Folge waren wir die klar bessere Mannschaft und haben den Ausgleich erzielt. Aufgrund unserer hochkarätigen Torchancen, die wir hatten, dürfen wir dieses Spiel nicht verlieren. Aber so ist es halt im Abstiegskampf, dass man solche Spiele nicht gewinnt."