In der 24. Runde der 1. Klasse West feierte die Sportunion Oberlienz im Derby gegen den SV Tristach einen letztlich wilden 5:3-Heimsieg. Die Gastgeber führten lange deutlich, ließen Tristach aber noch einmal zurückkommen. Trainer Mario Steiner sprach trotzdem von einem verdienten Erfolg, mahnte aber: "Ab der 60. Minute haben wir leider aufgehört zu spielen." Am Ende entschieden späte Konter und ein starker Schlussspurt die Partie, die drei Punkte für Oberlienz waren nach einer dominanten ersten Stunde nicht unverdient.

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Der Start gehörte eindeutig den Hausherren. Schon in Minute 9 stellte Julian Nikolaus Gomig nach einer einstudierten Eckballvariante auf 1:0. "Das 1:0 war eine einstudierte Eckballvariante. Für einen Trainer ist es schön, wenn so etwas aufgeht", freute sich Mario Steiner über den gelungenen Plan. Oberlienz blieb am Drücker, Elias Ebner erhöhte in der 16. Minute auf 2:0 – ein Vorsprung, den die Grün-Weißen bis zur Pause souverän verwalteten. "Die erste Halbzeit war sehr souverän. Das Spiel war bis zur 60. Minute nur auf unserer Seite", beschrieb Steiner den klaren Eindruck. Auch nach Wiederbeginn hatte Oberlienz zunächst mehr vom Spiel: Wieder war es Gomig, der in der 63. Minute das 3:0 markierte. Steiner hob dabei das aktive Angriffspressing seiner Elf hervor: "Das 2:0 und das 3:0 sind aus unserem Druck entstanden, das haben wir gut gemacht."
Mit dem 3:0 im Rücken schien alles gelaufen, doch dann wendete sich das Bild. "Ab der 60. Minute haben wir leider aufgehört, Fußball zu spielen. Wir sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen und haben den Gegner stark gemacht", ärgerte sich Steiner. Tristach nutzte die Phase sofort: Stefan Mariner verkürzte in der 66. Minute auf 3:1, Marcel Stefan Bundschuh legte in der 71. Minute das 3:2 nach. Oberlienz wackelte, der Ausgleich lag in der Luft. "Dann wäre beinahe das 3:3 gefallen", so Steiner. Stattdessen stach Oberlienz spät im Konter zu: Ebner stellte in Minute 88 auf 4:2. Doch es blieb turbulent – Martin Walter traf in der 1. Minute der Nachspielzeit zum 4:3, und Steiner gab offen zu: "Mit dem Ankick hätten wir fast noch das 5:4 kassiert." Erst ein weiterer sauber zu Ende gespielter Konter brachte die Entscheidung: Ebner schnürte in Minute 90+5 den Dreierpack zum 5:3. "Die Konter haben wir sehr schön fertig gespielt", bilanzierte der Coach erleichtert.
Nach dem Abpfiff fand Mario Steiner eine ausgewogene Analyse. Auf der Habenseite stand für ihn vor allem die Mentalität: "Der Wille, über 60 Minuten diese Partie zu gewinnen und das dann am Ende über die Zeit zu bringen, war unsere größte Stärke." Dennoch blieb der Zeigefinger oben: "Wenn man 3:0 führt, muss man das souveräner zu Ende bringen." Auch den Gegner ordnete der Oberlienz-Trainer fair ein: "Bis zur 60. Minute war Tristach kaum im Spiel, danach waren sie ebenbürtig, teilweise sogar stärker." Zur Spielleitung sagte er: "Das Schiedsrichtertrio war souverän, aber nicht immer auf Ballhöhe; bei Abseits gab es auf beiden Seiten strittige Szenen." Positiv hob Steiner die faire Derby-Atmosphäre hervor: "Es war ein faires Derby." Zudem richtete er anerkennende Worte an den Kontrahenten: "Ich möchte den gegnerischen Trainer hervorheben – er macht in Tristach gute Arbeit." Sportlich bleibt für Oberlienz trotz Ebners Dreierpack und Gomigs Doppelpack die Erkenntnis, künftig die gute erste Stunde auch über 90 Minuten konstant auf den Platz zu bringen.