In der 1. Klasse Ost hat sich FC Eisenkappel nach einem offenen Spiel mit 4:2 gegen ASV St. Margarethen/Lav. durchgesetzt. Zur Pause stand es noch 2:2, danach drehte die Mannschaft von Trainer Christopher Kucher auf. Der Coach sah vor allem die Reaktion nach dem Seitenwechsel als Schlüssel: Eisenkappel wurde aggressiver, hielt den Gegner weiter weg vom eigenen Tor und ließ in der zweiten Hälfte nichts mehr anbrennen.

Foto von Hal Gatewood auf Unsplash
Der Spielbeginn gehörte nach Kuchers Einschätzung klar den Gästen. „Sankt Margarethen war in den ersten zwanzig Minuten sehr präsent“, sagte der Eisenkappel-Trainer und schilderte vor allem die Probleme seiner Mannschaft im Umgang mit dem Druck. „Sie hatten unglaublich gute Pressing-Momente, die uns vor schwere Fehler gestellt haben. Wir konnten mit dem ganzen Druck eigentlich nicht wirklich umgehen.“ Dass St. Margarethen in der 12. Minute durch Lukas Tatschl mit 1:0 in Führung ging, passte genau zu diesem Bild. Eisenkappel fand aber eine Antwort und kam in der 24. Minute durch Moritz Mario Kapus zum 1:1. Lange Ruhe brachte das noch nicht, weil Daniel Lichtenegger die Gäste nur drei Minuten später wieder in Front schoss. Wichtig für die Gastgeber war deshalb, dass sie vor der Pause noch einmal zurückkamen. Oskar Oderlap stellte in der 38. Minute auf 2:2 und sorgte dafür, dass Eisenkappel trotz der schwierigen ersten Halbzeit mit einem offenen Spielstand in die Kabine ging.
Genau dort setzte für Kucher die Wende an. „In der zweiten Halbzeit waren wir einfach viel aggressiver und da konnten wir Margarethen sehr weit von unserem Tor weghalten“, erklärte er. Diese Veränderung im Auftreten beschrieb er auch klar als „Game-Changer“. Nach dem 2:2 zur Pause sei seine Mannschaft, wie er sagte, „sehr gut zurückgekommen“ und habe dann „nichts mehr anbrennen lassen“. Das zeigte sich schnell auch am Ergebnis. Filip Lukezic brachte Eisenkappel in der 51. Minute erstmals an diesem Nachmittag in Führung. Damit war die Partie noch nicht entschieden, aber sie lief nun deutlich mehr in Richtung der Gastgeber. Kucher sprach davon, dass seine Mannschaft in dieser Phase versucht habe, „tollen Fußball zu spielen“. Den endgültigen Ausschlag gab aus seiner Sicht dann das 4:2 in der 81. Minute durch Moritz Alexander Puck. „Eigentlich war das 4:2 das ausschlaggebende Tor, das die Partie in unsere Richtung gelenkt hat“, sagte der Trainer, der zugleich betonte, wie schwer ihm St. Margarethen den Nachmittag gemacht hatte.
Auch nach dem Heimsieg wollte Kucher den Blick nicht nur auf das Ergebnis richten. Mehrfach hob er hervor, wie jung seine Mannschaft noch ist und wie bemerkenswert er diese Entwicklung deshalb einschätzt. „Wir sind mit 21,8 Jahren die mit Abstand jüngste Mannschaft in der ganzen 1. Klasse“, sagte er und ergänzte: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Gerade deshalb war er mit der Reaktion nach der Pause und mit der gesamten Leistung besonders zufrieden. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie das in dieser Konstellation leistet“, meinte der Trainer. Gleichzeitig fand er sehr deutliche Worte für den Gegner. St. Margarethen sei „super über die Außen“ gewesen, habe „eine brutal gute Offensive“ und zähle für ihn zu den stärkeren Teams der Liga. „Die werden ganz sicher ihre Punkte machen. Das ist für mich eine Top-Mannschaft“, sagte Kucher, der auch die Schiedsrichterleistung mit „in Ordnung“ und „Top-Schiedsrichterleistung“ bewertete. Für Eisenkappel steht unter dem Strich ein 4:2-Sieg nach einem Spiel, in dem die junge Mannschaft zunächst große Probleme hatte, dann aber genau die Antwort fand, die ihr Trainer sehen wollte.