Spielberichte

Mario Steiner (Sportunion Oberlienz): „Wir haben aus dem letzten Loch gepfiffen – der Teamgeist ist unglaublich“

Oberlienz

Nach einer intensiven Hinrunde der 1. Klasse West spricht Mario Steiner, Trainer der Sportunion Oberlienz, über Höhen, Tiefen und die große Geschlossenheit im Verein. Oberlienz überwintert auf Tabellenplatz vier mit 25 Punkten nach 15 Spielen – eine Position, die zeigt, dass die Mannschaft trotz Verletzungspech und mehrerer Rückschläge zu den konstantesten Teams der Liga gehört. Der Coach blickt auf wichtige Siege ebenso wie auf bittere Pleiten zurück. Im ausführlichen Gespräch gibt er Einblick in den Zustand des Teams, die Stimmung im Verein und die Ziele für die kommende Frühjahrssaison.

Zwei Fußball im Zweikampf

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Ein starker Start und ein zäher Endspurt

Steiner erinnert sich an eine intensive erste Saisonhälfte: „Die ersten paar Runden haben sehr, sehr gut funktioniert. Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und haben gleich die ersten Spiele gewonnen.“ Danach folgte eine knappe Auswärtsniederlage, die dem Spielfluss aber keinen langfristigen Dämpfer versetzte.

Über Wochen arbeitete sich die Mannschaft bis auf Platz zwei empor, ehe sie gegen Ende des Herbstes einige enge Duelle verlor. Diese Phase brachte den vierten Tabellenrang, doch im Verein überwiegt die Zuversicht. „Wir haben uns dann wieder stabilisiert, drei- oder viermal voll gepunktet und standen zwischenzeitlich auf Platz zwei.“ Die letzten drei Partien gingen knapp verloren – laut Steiner auch aufgrund einer dünner werdenden Personaldecke gegen Herbstende. „Wir haben aus dem letzten Loch gepfiffen“, fasst der Coach die schwierige Phase zusammen.

Verletzungspech und sportliche Verantwortung

Ein großes Thema im Gespräch ist die Personalfrage. Besonders schmerzhaft ist der Ausfall von Kapitän Daniel Gomig, der sich im Herbst am Knie verletzte und operiert werden musste. „Er wird uns nicht nur im Frühjahr fehlen, sondern auch noch in der kommenden Herbstsaison“, berichtet Steiner. Abgesehen davon kann die Mannschaft weitgehend komplett in die Vorbereitung starten. Positiv ist aus seiner Sicht auch die Kontinuität im Trainer- und Betreuerteam: „Das Betreuerteam ist mit Thomas Unterassinger gleichgeblieben.“ Ebenso stabil zeigt sich der Vereinsvorstand, der laut Steiner „voll hinter dem Trainerteam“ steht.

Der neue Sektionsleiter Julian Gomig, der zugleich noch in der Mannschaft aktiv ist, habe sich als wertvolle Führungsfigur etabliert. Steiner lobt ihn ausdrücklich als „Vollblutfußballer, der mit Herzblut dabei ist und ein großes Vorbild für die Jungen“.

Teamgeist als Schlüssel und Zielsetzung für das Frühjahr

Die Stimmung im Verein beschreibt Steiner als bemerkenswert positiv: „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr, sehr gut.“ Auch wenn einige Spieler derzeit noch im Eishockey-Playoff gebunden sind, wird dreimal wöchentlich konzentriert trainiert. Der Trainer betont den Zusammenhalt am und abseits des Platzes. Aktivitäten wie gemeinsame Rodeltage oder das gemeinsame Herrichten des Platzes dienen nicht nur dem Spaß, sondern stärken das Gemeinschaftsgefühl enorm.

Für die anstehende Frühjahrssaison hat Oberlienz klare Ziele: Einerseits sollen junge Eigenbauspieler an das Niveau der Kampfmannschaft herangeführt werden, andererseits will man in der Spitzengruppe bleiben und den Top-Teams Paroli bieten. „Wir wollen die vorderen drei noch ein bisschen ärgern“, sagt Steiner mit einem Lächeln. Hinter diesem Satz steckt der Ehrgeiz, den Oberlienzer Fußball in der 1. Klasse West weiter zu prägen – getragen von einer Mannschaft, die trotz Verletzungen und Mehrfachbelastung zusammenhält und mit Leidenschaft für ihre Gemeinde spielt.

Ausblick und Perspektive

Oberlienz startet damit gefestigt und optimistisch in die Frühjahrsrunde. Die jüngsten Ergebnisse – mehrere Siege, gefolgt von knappen Niederlagen – zeigen, wie hoch die Leistungsdichte in der Liga ist. Für Steiner und sein Team zählt jedoch langfristige Entwicklung mehr als kurzfristige Tabellenplatzierungen. „Wichtig ist, dass die Routiniers wie Niklas Oberhauser, Julian Gomig, Lukas Wibmer, Florian Stotter, und Benjamin Bürgler die Jungen führen und ans Kampfmannschaftsniveau heranbringen“, betont er.

Dieser Fokus auf Vereinsidentität und Nachwuchsarbeit ist ein klares Signal dafür, dass Oberlienz nicht nur sportlich, sondern auch kulturell zusammengewachsen ist. Der Winter hat die Kräfte mobilisiert – nun will das Team den Frühling nutzen, um wieder ganz vorne anzugreifen.