Zum Auftakt der 2. Klasse B hat sich ASKÖ Bodensdorf in einem intensiven Spiel mit SV Draschitz 2:2 getrennt. Trainer Mario Ladinig sprach danach von einem gerechten Punkt, ärgerte sich aber trotzdem über den verpassten Sieg. Vor allem die Phase nach der Gelb-Roten Karte gegen Christoph Marko blieb hängen. "Wir waren in Überzahl zu naiv", brachte es der Bodensdorfer Trainer auf den Punkt.

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Schon vor dem Anpfiff hatte Ladinig die Partie als völlig offen eingeschätzt, und zunächst bekam seine Einschätzung einen klaren Draschitzer Einschlag. "Draschitz war in den ersten 25 Minuten sehr druckvoll, hat dann verdient 1:0 geführt und die Chance auf das 2:0 gehabt", sagte der Trainer von ASKÖ Bodensdorf. Genau diese erste Phase war aus seiner Sicht das größte Problem seiner Mannschaft. "Ich weiß nicht, warum meine Spieler so weit weg waren vom Gegner", meinte Ladinig, der vor allem das Verhalten gegen den Ball kritisch sah. Das 0:1 durch Sami Omic mittels Strafstoß passte für ihn deshalb ins Bild, zumal er auf Draschitzer Seite auch einen berechtigten Elfmeter ansprach und meinte, seine Mannschaft hätte die Situation davor schon besser verteidigen müssen. Danach kam ASKÖ Bodensdorf aber Schritt für Schritt besser hinein, wurde mutiger und fand mehr Zugriff. Noch vor der Pause fiel durch Dejan Kecanovic in der 36. Minute das 1:1, das Ladinig ausdrücklich als "verdienten Ausgleich" bezeichnete.
Der Start in die zweite Halbzeit verlief dann genau so, wie es sich ASKÖ Bodensdorf nach dem Ausgleich erhofft hatte. Gleich nach Wiederbeginn brachte Gottfried Gallob die Heimischen in der 46. Minute mit 2:1 nach vorne, und für Ladinig war das der Moment, in dem das Spiel auf die eigene Seite hätte kippen können. Er erinnerte auch an eine weitere gute Möglichkeit kurz danach und sagte: "Da hätte die Partie zu unseren Gunsten kippen können." Weil der dritte Treffer aber ausblieb, blieb SV Draschitz in Reichweite. Richtig ins Zentrum rückte für den Bodensdorf-Trainer dann die 78. Minute, als Christoph Marko mit Gelb-Rot vom Platz musste. "Der entscheidende Moment war ganz klar, dass Draschitz mit Christoph Marko ihren besten Feldspieler verloren hat", sagte Ladinig. Gerade in dieser Phase sah er die große Chance auf die Vorentscheidung. "Wir haben es nicht geschafft, dass wir in Überzahl das dritte Tor machen." Statt das Spiel breiter anzulegen, wurde aus seiner Sicht zu viel durch die Mitte gelöst. "Wir haben alles versucht, übers Zentrum zu spielen statt über die Flügel", meinte er. So blieb SV Draschitz trotz Unterzahl im Spiel und kam in der 87. Minute durch Patrick Nischlwitzer noch zum 2:2. Das ärgerte Ladinig, trotzdem blieb er in seiner Bewertung klar: "So hat Draschitz den verdienten Ausgleich geschossen."
Dass ASKÖ Bodensdorf am Ende zumindest einen Punkt mitnahm, führte Ladinig auch auf seinen Torhüter zurück. Für Johannes Lukatsch fand er nach dem Spiel deutliche Worte des Lobes. "Johannes Lukatsch ist in einer super Form, haut sich im Training rein. Der kriegt einen Elfmeter und dann einen Tausend-Gulden-Schuss. Alles andere hat er souverän abgewehrt", sagte der Trainer. Vieles andere sprach er dagegen offen an. In der Verteidigung, beim Herausrücken, im Attackieren und im Pressing sieht er klaren Verbesserungsbedarf. Auch im Mittelfeld war er nicht zufrieden, weil Dejan Kecanovic aus seiner Sicht "sehr oft alleine auf weiter Flur" gewesen sei und allein gelassen wurde. Nach vorne fehlte ihm vor allem mehr Zug in den Strafraum, außerdem sprach er bei David Basta noch von Trainingsrückstand. Trotz aller Kritik wollte Ladinig den Auftakt aber nicht größer machen, als er war. "Im Endeffekt war es auch für uns ein wichtiger und gerechter Punkt. Die Saison ist erst gestartet, wir sind erst am Anfang", sagte er. Dazu gab es von ihm auch Lob für den Gegner, den er als starke Mannschaft mit viel Einsatz einordnete, und ebenso für den Schiedsrichter, der laut Ladinig "eine sehr gute Partie" gemacht habe. Sein Fazit fiel deshalb trotz des späten Ausgleichs ausgewogen aus: Es war ein Spiel zweier guter Mannschaften, in dem ASKÖ Bodensdorf den Sieg zwar aus der Hand gab, den Punkt insgesamt aber annehmen kann.