In der 1. Klasse Mitte hat sich WSG Wietersdorf am Samstag mit 2:1 gegen ASKÖ Techelsberg durchgesetzt. Nach einer aus Sicht von Trainer Roman Kerschhakl „herausragenden“ ersten Hälfte führte die WSG zur Pause verdient mit 2:0, machte es nach dem frühen Anschlusstreffer aber noch unnötig spannend. Der Coach sah in der starken ersten Halbzeit die Basis für den Sieg, monierte aber klar die mangelhafte Chancenverwertung und meinte, dass seine Mannschaft die Partie viel früher hätte entscheiden müssen. Gerade deshalb blieb es bis zum Schlusspfiff offen.

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Für Kerschhakl war nach dem Schlusspfiff schnell klar, wo dieses Spiel seinen Ausgang genommen hat. „Wir sind sehr gut in die Partie gestartet und haben vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, umsetzen können“, sagte der Trainer. Vor allem die ersten 45 Minuten gefielen ihm. Er sprach sogar von der besten Halbzeit seiner Mannschaft in dieser Saison. Wietersdorf war spielerisch klar überlegen, kontrollierte das Geschehen und ließ laut Kerschhakl keinen Schuss aufs Tor und keine echte Torchance der Gäste zu. Folgerichtig fiel auch die Führung in der 10. Minute, als Urban Krc nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum zur Stelle war. Der Wietersdorfer Trainer bezeichnete das 1:0 als ein Tor, bei dem man „den richtigen Willen“ gesehen habe. Kurz vor der Pause legte Lan Gojak nach, der eine Hereingabe in der 41. Minute mit dem Hinterkopf ins lange Eck verlängerte und das verdiente 2:0 herstellte.
Auch nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nicht danach aus, dass die Partie noch einmal eng werden könnte. Kerschhakl erklärte, seine Mannschaft habe noch rund zehn Minuten lang weiter Druck gemacht und sei aktiv geblieben. Dann aber änderte sich das Bild. Mit dem Anschlusstreffer von Almir Licina in der 52. Minute bekam Techelsberg wieder Luft, und Wietersdorf verlor ein Stück weit die Kontrolle. „Dann haben wir sie stark gemacht“, sagte Kerschhakl offen. Er sprach von leichten Ballverlusten, Unachtsamkeiten und auch davon, dass seine Mannschaft körperlich etwas zurückgefallen sei. Dazu kamen Standardsituationen, die die Gäste nun bekamen und über die sie besser in die Partie fanden. Weil Wietersdorf in dieser Phase zugleich mehrere Möglichkeiten auf den dritten Treffer liegenließ, wurde aus einer Partie, die lange sehr klar wirkte, bis zum Ende noch eine enge Angelegenheit.
In seiner Analyse hob der Wietersdorfer Trainer keinen einzelnen Knackpunkt hervor. Für ihn lag der Unterschied nicht in einer Szene, sondern in der gesamten ersten Hälfte. „Es hat keinen entscheidenden Moment gegeben, sondern diese richtig gute erste Halbzeit war die Basis für den Sieg“, sagte Kerschhakl. Besonders zufrieden war er mit dem Positionsspiel seiner Elf. Wietersdorf habe schnell gespielt, mit wenigen Kontakten kombiniert und sei mit Ball „sehr griffig“ gewesen. Dazu kam laut Kerschhakl, dass seine Mannschaft bis in die Box hinein sauber und zielstrebig spielte. Genau dort ortete er aber auch das große Manko des Nachmittags. „Was unterm Strich gefehlt hat, war die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor“, stellte der Trainer klar. Die WSG habe viele gute Möglichkeiten gehabt, aber zu wenig daraus gemacht. Deshalb blieb der Gegner im Spiel, obwohl Wietersdorf über weite Strecken die klar bessere Mannschaft war.
Am Ende überwog bei Kerschhakl trotz der spannenden Schlussphase die Erleichterung über den Sieg. „Die drei Punkte zählen heute auf jeden Fall. Das ist das Wichtigste“, sagte er mit Blick auf die Phase, in der sich seine Mannschaft derzeit befindet. Wietersdorf hält nach neun Runden nun bei acht Punkten und ließ Techelsberg damit in der Tabelle hinter sich. Diskussionen über strittige Szenen gab es aus Sicht des Trainers nicht. Auch den allein leitenden Schiedsrichter bewertete er positiv und meinte, dieser habe seine Aufgabe „ganz gut erledigt“. So bleibt unter dem Strich ein verdienter Heimerfolg, der vor allem auf einer sehr starken ersten Halbzeit aufbaute. Gleichzeitig nahm Kerschhakl aus diesem 2:1 klar mit, dass seine Mannschaft solche Spiele mit besserer Chancenverwertung früher und ruhiger über die Bühne bringen muss.