In der 2. Klasse A hat der FC Dynamo Dölsach gegen die SG Sportunion Matrei/Lokomotive Matrei 1b nach einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3 geholt. Aus Matreier Sicht blieb damit vor allem ein Thema hängen: zu viele liegen gelassene Chancen. Trainer Thomas Fresser sah seine Mannschaft lange im Vorteil, musste nach dem Schlusspfiff aber einräumen, dass eine alte Fußballweisheit auch an diesem Abend wieder passte: "Die Tore, die man nicht macht, bekommt man."

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Für Matrei begann der Abend beinahe ideal. Schon in der 1. Minute brachte Oliver Bstieler die Gäste in Führung, und Fresser beschrieb den Start treffend mit den Worten: "Matrei ist wie aus der Pistole geschossen." Der Trainer sah seine Mannschaft in der ersten Halbzeit klar besser im Spiel. Matrei hatte mehr Anteile, war das aktivere Team und ließ Dölsach dennoch immer wieder zu Nadelstichen kommen. Entscheidend war für Fresser aber vor allem, dass seine Elf aus dieser Überlegenheit zu wenig machte. "Wir hätten in der ersten Hälfte locker schon mit zwei Toren Unterschied führen können", sagte er, nachdem mehrere Möglichkeiten ungenützt geblieben waren. Stattdessen kam Dölsach in der 35. Minute zum 1:1, als David Mietschnig traf. Noch vor der Pause antworteten die Gäste aber noch einmal: Fabio Schöpfer stellte in der 44. Minute mit einer starken Einzelleistung auf 1:2 und sorgte dafür, dass Matrei trotz des zwischenzeitlichen Rückschlags mit einer Führung in die Kabine ging.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Fresser meinte, dass Dölsach zunächst besser aus der Pause gekommen sei und die ersten Minuten der zweiten Hälfte aktiver wirkte. Umso wichtiger war aus Matreier Sicht das 1:3 in der 60. Minute, als Oliver Bstieler seinen zweiten Treffer des Abends erzielte. In dieser Phase schien vieles für die Gäste zu laufen, weil sie wieder vorgelegt hatten und danach auch mehr vom Spiel hatten. Ganz durchbringen konnte Matrei den Vorsprung aber nicht. Dölsach blieb über Konter und Standards gefährlich, und vorne war David Mietschnig der Mann des Abends. Mit seinen Treffern in der 73. und 79. Minute machte er aus dem 1:3 noch ein 3:3 und sicherte den Gastgebern damit spät den Punkt. Fresser sprach danach davon, dass seine Mannschaft zwar weiter bemüht gewesen sei, den entscheidenden vierten Treffer aber nicht mehr erzielen konnte.
Für Fresser war die Erklärung nach dem Schlusspfiff deshalb ziemlich klar. "Die Chancenauswertung war sehr schwach", sagte der Matreier Trainer, und er legte mit der wohl passendsten Zusammenfassung des Abends nach: "Die Tore, die man nicht macht, bekommt man." Genau darin sah er den Unterschied zwischen einer Partie, die Matrei früher hätte beruhigen können, und einem Spiel, das am Ende noch wegrutschte. Gleichzeitig wollte er seiner Mannschaft den Einsatz nicht absprechen. "Wir mussten den einen oder anderen Ausfall verzeichnen und sind als Mannschaft kollektiv sehr gut aufgetreten", hielt Fresser fest. Auch für den Gegner fand er anerkennende Worte: Dölsach habe "mit allen Mitteln gekämpft" und mit David Mietschnig "einen sehr guten Spieler vorne" gehabt. Obwohl es in diesem Spiel nach seiner Einschätzung auch die eine oder andere strittige Aktion gab, wollte er das nicht als Ausrede gelten lassen. "Auf den Schiedsrichter brauchen wir uns nicht ausreden. Das lag mehr am Unvermögen der eigenen Mannschaft", sagte Fresser deutlich.
So blieb unter dem Strich ein Ergebnis, das Matrei zwiespältig einordnete. Weil nach dem Spielverlauf und der 3:1-Führung deutlich mehr drin gewesen wäre, überwog zunächst der verpasste Sieg. Gleichzeitig wusste Fresser aber auch, dass die Schlussphase noch in die andere Richtung hätte kippen können. "Im Großen und Ganzen muss man mit dem Punkt zufrieden sein, wenn man in letzter Minute auch noch verlieren kann", sagte er. Viel Zeit zum Hadern will man in Matrei daraus nicht machen. Der Blick geht schon auf das nächste Heimspiel gegen Oberes Mölltal. "Wichtig ist jetzt, die Kräfte zu bündeln und daheim wieder voll anzuschreiben, damit wir im vorderen Drittel dabei bleiben", gab Fresser die Richtung für die kommenden Tage vor. Nach einem Abend mit frühem Traumstart, zwischenzeitlicher klarer Führung und spätem Ausgleich ist das für Matrei wohl die wichtigste Aufgabe.