In der 2. Klasse B hat SG SK Weißenstein/SV Töplitsch gegen ASKÖ Bodensdorf trotz 2:0-Führung noch mit 2:5 verloren. Für Bodensdorf war es ein Auswärtssieg mit zwei Gesichtern: erst fehlerhaft und unsortiert, dann immer klarer und am Ende deutlich. Trainer Mario Ladinig hob vor allem hervor, dass sich seine Mannschaft vom frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließ und die Partie Schritt für Schritt drehte.
Für Bodensdorf begann der Nachmittag alles andere als nach Wunsch. Schon nach neun Minuten brachte Ajdin Merdanic die Spielgemeinschaft in Führung, nach 20 Minuten legte Heimo Unterdorfer das 2:0 nach. Ladinig machte daraus nach dem Schlusspfiff keinen Hehl. „Wir haben die ersten zwanzig Minuten etwas verschlafen und Eigenfehler gemacht“, sagte der Bodensdorf-Trainer offen. Weißenstein/Töplitsch sei in dieser Phase „mit drei Torchancen 2:0 in Führung gegangen, auch nicht unverdient“. Gerade deshalb hatte der Auswärtssieg für ihn Gewicht, weil seine Mannschaft nach diesem Fehlstart nicht die Nerven verlor. Statt weiter zu hadern, bekam Bodensdorf die Partie laut Ladinig ab etwa der 25. Minute immer besser in den Griff und übernahm danach mehr und mehr die Kontrolle.
Der Moment, an dem Bodensdorf wirklich in die Partie fand, war für Ladinig schnell ausgemacht. „Der Anschlusstreffer zum 1:2 durch David Basta war für mich der Game Changer“, sagte er. Basta setzte energisch nach, spielte nach Ladinigs Beschreibung auch den Tormann aus und verkürzte in der 22. Minute. Nur drei Minuten später stellte Elias Werth schon auf 2:2, und genau in dieser Phase kippte das Spiel aus Sicht des Trainers. „Beim 1:2 habe ich zu meinem Co-Trainer gesagt: Die Partie gewinnen wir noch wirst sehen“, erzählte Ladinig. Dass Bodensdorf noch vor der Pause den Ausgleich schaffte, wertete er als entscheidend. Die Gastgeber wirkten nach dem 2:2 laut seiner Einschätzung „ziemlich gelähmt“, während Bodensdorf mit dem 2:2 zur Halbzeit genau die Ausgangslage hatte, die es für die Wende brauchte.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das fort, was sich gegen Ende der ersten Hälfte bereits angekündigt hatte. In der 53. Minute brachte Almedin Isanovic Bodensdorf erstmals in Führung, nur zwei Minuten später erhöhte Elias Werth mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 4:2. Den Schlusspunkt setzte Darko Tosic in der 80. Minute zum 5:2. Ladinig sprach deshalb von einer klaren zweiten Halbzeit. „Da waren wir ganz klar tonangebend“, sagte er und ergänzte, dass seine Mannschaft diesmal „sechzehn gleichwertige Spieler“ zur Verfügung gehabt habe. Für ihn war das ein wichtiger Punkt, weil von der Bank noch einmal hohe Qualität kam. „Heute hat es bei mir keine Ersatzspieler gegeben“, formulierte der Trainer, der gerade in dieser Breite einen wesentlichen Grund für den deutlichen Auswärtssieg sah.
Dass Bodensdorf trotz fünf erzielter Tore nicht ohne Selbstkritik aus dem Spiel geht, betonte Ladinig ebenfalls. Verbesserungspotenzial sieht er weiterhin bei den Eigenfehlern und in der Umsetzung der taktischen Vorgaben in der Anfangsphase. „Die Eigenfehler abstellen“ und in den ersten zwanzig Minuten noch konsequenter auf die Anweisungen hören sowie umsetzen, nannte er als Punkte für die nächsten Wochen. Zugleich verteilte er viel Lob. Weil Stammkeeper Johannes Lukatsch kurzfristig ausgefallen war, musste Bodensdorf im Tor improvisieren, was der Trainer ausdrücklich hervorhob. Phil Kamnig war aber eine coole Socke in unserem Kasten, so Ladinig. Auch den Gegner wollte er nicht kleinreden: Weißenstein/Töplitsch sei „ein sehr guter Gegner“ und stehe „zu Recht aktuell auf Platz vier“. Dass der Sieg am Ende trotzdem so klar ausfiel, erklärte er vor allem mit der Reaktion seiner Mannschaft: „Wir haben nicht aufgegeben, wir haben uns nicht verunsichern lassen.“ Dazu passte für ihn auch, dass es aus seiner Sicht keine Diskussionen um die Spielleitung gab. Der Unparteiische habe „eine ausgezeichnete Partie“ geliefert. In der Tabelle bleibt Bodensdorf damit mit 33 Punkten dran und liegt nach 13 Runden weiter auf Rang zwei.