In der 2. Klasse B hat ASKÖ Bodensdorf am Samstagnachmittag beim SV Draschitz ein packendes 4:3 geholt. Trainer Mario Ladinig sah zwei gleichwertige Mannschaften, betonte aber vor allem, dass seine Elf trotz vieler Ausfälle und eines zwischenzeitlichen 2:3 nie aufgab. Genau das stellte er nach dem Abpfiff in den Mittelpunkt: Bodensdorf ließ „den Kopf nicht hängen“ und belohnte sich spät noch mit dem Auswärtssieg.

Foto von Hal Gatewood auf Unsplash
Die Grundlage für den Sieg legten die Gäste in einer starken Anfangsphase. Ladinig war überzeugt, dass seine Mannschaft Draschitz zu Beginn überrascht hat: „Wir haben Draschitz mit den eigenen Waffen geschlagen.“ Gemeint war das aggressive Auftreten in den ersten Minuten, das sonst oft die Gastgeber auszeichnet. Schon in der 6. Minute brachte Elias Werth Bodensdorf mit 1:0 in Führung. Danach blieb der Tabellenzweite am Drücker. David Basta traf in der 10. Minute die Stange, zwei Minuten später zwang er den Draschitzer Tormann mit einem Schuss zu einer starken Parade. Ladinig meinte deshalb auch, sein Team hätte in dieser Phase „schon mehr als 1:0 führen müssen“. Stattdessen kam Draschitz in der 34. Minute durch den von Raphael Martinz verwandelten Elfmeter zum 1:1. Die Antwort folgte aber sofort, denn nur zwei Minuten später traf Werth noch einmal zum 2:1-Pausenstand.
Nach der Pause kippte das Spiel zunächst in Richtung Draschitz. Christoph Marko glich in der 54. Minute mit einem gut platzierten Freistoß zum 2:2 aus, ehe Maximilian Proprenter die Heimelf in der 61. Minute sogar mit 3:2 nach vorne brachte. Genau in dieser Phase gefiel Ladinig seine Mannschaft aber besonders. „Bei 3:2 haben wir den Kopf nicht hängen lassen“, sagte der Bodensdorf-Trainer, und er verknüpfte das direkt mit „Selbstvertrauen“ und einer „Never-give-up-Mentalität“. Nico Pirker stellte in der 68. Minute auf 3:3, nachdem Bodensdorf laut Ladinig mit einem taktischen Seitentausch noch einmal nachjustiert hatte. Die Entscheidung fiel schließlich in der 86. Minute. David Basta wurde etwas zurückgezogen, Almedin Isanovic rückte weiter nach vorne, arbeitete sich laut Ladinig gegen zwei Gegenspieler durch und legte für Gottfried Gallob auf, der das 4:3 machte. Für den Trainer war das ein „sensationelles Tor“ und gleichzeitig der Schlusspunkt einer wilden Partie.
Umso höher bewertete Ladinig den Sieg, weil Bodensdorf personell alles andere als vollständig angereist war. Der Trainer sprach von „wirklich sehr vielen“ Ausfällen und nannte unter anderem Karl Höller, Phillipp Daross und Benjamin Eberhardt und Abwehrchef Wenerich. Dazu kam, dass seine Mannschaft ab der 40. Minute keinen gelernten Innenverteidiger mehr auf dem Platz hatte und Doppeltorschütze Werth später ebenfalls rausmusste, weil er beruflich eingeteilt war. Ladinig erklärte auch, warum die Partie danach offen blieb: Draschitz sei insgesamt gesehen über weite Strecken sogar besser gewesen. Entsprechend respektvoll fiel seine Einschätzung zum Gegner aus. „Patrick Nischlwitzer haben wir sehr gut im Griff gehabt“, sagte er. Gleichzeitig hob er aber auch hervor, dass Christoph Marko „für mich einer der besten Spieler in der 2. Klasse B“ sei und bezeichnete Raphael Martinz als „das Hirn“ der Draschitzer. Ein Remis wäre für die Heimelf aus seiner Sicht daher nicht unverdient gewesen.
In der Schlussphase stemmte sich Draschitz noch einmal mit vielen hohen und langen Bällen gegen die Niederlage, doch Bodensdorf brachte den Vorsprung über die Zeit. Große Diskussionen machte Ladinig nach dem Spiel nicht auf. Den Elfmeter zum 1:1 könne man geben, meinte er, nur hätte es dann aus seiner Sicht im zweiten Durchgang nach einem Foul an Almedin Isanovic dieselbe Entscheidung geben müssen. Darüber hinaus habe der Unparteiische die Partie aber gut geleitet. Entsprechend überwog bei Bodensdorf der positive Ton. Ladinig sprach von einer „überragenden Herbstsaison“ und bedankte sich bei seiner Mannschaft, beim Verein, bei den mitgereisten Fans und auch für den freundlichen Empfang in Draschitz. Ein Sieg wie dieser passte aus seiner Sicht genau zu dieser Halbserie: schwierig, umkämpft und am Ende doch noch auf Bodensdorfer Seite.