Eine Achterbahnfahrt in der Kärntner Liga: Der SC St. Veit holt bei ATUS Ferlach ein 0:3 auf, steht beim 3:3 schon vor einem Punkt, verliert am Ende aber mit 3:4. Ferlach jubelt nach einem späten Treffer, St. Veit trauert einem starken Comeback nach. Trainer Arno Paul Kozelsky spricht von einem „unglücklichen Elfer“ als Knackpunkt, lobt aber die Moral seiner Mannschaft. Ein Spiel mit vielen Wendungen, gefährlichen Umschaltmomenten und einem bitteren Schlusspunkt für die Gäste.

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Ferlach erwischte den deutlich besseren Start. Bereits in Minute 11 stellte Val Zaletel Cernos auf 1:0, nach 24 Minuten legte Daniel Jobst zum 2:0 nach. Mit diesem Rückstand ging St. Veit in die Pause und hatte einiges gutzumachen. Gleich nach Wiederbeginn erhöhte Dejan Kern auf 3:0 (49.). „Der Elfer kurz nach der Pause war für mich der Knackpunkt. Wenn der nicht kommt, gehen wir als Sieger vom Platz“, meinte der St.-Veit-Coach. Seine Mannschaft schüttelte den Rückschlag aber ab: Maximilian Trappitsch verkürzte in der 55. auf 3:1, Felix Pertlwieser legte in Minute 65 das 3:2 nach, und in der 73. traf Julian Hufnagl schließlich zum 3:3. Ferlach musste ab der 80. Minute nach Rot für David Male in Unterzahl durchhalten, die Partie blieb völlig offen. Doch kurz vor Schluss setzte Alessandro Doujak in Minute 90 den späten Treffer zum 4:3 – die Heimischen jubelten, St. Veit stand trotz Aufholjagd mit leeren Händen da.
Arno Paul Kozelsky nahm seine Mannschaft nach dem Schlusspfiff in Schutz und fand klare Worte für den Spielverlauf. „Wir waren in der ersten Halbzeit vorne zu wenig konkret und liegen 0:2 zurück“, ordnete er ein. Entscheidend sei dann der Moment nach Wiederbeginn gewesen: „Der Elfer zum 3:0 war aus meiner Sicht überhaupt keiner. Das ist in so einem engen Spiel ein Knackpunkt.“ Gleichzeitig hob der Trainer die Reaktion seiner Elf hervor: „Wir haben super Mentalität gezeigt, haben das weggesteckt und auf 3:3 gestellt.“ Besonders gefiel ihm, wie sein Team nach dem dritten Gegentor auftrat: „Ab dem 3:0 waren wir im Ballbesitz richtig gut, haben extrem gute Lösungen gefunden und waren mit fast jedem Angriff torgefährlich.“ Dass der mögliche Strafstoß für St. Veit später ausblieb, erwähnte Kozelsky ebenfalls: „Wahrscheinlich kann man auch uns einen Elfer geben – ist nicht gegeben worden. Heute ist das halt nicht für uns gelaufen, das akzeptieren wir.“
Neben der eigenen Leistung würdigte Kozelsky auch den Gegner. „Ferlach war von Anfang an aggressiv, hat lässig umgeschaltet und im Konter war das sehr gefährlich“, sagte der Coach, der im gleichen Atemzug betonte, wie sehr seine Mannschaft nach der Pause aufdrehte: „Wir waren dominant, haben Tore geschossen, Ferlach hatte eigentlich nichts mehr entgegenzusetzen.“ Die Partie blieb wild, selbst in der Schlussphase nach der Ferlacher Roten Karte. „Wir hatten danach noch Chancen auf den Ausgleich“, so Kozelsky, „aber wir belohnen uns nicht und kriegen aus dem Nichts das 4:3. Das ist schade, weil unsere Leistung nicht belohnt wird.“ In der aktuellen Tabelle liegt St. Veit mit 42 Punkten auf Rang sieben, Ferlach hält als 14. bei 29 Zählern. Für St. Veit bleibt das Positive: Nach 0:3-Rückstand noch einmal so zurückzukommen, zeugt von Charakter – jetzt geht es darum, diese Energie in die nächsten Aufgaben mitzunehmen.