2. Klasse D

FC Frantschach: „Es ist für mich unverständlich wie viel Mittel andere Vereine in Legionäre hineinpulvern!“ – FC-Obmann Rene Knauder

„Null Punkte nach acht Meisterschaftsrunden waren eigentlich keine optimalen Voraussetzungen für die Übernahme eines Traineramtes!“, meint Bernd Fellner, Trainer des FC Mondi Frantschach, und fügt hinzu: „Jedoch haben die 12 Punkte am Ende der Herbstmeisterschaft gezeigt, wozu dieses Team fähig ist.“ In der abgelaufenen Herbstmeisterschaft der 2. Klasse D überwintern die Lavanttaler aus Frantschach mit zwölf Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Obmann René Knauder sagt: „Mit dem, was wir im Herbst erreicht haben, bin ich zufrieden, denn wir stellen ein sehr junges Team für die Meisterschaft. Speziell bei den 16- bis 17-jährigen Spielern, die in der Kampfmannschaft eingesetzt wurden, konnte man im letzten Drittel der Herbstrunde eine starke Weiterentwicklung feststellen. Ich denke, Trainer Bernd Fellner hat den richtigen Zugang zu den Spielern gefunden. Darauf wollen wir aufbauen und auch im Frühjahr die Entwicklung weiter vorantreiben!“ FC-Frantschach-Trainer Bernd Fellner und Obmann René Knauder im Ligaportal-Interview mit ihrem Resümee zur bisherigen Meisterschaft.

klaus.frantschach.2d.2025

Foto FC Frantschach: (Gemeinsames Frühstück vor dem Meisterschaftsspiel als Teambuildingsmaßnahme)

Platz 9 nach 14 Runden – wie lautet das Resümee zur Herbstmeisterschaft?

Bernd Fellner: „Gegen Ende der Herbstrunde haben wir mit Siegen über Tainach, ASC1b und Gurnitz1b eine gute Performance hingelegt. Das Schlagerspiel gegen Viktring ging mit 2:3 knapp verloren, jedoch haben wir auch hier gute Chancen vorgefunden. Ich denke, ein Unentschieden wäre möglich gewesen, aber Viktring hat schon eine sehr gute Qualität in seinen Reihen. Ich habe das Team erst nach der achten Runde übernommen, zu diesem Zeitpunkt hatte man noch keinen Meisterschaftspunkt erzielt. Ehrlicherweise war ich zuerst skeptisch, aber das Team hat dann eine sehr gute Moral und Einstellung gezeigt, weshalb wir meiner Meinung nach verdient auf Platz neun stehen.

Was hat deiner Meinung nach den Ausschlag für die Trendwende gegeben?

Bernd Fellner: „Ich denke, ich konnte sehr schnell einen Zugang zu jedem einzelnen Spieler finden. Sehr schnell hat sich eine positive Stimmung in der Mannschaft eingestellt. Es gab kein Training, bei dem nicht 20 Leute auf dem Platz standen. Diese positive Einstellung und Stimmung haben allen einen gewaltigen Schub gegeben. Jeder einzelne wollte sich jetzt noch mehr beweisen. Alles in allem bin ich mit dem Herbst sehr zufrieden. Die Richtung ist bekannt und der Weg wird weiter fortgeführt.

Welche Analyse ziehst du aus dem bisher Gezeigten?

Bernd Fellner: Ich konnte feststellen, dass die Spieler ihren Hebel gefunden und umgelegt haben. Sie haben plötzlich gemerkt: Da geht was, da geht noch mehr! Alle haben eine ungebremste Motivation an den Tag gelegt und sind positiv eingestellt. Auch der Background, also die Funktionäre, trägt einen großen Teil dazu bei, dass es so gut läuft. Das wurde bei der Weihnachtsfeier deutlich, als klar wurde, dass hier etwas Großartiges vorhanden ist und der gemeinsame Weg noch nicht zu Ende ist. Wenn ich den FC Frantschach mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, wäre es: ein super familiäres Team, das sich einem permanenten Teambuilding aussetzt.

Obmann René Knauder sagt: „Wir haben mit der Verpflichtung von Trainer Bernd Fellner einen guten Griff gemacht. Vielleicht auch einen glücklichen Griff, aber er macht einfach einen sehr guten Job. Er hat mit seiner Methodik und Herangehensweise schnell geschafft, bei den Spielern gewisse Hebel umzulegen, und er kitzelt aus jedem Einzelnen das Beste heraus.“

Welche Methodik und Herangehensweise verfolgst du als Trainer?

Bernd Fellner: Als Trainer muss man mit seinen Schützlingen immer auf Augenhöhe sein. Das praktiziere ich auch so. Ich verlange im Training und im Spiel viel Einsatz und bin jemand, der sein Spiel mit schnellem und hohem Pressing sucht. In dieser Spielklasse sollte man zumindest über 70 Minuten ein passables Pressing-Spiel anbieten können, denn 90 Minuten sind im Amateurbereich nicht realistisch. Derzeit agieren wir mit einem 4-4-2-Spielsystem. Gelegentlich ist es uns speziell am Ende der Herbstpartien schon gelungen, die Gegner unter Druck zu setzen.

Ich bin ein Trainer, der sehr viel auf persönliche Gespräche setzt, und ich denke, dass dies bei den Spielern gut ankommt.

Wird es in der Wintertransferzeit personelle Veränderungen im Kader geben?

Leider hat sich einer meiner Talente bei einem Schulturnier der HTL am Kreuzband verletzt und fällt längerfristig aus. Vielleicht ergibt sich in den kommenden Wochen eine Gelegenheit für einen Innenverteidiger bzw. einen Offensivspieler. Unsere Augen und Ohren sind jedenfalls geschärft. In Frantschach verfügen wir über eine helfende Hand im Hintergrund, die sich im Fußballgeschäft sehr gut auskennt und auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen kann.

Wann beginnt die Vorbereitung und was dürfen sich die Fans im Frühjahr von euch erwarten?

Ich habe den Trainingsbeginn auf den 5. Januar angesetzt. Wir werden die Freilufthalle beim ATSV Wolfsberg zur intensiven Vorbereitung nutzen. Einige Vorbereitungsspiele gegen höherklassige Vereine aus Kärnten und der Steiermark sind bereits fixiert. Gegen Ende der Vorbereitungszeit werden wir uns in ein Trainingslager begeben. Am heimischen Platz findet von Donnerstag bis Sonntag dann der finale Schliff für den Saisonauftakt statt, mit jeweils einem Training am Vormittag und Nachmittag.

Wohin geht die Reise des FC Frantschach?

Bernd Fellner: „Ich möchte dort weitermachen, wo wir im Herbst aufgehört haben. Die Entwicklung soll weiter vorangetrieben werden und vielleicht können wir uns in dieser Saison noch ein wenig verbessern. Ein Tabellenplatz zwischen fünf und acht ist unser Ziel.“

Obmann René Knauder ergänzt: „Beim FC Frantschach gehen wir den Weg ohne Legionäre. Es ist unverständlich, wie viel finanzielle Mittel so mancher Verein in Legionäre investiert. Das wird es bei uns nicht geben. Wir wollen ein einheimisches Team für die Zukunft aufbauen und in den nächsten Saisons mit Aufstiegsambitionen zu Werke gehen. Derzeit sind wir auf Kurs und werden diesen Weg beibehalten.“

Klaus Slamanig