In der 1. Klasse Mitte hat sich SC Raika Kappel lange gewehrt, am Ende nahm aber SV Wernberg einen 3:1-Auswärtssieg mit. Trainer Michael Lattacher sah seine Mannschaft über weite Strecken spielerisch überlegen, auch wenn die Partie nach dem Ausgleich kurz offen war. Ausschlaggebend waren für ihn die Antwort auf das 1:1, die Vorteile im Spiel mit Ball und eine Phase, in der seine Elf das Geschehen wieder klar an sich zog.

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Schon in den ersten Minuten war für Lattacher klar, welche Partie seine Mannschaft erwarten würde. "Kappel war von Beginn an defensiv eingestellt und sehr aggressiv. Wir mussten das Spiel machen", sagte der Wernberg-Trainer nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft übernahm diese Aufgabe zunächst gut und ging bereits in der 8. Minute in Führung, als Milos Bukumirovic nach einer Standardsituation das 0:1 erzielte. Ganz ruhig wurde es damit aber nicht, weil Kappel laut Lattacher immer wieder über Konter gefährlich blieb. Besonders eine Szene blieb ihm dabei in Erinnerung: Alexander Moser bewahrte Wernberg mit einer Parade gegen einen Freistoß von der Strafraumgrenze vor dem möglichen 1:1. Dazu wurden seiner Mannschaft noch zwei weitere Treffer, wegen vermeintlicher Abseitsstellungen nicht anerkannt. So ging es trotz klarer Vorteile nur mit einem knappen 0:1 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann genau den Verlauf, den Wernberg eigentlich vermeiden wollte. Daniel Pobaschnig traf in der 50. Minute zum 1:1, nachdem die Gäste eine Standardsituation nicht sauber geklärt hatten. Lattacher brachte diese Phase mit einfachen Worten auf den Punkt: "Wir waren gefühlsmäßig noch in der Kabine." Entscheidend war aus Wernberger Sicht aber, dass die Antwort sofort kam. Nur vier Minuten später stellte Fabian Ambrosch mit einem linken Abschluss von der Strafraumgrenze auf 1:2 und brachte seine Mannschaft damit wieder nach vorne. Einen weiteren wichtigen Moment sah der Trainer später in dieser Phase. "Danach hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen werden", sagte er. Den Deckel setzte schließlich Marin Bratic drauf, der in der 76. Minute zum 1:3 traf, nachdem Philipp Ronacher bei einem Konter gefoult worden war.
Dass der Sieg am Ende aus Sicht des Trainers nicht nur verdient, sondern sogar zu knapp ausgefallen war, zog sich durch seine gesamte Analyse. "Die größte Stärke meiner Mannschaft war die spielerische Überlegenheit", sagte Lattacher und verwies darauf, dass Kappel sehr tief stand und nur wenig Räume anbot. Trotzdem kam Wernberg laut seinem Trainer zu zwei Lattenschüssen, zu weiteren Möglichkeiten nach Standards und eben zu jenen zwei aberkannten Treffern. Beim Thema Abseits blieb er ruhig, auch wenn er einräumte: "Wir hadern etwas mit den Abseitstoren, weil laut Zuschauer- und Spielermeinung zumindest eines definitiv keines war. Aber damit muss man leben, weil wir keinen VAR in dieser Klasse haben“, meinte er lächelnd. Gleichzeitig hob er sowohl den guten Kappeler Tormann als auch seinen eigenen Schlussmann Alexander Moser hervor. Ganz ohne Mahnung kam Lattacher trotz des 3:1 nicht aus. "Es muss noch mehr Intensität meiner Spieler aufs Spielfeld gebracht werden, um diese Tabellenposition zu behaupten", sagte er. Dass Wernberg nun seit elf Spielen ungeschlagen ist, wertete er dennoch als Beleg für "unsere Stärke und den Zusammenhalt innerhalb meiner Mannschaft und des Vereins". Mit 25 Punkten bleibt die Serie der Wernberger damit auch tabellarisch ein klares Ausrufezeichen.