Ein glücklicher Punkt, viel Selbstkritik und klare Ansagen: Für Mario Ladinig prägten weniger das Resultat als Disziplin und Einsatz die Debatte nach dem Duell seines SV Draschitz mit dem SV Postwurf Stockenboi am Weißensee in der 2. Klasse B. Der Trainer sprach von vergebenen Großchancen, einem unglücklichen Eigentor und einer starken Torhüterleistung – und machte unmissverständlich deutlich, was er vor dem Derby von seiner Mannschaft erwartet.

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„In der ersten Halbzeit haben wir zwei hundertprozentige Torchancen durch Christof Martins vergeben. Da wäre die Partie entschieden gewesen“, erklärte Ladinig. Zur Pause stand es 0:0 – trotz einer Szene mit großer Tragweite: In der 42. Minute sah Stockenbois Fabian Kalt Rot, die Gäste mussten danach in Unterzahl agieren. Ladinigs Zwischenfazit blieb dennoch zwiespältig: „Schlussendlich muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Ich hätte mir von meiner Mannschaft auch mehr Disziplin und mehr Einsatz erwartet.“
Nach dem Seitenwechsel veränderten Standardsituationen die Statik des Spiels. „Stockenboi war durch Standards sehr gefährlich. Daraus ist auch das Tor entstanden – ein unglückliches Eigentor. So etwas kann passieren, da mache ich niemandem einen Vorwurf“, so Ladinig. Draschitz’ eigene Standards, vor allem die Eckbälle, funktionierten dagegen deutlich besser als in Rennweg – neben der starken Leistung von Tormann Michael Jannach der Lichtblick. In der 73. Minute geriet der SVD durch ein Eigentor von Philipp Novak mit 0:1 in Rückstand, ehe Patrick Nischlwitzer in der 79. Minute den Ausgleich nach einer Standardsituation zum 1:1 besorgte. Zur Karten-Thematik meinte Ladinig: „Wir haben nicht die Disziplin an den Tag gelegt, die wir uns vorgestellt haben. Über den Schiedsrichter sage ich normalerweise nichts – heute hatte er nicht seinen besten Tag. Bei der gelb-roten Karte gegen uns wollte man scheinbar was kompensieren. Mehr will ich dazu auch nicht sagen.“
Individuelle Auszeichnungen sparte Ladinig sich – mit einer wichtigen Ausnahme: „Wen ich besonders hervorheben möchte, ist unseren Tormann Michael Jannach. Er hat vor allem in der zweiten Halbzeit drei Großchancen der Gäste entschärft.“ Zu den Rahmenbedingungen sagte er: „Die Platzverhältnisse in Draschitz kennt man, sie sind nicht die besten – das soll aber keine Ausrede sein. Viele Zuschauer, gute Stimmung – unsere Heimspiele sind generell sehr gut besucht.“
Im größeren Kontext blieb der Coach realistisch: „Es wird viel erwartet. Wir sind immer noch der SV Draschitz, der jahrelang am letzten oder vorletzten Platz war - das sollte man nicht vergessen. Unser Ziel bleibt, wie im Juli bereits gesagt, ein einstelliger Tabellenplatz und das wird schwer genug.“
Vor dem Derby fordert Ladinig klare Antworten im Alltag: „Die Mannschaft ist gefordert und muss sich im Training anders präsentieren als diese Woche. Das war schlecht und hat sich im Spiel widergespiegelt. Nächste Woche erwarte ich ein ganz anderes Auftreten in allen Bereichen."
Sein ehrliches Fazit: „In Summe war es ein glückliches Unentschieden für mein Team. Meine Spieler müssen aufhören zu träumen und munter werden. Nicht Ausreden suchen sondern Lösungen. Klar sind wir alle enttäuscht nach der heutigen Leistung. Wir haben aber bereits 22 Punkte gesammelt und einige werden in den abschließenden 8 Runden auch noch dazu kommen."