In der 1. Klasse Mitte hat ASKÖ Techelsberg gegen SC Reichenau/Falkert eine wilde Partie mit 4:3 gewonnen. Nach einem 0:3 nach 23 Minuten und einem 2:3 zur Pause drehte die Mannschaft von Trainer Günter Josef Hutze das Spiel noch komplett. Der Coach sprach von einer „kleinen Achterbahnfahrt“ und sah vor allem Kampfgeist, Herz und Leidenschaft als Grund dafür, dass seine Elf diese Partie noch auf ihre Seite ziehen konnte.

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Die ersten gut zwanzig Minuten gehörten klar den Gästen. Schon in der 7. Minute geriet Techelsberg durch ein Eigentor von Marcel Schusser mit 0:1 in Rückstand, Denis Nikic legte in der 17. Minute das 0:2 nach und Arnold Freissegger erhöhte in der 23. Minute sogar auf 0:3. Hutze machte kein Geheimnis daraus, wie schwierig diese Phase für seine Mannschaft war. „Dieses Spiel war heute eine kleine Achterbahnfahrt. Es hat denkbar schlecht für uns begonnen. Wir sind rasch in Rückstand geraten und nach circa zwanzig Minuten sogar 0:3 hinten gewesen“, sagte der Trainer. Auch den Gegner stufte er in dieser Anfangsphase als sehr stark ein: „Reichenau war von der ersten Minute weg sehr stark, konnte die Chancen nutzen und hatte sogar noch ein, zwei Chancen auf das 4:0.“ Dass die Partie danach doch noch kippte, hatte für ihn viel mit dem ersten eigenen Treffer zu tun. Das 1:3 durch Manuel Voraberger in der 27. Minute war für Hutze mehr als nur ein Anschlusstreffer. „Es war wichtig, nach dem 0:3 irgendwann anzuschreiben und der Mannschaft diesen Push zu geben: Wir sind doch auch noch am Platz.“
Mit dem 1:3 war die Partie noch nicht gedreht, aber sie bekam einen anderen Verlauf. Hutze schilderte genau diese Phase als jenen Abschnitt, in dem seine Mannschaft immer stärker daran glaubte, das Spiel doch noch umzubiegen. „Am Anfang war das Spiel ganz klar in den Händen von Reichenau, aber je länger es dauerte, desto mehr hat man gemerkt, dass meine Mannschaft versucht, dieses Spiel auf ihre Seite zu ziehen“, erklärte er. Besonders Ende der ersten Halbzeit und gleich zu Beginn der Zweiten sah der Techelsberg-Coach den Umschwung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verkürzte Almir Licina auf 2:3, und mit diesem Treffer ging es auch in die Kabinen. Direkt nach Wiederbeginn stellte Raphael Thomas Wagner in der 46. Minute auf 3:3. Für Hutze war genau diese Phase der Beweis, dass nicht Resignation, sondern Überzeugung am Platz war. „Mit Einsatzwillen, Herz und Leidenschaft haben wir versucht, das Spiel noch zu drehen. Ende der ersten Halbzeit und Anfang der zweiten hat man gemerkt, dass das Mindset auf unsere Seite gekippt ist.“ Dass er kein einzelnes Tor besonders hervorheben wollte, passte gut zu seiner Sicht auf diese Aufholjagd. „Hier ein Tor hervorzuheben, wäre nicht fair. Ich denke, jedes einzelne Tor war sehr wichtig.“
Nach dem schnellen 3:3 war endgültig alles offen, die Entscheidung fiel aber erst spät. In der 88. Minute sorgte Ziga Slavicek schließlich für das 4:3 und damit für die komplette Wende. Für Hutze war dieser Sieg vor allem ein Zeichen dafür, dass seine Mannschaft auch in einer scheinbar verlorenen Partie zusammenbleibt. „Wenn man zu Hause nach circa zwanzig, fünfundzwanzig Minuten 0:3 zurückliegt, kann man ganz klar den Kampfgeist und die Einstellung hervorheben, dieses Spiel irgendwie noch zu drehen. Man sieht einfach, dass diese Mannschaft funktioniert“, sagte er. Trotz des spektakulären Heimsiegs wollte der Trainer aber nichts schönreden. „Verbesserungspotenzial gibt es genug, sonst wären wir nicht hinten in der Tabelle. Wir spielen ganz klar gegen den Abstieg. Wir spielen ganz klar um den Klassenerhalt“, hielt Hutze fest. Seine Forderung fiel entsprechend deutlich aus: „Wir sollten uns in allen Bereichen verbessern. Ob hinten beim Torwart bis vorne zu den Abschlüssen im letzten Drittel oder bei der Torchancenverwertung: Wir sollten uns in allen Bereichen verbessern.“ Der 4:3-Erfolg bringt Techelsberg damit drei wichtige Punkte, ändert für den Trainer aber nichts an der klaren Aufgabe der nächsten Wochen.