In der 2. Klasse B feierte der SV Ideal Wohnbau Treffen beim SV Draschitz einen 3:1-Auswärtssieg. Nach einer starken ersten Hälfte der Heimischen blieb es zur Pause bei 0:0, ehe kurz nach dem Seitenwechsel die Partie kippte. Für Draschitz verkürzte Christoph Marko, am Ende machten die Gäste alles klar. Trainer Mario Ladinig sprach von einer knappen Niederlage gegen den Tabellenführer und betonte zugleich: "Treffen war abgeklärter, reifer und etwas besser – auf meine Burschen bin ich trotzdem sehr stolz!"

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Draschitz hielt den Favoriten zunächst gut weg, verteidigte kompakt und setzte Nadelstiche. "Hätten wir unsere zwei Standards und die hundertprozentige Konterchance von Lukas Eisendle genutzt, hätten wir die Partie über die Zeit gebracht und zumindest einen Punkt mitgenommen", blickte Ladinig auf Halbzeit eins zurück. Aus seiner Sicht war Treffen dort zwar tonangebend, hatte aber "keine hundertprozentigen Chancen" und kam vor allem über die linke Seite. Mit Wiederanpfiff kippte das Spiel: In Minute 46 traf Gianluca Rabitsch zum 0:1 – genau jene Szene, die Ladinig als Wendepunkt einordnete. "Die Schlüsselszene war ganz klar in der 46. Minute. Ankick, langer Ball, und wir machen gleich drei Fehler – im Mittelfeld, am rechten Verteidiger und innen. So etwas darf nicht passieren", ärgerte sich der Draschitz-Coach. Treffen legte nach einer Stunde nach, Denny Kudler stellte in der 66. Minute auf 0:2. Draschitz bäumte sich auf, kam durch Christoph Marko in der 72. Minute auf 1:2 heran und hielt die Begegnung wieder offen. In der Nachspielzeit spielte Treffen schließlich einen Konter sauber zu Ende, erneut war es Kudler (90.+2) zum 1:3-Endstand – "da ist er alleine auf unseren Tormann Manuel zugelaufen, da wir auf "All-in" gestellt haben", schilderte Ladinig.
In seiner Analyse blieb der Draschitz-Trainer klar und selbstkritisch. "Die Fehler hätten wir abstellen müssen – speziell beim ersten und auch beim zweiten Tor", sagte Ladinig, der den Schwerpunkt bei ruhenden Bällen sah: "Bei den Standards haben wir nicht umgesetzt, was wir am Freitag im Abschlusstraining geübt haben. Aus welchem Grund auch immer – Angst, Hemmungen, nicht zugetraut? Wir hatten genug Eckbälle, Ausreden gibt’s da keine." Der Matchplan habe vor der Pause weitgehend gegriffen, nach der Halbzeit ging die Ordnung verloren. "Da sind wir teilweise wie ein Hühnerhaufen herumgelaufen", gab der Coach offen zu. Gleichzeitig stellte er die Moral heraus: "Wir geben nie auf. Die Burschen haben um ihr Leben gefightet." Besonders wichtig war ihm noch ein Punkt, der seine Mannschaft aus seiner Sicht prägt: "Bei uns bekommt kein Spieler einen Euro, das ist in der 2. Klasse B einzigartig. Umso stolzer bin ich auf die Truppe."
Zum Gegner fand Ladinig respektvolle Worte und erklärte, warum der Tabellenführer an diesem Tag die Nase vorne hatte. "Offensiv haben sie im Mittelfeld das Beste, was geht. Und vorne haben sie zwei Stürmer, die aus einer Chance ein Tor machen – für die zweite Klasse ist das hervorragend." Namen lieferte das Spiel selbst: Gianluca Rabitsch eröffnete kurz nach der Pause, Denny Kudler traf doppelt. Hinten sah Ladinig bei Treffen "manchmal Anfälligkeit", doch Draschitz nutzte dies zu selten. Für den Trainer gehört auch die Arbeit auf der Bank dazu: "Man muss Respekt zollen – mit Bernhard Bayer haben sie einen sehr guten Mann, der Ruhe reinbringt und eine klare Handschrift hat." Ein Extralob vergab Ladinig an das Gespann um den Unparteiischen: "Es gab überhaupt keine strittigen Szenen. Anton Aichholzer als Schiedsrichter und Linienrichter Fabian Oberscheider haben eine super Leistung abgeliefert."
Sportlich tat die Niederlage weh, doch beim Blick nach vorne blieb der Ton des Draschitz-Trainers optimistisch. "Kurz zusammengefasst: Ich bin extrem stolz auf unsere Mannschaft. Wir werden uns nicht unterkriegen lassen. Wer mich kennt, weiß: Wir bleiben positiv, egal was ist", sagte Ladinig. Einfach wird es aus seiner Sicht nicht: "Es wird schwer werden, aufgrund mittlerweile neun Ausfälle noch viele Punkte zu holen – so realistisch bin ich."
Der Fahrplan ist dennoch klar: "Wir haben noch vier Spiele vor uns. Das werden tolle letzte Partien, und wir werden unser Bestes geben. Mehr kann ich nicht versprechen." Gegen den Tabellenführer hat Draschitz lange mitgehalten – jetzt soll die Entschlossenheit aus Halbzeit eins in die Schlussphase der Saison mitgenommen werden.