Spielberichte

„Wir müssen uns auch an der Nase fassen“ – Wernberg lässt in Liebenfels zu viel liegen

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GSC Liebenfels
SV Wernberg

In der 1. Klasse Mitte hat sich GSC Liebenfels mit SV Wernberg 2:2 getrennt. Für Wernberg-Trainer Michael Lattacher war es ein Nachmittag, an dem seine Mannschaft nach starker Anfangsphase zu wenig daraus machte. Der Coach sprach von gutem Kombinationsspiel und vielen vergebenen Möglichkeiten, übte nach dem Schlusspfiff aber auch deutliche Kritik an mehreren Entscheidungen des Schiedsrichters.

Fußball auf Stadionrasen

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Wernberg startet stark, Liebenfels kommt zurück

Nach dem Eindruck von Michael Lattacher trafen in Liebenfels zwei ersatzgeschwächte Mannschaften aufeinander, zunächst aber war Wernberg klar besser im Spiel. Die Gäste gingen früh in Führung, als Philipp Ronacher schon in der 6. Minute nach tollen Zuspiel von Mario Lenuweit das 0:1 erzielte. Genau diese Phase hob der Trainer später besonders hervor. Aus seiner Sicht hätte seine Mannschaft in den ersten zwanzig Minuten deutlich mehr aus ihrer Überlegenheit machen müssen. Statt eines knappen Vorsprungs wäre laut Lattacher schon früh ein klarerer Spielstand möglich gewesen. Mit Fortdauer der ersten Hälfte kam Liebenfels aber besser hinein und glich in der 34. Minute durch Rexhap Mustafa mit einem Schuss aus schier unmöglichen Winkel zum 1:1 aus. Direkt nach dem Seitenwechsel legte Wernberg noch einmal vor, wieder war es Ronacher, der in der 48. Minute zum 1:2 traf. Lange hielt diese Führung allerdings nicht, denn Toni Markovic sorgte in der 55. Minute für das 2:2. Danach wurde die Partie zusätzlich von Ausschlüssen begleitet: In Minute 57 gab es auf Liebenfelser Seite einen Ausschluss, Torraub, ab der 62. Minute musste Wernberg nach der Roten Karte gegen Samuel Hofer in Unterzahl weiterspielen. Weitere Tore fielen nicht mehr.

Lattacher nennt viele strittige Szenen, bleibt aber nicht nur beim Schiedsrichter

Der Wernberg-Coach fand nach dem Spiel sehr klare Worte, wollte seine Analyse aber nicht auf einen einzigen Punkt verkürzen. "Wir waren in den ersten zwanzig Minuten klar spielbestimmend und hätten dort zwei, drei Tore schießen müssen", sagte Lattacher. Gleichzeitig erklärte er, dass Liebenfels bis zur Pause besser in die Partie gekommen sei. Besonders unzufrieden war er mit mehreren Entscheidungen des Unparteiischen. Lattacher sprach von einem aberkannten 2:0, bei dem aus seiner Sicht kein Abseits vorlag, verwies auf weitere Abseitspfiffe in der Anfangsphase und nannte auch ein aus seiner Sicht nicht gegebenes Handspiel im Strafraum. Dazu kam für ihn eine Szene vor dem 2:2, die er ebenfalls kritisch sah. "Spielentscheidend war vielleicht auch das 2:2 von vom Sechzehnereck", meinte der Trainer und fügte an, dass dem Freistoß seiner Meinung nach kein Foul vorausgegangen sei. Auch die Situation nach dem frühen Pfiff bei der Torraubszene führte er an: Im Nachschuss wäre laut seiner Darstellung sogar ein weiteres Wernberger Tor möglich gewesen. Trotz dieser Kritik blieb Lattacher in einem Punkt bewusst fair. "Es wäre zu billig, das nur auf den Schiedsrichter auszureden", sagte er nach dem Remis.

Schlechte Chancenauswertung – und ein Punkt, der Wernberg nicht ganz reicht

Lattacher nahm seine Mannschaft ausdrücklich mit in die Verantwortung und machte kein Geheimnis daraus, was aus seiner Sicht gefehlt hat. "Auch wir müssen uns an der Nase fassen", sagte er. "Das Kombinationsspiel war schon sehr in Ordnung. Was nicht funktioniert hat, war die Chancenauswertung." Der Trainer sprach sogar davon, dass unabhängig von allen Diskussionen um den Schiedsrichter noch "vier, fünf sehr gute Torchancen" da gewesen seien, die seine Mannschaft nicht genutzt habe. Deshalb blieb am Ende ein zwiespältiger Eindruck: Wernberg hatte laut eigenem Trainer über weite Strecken genug Möglichkeiten, um mehr mitzunehmen, ließ diese Chancen aber liegen. In der Tabelle steht der SV nach zwölf Spielen mit 26 Punkten weiter auf Rang zwei, Liebenfels hält bei 19 Zählern auf Platz fünf. Für Wernberg war das in Summe dennoch ein Nachmittag, der aus Sicht des Trainers eher zwei verlorene Punkte als einen gewonnenen brachte. Oder, wie es Lattacher selbst formulierte: "Es war wirklich ein gebrauchter Nachmittag."

1. Klasse Mitte: Liebenfels : Wernberg - 2:2 (1:1)

  • 55
    Toni Markovic 2:2
  • 48
    Philipp Ronacher 1:2
  • 34
    Rexhap Mustafa 1:1
  • 6
    Philipp Ronacher 0:1