In der 1. Klasse Mitte hat sich WSG Wietersdorf in einem lebhaften Heimspiel mit 4:2 gegen SV Straßburg durchgesetzt. Trainer Roman Kerschhakl sah seine Mannschaft „über neunzig Minuten“ als spielbestimmend und machte vor allem das 3:2 zum Schlüssel. Nach zwei Gegentoren innerhalb kürzester Zeit blieb Wietersdorf ruhig, kam noch vor der Pause zurück und brachte den Sieg danach kontrolliert ins Ziel.

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Der Nachmittag begann für die Gastgeber so, wie es sich der Trainer vorgestellt hatte. Lan Gojak brachte Wietersdorf bereits in der 9. Minute mit 1:0 in Führung, und Kerschhakl hatte lange das Gefühl, dass seine Mannschaft das Spiel im Griff hat. „Wir waren über neunzig Minuten eigentlich die spielbestimmende Mannschaft und haben immer Spielkontrolle gehabt“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht die Phase nach dem Führungstor. Erst traf Anze Cankar in der 20. Minute zum 1:1, nur eine Minute später legte derselbe Spieler das 1:2 nach. Kerschhakl sprach dabei von „zwei leichten Fehlern“ und verwies zusätzlich auf eine Szene davor: „Wir hätten bei 1:0 einen klaren Elfmeter kriegen müssen.“ Wietersdorf ließ sich von diesem Rückschlag aber nicht aus der Bahn bringen. Urban Krc glich in der 27. Minute zum 2:2 aus, und fünf Minuten vor der Pause drehte er die Partie mit seinem zweiten Treffer zum 3:2 wieder zugunsten der Heimischen.
Dass die Partie schon vor dem Seitenwechsel wieder gekippt wurde, war für Kerschhakl der entscheidende Punkt dieses Nachmittags. „Wichtig war sicher das 3:2“, sagte der Wietersdorf-Coach. „Dass wir aus diesem Rückstand zurückgekommen sind, war heute ganz, ganz wichtig.“ Genau so sah es über weite Strecken auch aus. Die Gastgeber blieben nach dem neuerlichen Führungstreffer das aktivere Team, hatten laut ihrem Trainer weiter die Kontrolle und ließen sich nicht mehr aus dem Rhythmus bringen. Kerschhakl gefiel dabei vor allem, dass seine Mannschaft diesmal vor dem Tor konsequenter war als zuletzt. „Die Chancenverwertung war heute gut. Das war in den letzten Spielen immer ein bisschen ein Problem, dass wir die Tore nicht geschossen haben“, erklärte er. Wietersdorf blieb auch nach der Pause am Drücker, ließ hinten nur wenig zu und wartete geduldig auf die endgültige Entscheidung. Die fiel dann in der 88. Minute, als Michael Gaber einen Konter zum 4:2 abschloss und damit einen insgesamt verdienten Heimsieg absicherte.
In der Einordnung des Trainers zog sich ein Gedanke durch das ganze Gespräch: Wietersdorf war für ihn die bessere Mannschaft, auch wenn Straßburg mit seiner Art Fußball immer wieder unangenehm blieb. „Der Gegner hat viel mit langen Bällen gearbeitet. Das haben sie recht gut gemacht“, sagte Kerschhakl. Vor allem mit weiten Diagonalbällen sei seine Mannschaft phasenweise unter Druck gekommen. Trotzdem blieb seine Einschätzung klar: „Spielerisch waren wir klar besser. Wir haben die Kontrolle gehabt.“ Zusätzlich sprach der Trainer noch zwei Situationen an, die aus seiner Sicht für Diskussionen sorgten. Neben dem nicht gegebenen Elfmeter bei der 1:0-Führung störte ihn auch ein aberkannter Treffer nach einem Corner. Gleichzeitig bemühte er sich aber um eine sachliche Bewertung des Unparteiischen. „Sonst hat er es recht gut gelöst. Man muss auch sagen, er war allein, ohne Linienrichter“, meinte Kerschhakl. Unterm Strich überwog bei den Gastgebern deshalb nicht der Ärger über einzelne Pfiffe, sondern die Zufriedenheit darüber, dass die Mannschaft nach dem kurzen Schockmoment im ersten Durchgang die richtige Antwort fand und sich im direkten Duell mit Straßburg für einen über weite Strecken kontrollierten Auftritt belohnte.