In der 2. Klasse A hat SG SV Oberdrauburg/TSU Nikolsdorf am Samstag gegen Rapid Lienz 1b mit 2:4 verloren. Die Lienzer gingen früh in Führung, mussten zweimal den Ausgleich hinnehmen und blieben trotzdem ruhig. Trainer Tolga Sarisaltik brachte den Unterschied nach dem Schlusspfiff knapp auf den Punkt: "Wir haben an dem Tag den kühleren Kopf bewahrt."

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Die Gäste erwischten genau den Start, den sie sich vorgenommen hatten. Schon in der 4. Minute brachte Ole Peter Vergeiner Rapid mit 1:0 in Führung, und aus Sicht von Sarisaltik hätte seine Mannschaft in dieser Phase sogar gleich nachlegen können. "Wir haben einen sehr guten Start gehabt, gehen früh in Führung und können danach sogar direkt nachlegen, nutzen unsere Chancen aber nicht", sagte der Trainer. Danach verlor die Partie laut seiner Einschätzung etwas an Fahrt, ehe die Heimelf mit ihrer ersten echten Möglichkeit zurückkam. Robert Auer traf in der 29. Minute zum 1:1. Rapid blieb aber im Spiel, hatte weiterhin mehr Ballbesitz und antwortete noch vor der Pause. Altin Curi stellte in der 34. Minute auf 2:1, womit die Lienzer mit einem Vorsprung in die Halbzeit gingen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es für die Gäste ein Spiel, in dem viel für sie sprach, sie sich aber lange nicht entscheidend absetzen konnten. In der 50. Minute glich Stefan Bürgler für die Spielgemeinschaft zum 2:2 aus, nachdem die Hausherren einen Ball in die Tiefe gut nutzten. Gerade das passte Sarisaltik nicht, weil seine Mannschaft auch vor diesem Treffer schon Möglichkeiten hatte, auf 3:1 zu stellen. "Vor dem 2:2 haben wir Chancen gehabt, das dritte Tor zu machen, aber es ist uns nicht gelungen, unsere Chancen zu nutzen", meinte er. Entscheidend war für ihn dann, dass seine Elf nicht die Ordnung verlor. "Dass wir mehrmals wieder nachgelegt haben, ist nicht selbstverständlich", sagte Sarisaltik. Rapid blieb nach dem neuerlichen Ausgleich am Drücker, arbeitete weiter nach vorne und wurde in der 80. Minute belohnt, als Adis Mema das wichtige 3:2 erzielte.
Mit dem 3:2 war die Partie aber noch nicht entschieden, weil die Gastgeber in der Schlussphase alles nach vorne warfen. Sarisaltik schilderte genau diese Phase als heikel, weil Oberdrauburg/Nikolsdorf nach dem Rückstand öffnen musste und noch zu guten Möglichkeiten kam. "Der Gegner musste aufmachen und hatte drei Topchancen, die unser Tormann im Eins-gegen-eins alle geklärt hat", sagte er. Dass Rapid diese Momente überstand, passte zur gesamten Bewertung des Trainers. Einerseits freute er sich über die vielen herausgespielten Möglichkeiten, andererseits blieb für ihn ein kleiner Makel. "Wir haben sehr viele Torchancen herausgearbeitet. Natürlich bleibt ein bitterer Beigeschmack, weil wir sie nicht alle verwertet haben." Ganz spät sorgte dann Dominik Broz mit dem 4:2 in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung, als Rapid den Raum nach einem Konter nutzte.
Bemerkenswert war aus Sicht des Lienz-Trainers nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art, wie seine Mannschaft zu den Treffern kam. "Wir haben uns die ganze Woche auf dieses Spiel vorbereitet. Wir haben genau gewusst, wo der Gegner seine Schwächen hat, und die Tore sind mehr oder weniger genau so gefallen, wie wir es trainiert haben", erklärte Sarisaltik. Dem Gegner stellte er trotzdem ein ordentliches Zeugnis aus und vermied auch jede große Diskussion über strittige Situationen. "Der Gegner hat seine Aufgabe gut gemacht", sagte er, und bei möglichen Grenzszenen zeigte er Verständnis für den Unparteiischen: "Wenn man allein ein Spiel leitet, kann man nicht alles sehen." Unterm Strich nimmt Rapid damit in Runde sieben drei Punkte mit, steht nun bei 13 Zählern und bleibt vorne dabei. Viel Zeit zum Zurücklehnen will sich der Trainer aber nicht nehmen. "Das Spiel ist für uns bereits abgehakt, der Fokus gilt ab jetzt schon dem nächsten Spiel."