In der 1. Klasse Mitte hat SC Sörg gegen SV Glanegg ein wildes 6:4 geholt, obwohl nach einem 3:0 schon alles entschieden schien und die Gastgeber später sogar 3:4 hinten lagen. Obmann Georg Maltschnig sprach nach dem Schlusspfiff von einem "Sieg mit Bauchweh", der im Tabellenkeller trotzdem drei enorm wichtige Punkte brachte und Sörg in Runde 12 etwas Luft verschaffte.

Image by Jörg Struwe from Pixabay
Was Maltschnig nach dem Spiel als "Bauchwehsieg" bezeichnete, sah zu Beginn überhaupt nicht danach aus. Sörg erwischte einen Start nach Maß und machte früh klar, dass man die Punkte daheim behalten wollte. Raphael Prenter traf in der 3. Minute zum 1:0, Florian Stark legte in der 8. Minute das 2:0 nach, und als Prenter in der 19. Minute auch das 3:0 erzielte, schien die Partie schon in eine klare Richtung zu laufen. "Wir sind gut in diese Partie gestartet und haben mit einigen schönen Spielzügen bis zur 19. Minute auf 3:0 gestellt", sagte Maltschnig. Im Sörger Lager rechnete da kaum noch jemand mit Problemen. "Da war eigentlich für alle klar, das wird ein schöner Heimsieg", schilderte der Obmann die Stimmung in dieser Phase. Genau daraus erklärt sich aber auch, warum der weitere Verlauf bei den Gastgebern später für so viel Unruhe sorgte.
Der Bruch kam aus Sicht des Obmanns nicht, weil Glanegg plötzlich alles an sich riss, sondern weil Sörg selbst aufhörte, das Spiel konsequent weiterzuziehen. Domen Ujcic verkürzte in der 27. Minute auf 3:1, Johannes Edlinger stellte in der 37. Minute auf 3:2, und damit war aus einer scheinbar klaren Sache zur Pause wieder ein enges Spiel geworden. "Wir haben nach dem 3:0 einfach aufgehört, Fußball zu spielen", sagte Maltschnig sehr offen. Vor allem mit der Defensivarbeit war er nicht zufrieden. "Hinten waren wir nicht gut organisiert", meinte er, und genau das spiegelte sich nach Wiederbeginn noch deutlicher wider. Ujcic machte in der 50. Minute das 3:3, drei Minuten später drehte Dominik Nikolaus Scherwitzl die Partie sogar auf 4:3 für die Gäste. Maltschnig beschrieb das Gefühl in diesem Moment so: "Da haben wir schon gedacht: Das schaut nicht gut aus für uns." Auch seine Einordnung des Gegners fiel dabei klar aus: Glanegg sei "unsere Preisklasse" gewesen, habe aber die Chancen genutzt, die Sörg selbst angeboten habe.
Dass die Partie am Ende trotzdem noch auf die Seite der Gastgeber kippte, wertete Maltschnig in erster Linie als Reaktion der eigenen Mannschaft. Raphael Prenter hielt Sörg mit seinem dritten Treffer zum 4:4 in der 60. Minute im Spiel, ehe die Schlussphase endgültig noch einmal alles drehte. In der 80. Minute musste Glanegg nach Rot für Shpejtim Sahitaj in Unterzahl weitermachen, und fast zeitgleich stellte Kilian Köfler auf 5:4. "Das Tor durch den Kilian hat uns wirklich wieder auf die Siegerstraße gebracht", sagte Maltschnig. Den Schlusspunkt setzte Lukas Unterweger in der 86. Minute mit einem Weitschuss zum 6:4. "In der letzten Viertelstunde haben wir uns wieder auf mehr Fußball und mehr Kampfgeist besonnen", so der Obmann. Trotzdem wollte er den Sieg nicht schönreden. "Wir haben zwanzig Minuten gut Fußball gespielt, und im Finish haben wir mit Kampfgeist gezeigt. Dazwischen war das nur mittelmäßig." Auch sonst blieb er bei der Analyse deutlich: "Wir müssen im Mittelfeld stärker werden und in der Abwehr konsequenter verteidigen." Immerhin konnte Sörg dieses verrückte Spiel doch noch erfolgreich abschließen. "Für uns war es ein Sieg mit Bauchweh", sagte Maltschnig, verwies aber zugleich auf das große Ziel für die nächsten Wochen und darüber hinaus: "Wir möchten so viele Punkte wie möglich machen und den Verbleib in der ersten Klasse sichern." Auch mit der Spielleitung war er zufrieden: "Es gab keine strittigen Szenen. Der Schiedsrichter hat das Spiel immer im Griff gehabt."