In der 1. Klasse Mitte musste sich SV Glanegg am Samstag daheim SV Steuerberg mit 0:3 geschlagen geben. Für Trainer Kevin Schlosser hing die Niederlage eng mit der Personalsituation zusammen. Zahlreiche Ausfälle, viele Spieler aus der zweiten Mannschaft und sogar ein Ersatztormann im Aufgebot als Feldspieler bestimmten aus seiner Sicht den Nachmittag und erklärten für ihn auch den klaren Spielverlauf.

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Sportlich war die Partie für Glanegg schon in der Anfangsphase in eine schwierige Richtung gelaufen. Steuerberg ging in der 8. Minute durch Daniel Erich Hohenwarter mit 1:0 in Führung und legte nur zehn Minuten später durch Manuel Egger das 2:0 nach. Damit war die Ausgangslage für die Gastgeber früh klar, weil sie mit einem personell stark geschwächten Kader sofort einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen mussten. Schlosser sprach genau diese Phase nach dem Spiel an und sagte: „Ausschlaggebend war natürlich in der ersten Halbzeit, dass beide Tore gefallen sind.“ Zum ersten Treffer meinte er, dass der Ball schlecht geklärt wurde & dann seine Mannschaft auf den Abschluss aus ungefähr 20 Metern nicht genug Druck ausgeübt hat. Beim zweiten Gegentor verwies er auf die linke Seite seiner Elf: „Das hat der Flügelspieler von Steuerberg gut gemacht.“ Mit dem 0:2 zur Pause hatte der Favorit die Partie im Griff, und als Pascal Christopher Gruntnig in der 80. Minute auf 3:0 stellte, war das Ergebnis auch endgültig besiegelt.
Der Glanegger Trainer rückte nach dem Schlusspfiff nicht einzelne Spieler, sondern die Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt. Er sagte sehr offen: „Der entscheidende Moment war unser Kader.“ Der Großteil ist krank mit Fieber, der Rest ist verletzt. Wir haben die halbe Reservemannschaft hochziehen müssen, damit wir das Spiel bestreiten konnten“, erklärte Schlosser. Deshalb ordnete er die Niederlage auch ungewöhnlich nüchtern ein: „Wenn ich das Spiel mit dem Kader betrachte, den wir heute hatten, dann sind wir mit 0:3 gut davongekommen.“ Gleichzeitig stellte er seinen Spielern ein ordentliches Zeugnis beim Einsatz aus. „Die Jungs haben gekämpft“, sagte er, und ergänzte ebenso klar, dass viele dieser Spieler noch Zeit und Praxis brauchen. „Ich kann 90% der Spieler nicht vorwerfen, dass sie heute nicht gekämpft haben aber die Qualität, die wir heute zu Verfügung hatten, reichte nicht für mehr.“ Den Unterschied sah er daher nicht in der Bereitschaft seiner Mannschaft, sondern in der größeren Qualität des Gegners, dessen Offensive er als „sehr gut“ und „sehr variabel“ beschrieb.
Ganz ohne Thema blieb aus Glanegger Sicht auch der zweite Durchgang nicht. Schlosser berichtete von einem eigenen Treffer, der nach der Pause aberkannt wurde. Gerade weil es aus seiner Sicht der mögliche Anschlusstreffer gewesen wäre, sah er darin zumindest eine Szene, über die man reden kann. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein Tor erzielt, das aberkannt wurde. Ich weiß bis jetzt noch nicht, aus welchem Grund“, sagte der Trainer. Zugleich betonte er aber ausdrücklich, dass die Leistung des Schiedsrichters „an und für sich nicht ausschlaggebend für das Spiel“ gewesen sei. Viel wichtiger war ihm schon der Blick nach vorne. Glanegg steht vor zwei Partien gegen direkte Tabellennachbarn, und Schlosser machte daraus sofort eine klare Ansage: „Die nächsten zwei Spiele sind für uns richtungweisend. Da heißt es nur voller Kampf. Es geht jetzt nicht mehr darum, schön zu spielen. Es geht darum, zu punkten, egal wie.“ Dazu erwartet er von seiner Mannschaft „hundert Prozent Einsatz“ und hofft gleichzeitig, dass ein großer Teil der ausgefallenen Spieler rasch zurückkehrt.