In der 2. Klasse A hat sich URC Thal/Assling 1b gegen Rapid Lienz 1b mit einem 2:2 begnügen müssen. Trainer Christian Schneider war nach dem Remis auffallend selbstkritisch, sprach von der schwächsten Leistung seiner Mannschaft in der Herbstsaison und fand eine klare Einordnung: "Wir hatten heute wirklich Glück." Vor allem die erste Halbzeit sah der Thal-Coach deutlich bei den Gästen.

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Schneider machte gleich zu Beginn klar, wie er den Verlauf gesehen hatte. "Die erste Halbzeit war fürchterlich von meiner Mannschaft", sagte der Trainer, der seine Elf in vielen Bereichen unterlegen sah. Lienz sei in den Zweikämpfen präsenter gewesen, "immer den Schritt schneller" und habe das Momentum auf seiner Seite gehabt. Dass die Gäste schon in der 7. Minute durch Markus Wolfgang Kontriner in Führung gingen, passte für ihn genau in dieses Bild. Beim 0:2 durch Ole Peter Vergeiner in der 38. Minute sprach Schneider sogar von einer verdienten Zwei-Tore-Führung. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass Luis Felder noch vor der Pause den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte. Dieser Treffer hielt Thal/Assling im Spiel. Nach dem Seitenwechsel sah Schneider dann ein anderes Bild: Seine Mannschaft hatte mehr Spielanteile, Lienz ließ etwas nach und Albin Iseni glich in der 56. Minute zum 2:2 aus.
So positiv er den zweiten Durchgang bewertete, so hart ging Schneider mit dem Auftritt vor der Pause ins Gericht. Das Passspiel sei schlecht gewesen, ebenso das Stellungsspiel und das Zweikampfverhalten. "Wir haben uns die Schneid abkaufen lassen", sagte er. Besonders interessant war seine Erklärung dafür: Schneider meinte, einige Spieler hätten die Tabellenkonstellation im Kopf gehabt, weil seine Mannschaft vor Lienz liegt, und seien deshalb nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit in diese Partie gegangen. "Jedes Spiel müssen wir mit 100 Prozent Seriosität angehen", forderte er deutlich. Noch direkter wurde der Trainer mit einem Satz, der hängen blieb: "Ich lehne mich aus dem Fenster und sage, das war teilweise überheblich." Gleichzeitig wollte er die Leistung der Gäste ausdrücklich anerkennen. Lienz habe die Unsicherheiten gut genutzt, vorne mit schnellen Spielern immer wieder Gefahr erzeugt und insgesamt "wirklich sehr gut" gespielt. Am Ende nannte Schneider das ohne Umschweife "die schlechteste Leistung in der ganzen Herbstsaison".
Bemerkenswert ehrlich äußerte sich Schneider auch zu den umstrittenen Situationen dieser Partie. Aus seiner Sicht hätte Lienz in der ersten Halbzeit einen Elfmeter bekommen müssen, weil ein Handspiel "klar innerhalb" gewesen sei. Ebenso sagte er offen, dass dem Ausgleich zum 2:2 aus seiner Sicht eigentlich ein Abstoß statt eines Eckballs hätte vorausgehen müssen. Trotzdem stellte er klar, dass das kein Vorwurf an den Unparteiischen sein solle. "Schiedsrichter dürfen auch Fehler machen", sagte Schneider, der die Leistung insgesamt als ordentlich bezeichnete. Nach dem 2:2 sah er seine Mannschaft zwar näher am dritten Treffer, weil noch Chancen da waren, darunter laut seiner Schilderung auch eine Szene allein vor dem Torhüter. Gleichzeitig erinnerte er aber ebenso an die letzte Möglichkeit der Gäste auf den späten Sieg. So blieb es beim Remis, das Schneider mitnimmt, aber nicht schönredet: "Lienz hätte den Sieg verdient gehabt." In der Tabelle bleibt Thal/Assling damit zwar mit 21 Punkten vorne dabei, der Trainer hatte nach diesem Nachmittag aber vor allem eine Lehre im Kopf: Die gute Ausgangslage hilft nur dann, wenn seine Mannschaft sie auch mit der nötigen Haltung auf den Platz bringt.