Spielberichte

Nach Pausenansprache und Roter Karte: Völkermarkt dreht 1:3 in ein 5:3

VST Völkermarkt
TSV Grafenstein

Spektakel in der Kärntner Liga: Der VST Völkermarkt biegt ein 1:3 zur Pause noch in ein 5:3 gegen den TSV Grafenstein um. Nach frühem Schock blieb Völkermarkt offensiv hartnäckig, legte nach der Pause zu und nutzte die entscheidenden Momente eiskalt. Trainer Rudolf Perz sah die Wende in einer klaren Halbzeitansprache und in einer Roten Karte gegen den Gegner – und ein Weitschuss-Zaubertor sorgte für den Kipp-Punkt. Am Ende steht ein emotionaler Heimsieg.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Dämpfer, kurzes Aufbäumen – und doch 1:3 zur Pause

Grafenstein erwischte Völkermarkt eiskalt. Schon in Minute 5 traf Manuel Rabitsch zum 0:1, keine zehn Minuten später legte Marco Raunegger zum 0:2 nach (14.). Völkermarkt brauchte, um reinzufinden, meldete sich dann aber zurück: Lukas Alfred Sadnik besorgte das 1:2 in der 18. Minute und brachte neuen Mut ins Stadion. Die Gäste blieben jedoch gnadenlos effektiv und stellten durch Bernhard Walzl auf 1:3 (27.). „Grafenstein ist super gestartet und hat nach fünf Minuten aus einem Freistoß von rund 30 Metern das 1:0 gemacht. Dann fällt das 2:0, wir kommen mit dem 1:2 zurück – aber kurz darauf kassieren wir das 1:3“, schilderte Rudolf Perz den wilden Auftakt. Zur Pause stand fest: Völkermarkt brauchte viel Energie – und einen Plan – für die Wende.

Ansprache, Überzahl und ein Zauberschuss – die Partie kippt

Die Antwort kam unmittelbar nach dem Seitenwechsel. „Die Pausenansprache und die Motivation der Jungs waren entscheidend. Wir wollten den 1:3-Rückstand unbedingt drehen“, erklärte Perz. Kaum war die Stunde gespielt, schlug Völkermarkt zu: Wieder war es Sadnik, der in der 60. Minute das 2:3 markierte. Nur eine Minute später dann der Knackpunkt aus Völkermarkter Sicht: Rot für Manuel Rabitsch (61.) – Grafenstein in Unterzahl. „Die Rote Karte war der Knackpunkt“, so Perz klar. Völkermarkt blieb am Drücker, Mario Michael Kuester glich in der 70. Minute zum 3:3 aus. Dann kam der Moment für die Galerie: „Das 4:3 war ein Zaubertor von Mario Gugganig aus 35 Metern – eine Bogenlampe über den Tormann. Beim Stand von 4:3 hielt unser Tormann Zitterer einen guten Freistoß von Marco Raunegger und hielt damit die Führung." In der Nachspielzeit machte Kuester mit seinem zweiten Treffer des Abends den Deckel drauf (90.+2) – 5:3 und grenzenloser Jubel auf der Heimseite.

Offensive glänzt, Defensive mit Arbeit – Perz lobt Mentalität und gratuliert dem Meister

Rudolf Perz ordnete den Abend klar ein: „Unser Offensivspiel war herausragend. Zu den fünf Toren haben wir uns noch mindestens drei Hundertprozentige herausgespielt.“ Gleichzeitig machte der Coach keinen Hehl daraus, wo er ansetzen will: „Handlungsbedarf haben wir absolut in der Defensive.“ Den Gegner sah er vor allem in Hälfte eins stark: „Grafenstein war defensiv richtig gut, hat die Umschaltmomente super genutzt – und war bei jedem Torschuss glücklich, dass er reinging.“ Über den Unparteiischen sagte Perz: „Es wurde sehr kleinlich gepfiffen, viele kleine Fouls, die man normalerweise nicht pfeift.“ Den Unterschied im Endeffekt benannte er deutlich: „In der zweiten Halbzeit hat die Mentalität den Ausschlag gegeben. Wir haben mit allen Mitteln versucht, das Spiel zu drehen – und wir haben es geschafft.“

In der Tabelle mischt Völkermarkt weiter vorne mit; Perz fand noch Zeit für ein Wort an den Tabellenführer: „Ich gratuliere dem SV Donau mit dem Trainerteam zum Meistertitel in der Kärntner Liga und wir sehen uns in der nächsten Saison in der Regionalliga Süd!"

Kärntner Liga: Völkermarkt : Grafenstein - 5:3 (1:3)

  • 92
    Mario Michael Kuester 5:3
  • 78
    Mario Daniel Gugganig 4:3
  • 70
    Mario Michael Kuester 3:3
  • 60
    Lukas Alfred Sadnik 2:3
  • 27
    Bernhard Walzl 1:3
  • 18
    Lukas Alfred Sadnik 1:2
  • 14
    Marco Raunegger 0:2
  • 5
    Manuel Rabitsch 0:1