Spielberichte

„Unsere Chancenauswertung hat uns um die Punkte gebracht“ – TSV Grafenstein hadert mit dem 1:2

TSV Grafenstein
FC Lendorf

In der Kärntner Liga musste sich der TSV Grafenstein am zweiten Spieltag dem FC Moden Illiasch Lendorf mit 1:2 geschlagen geben. Nach einem 0:1 zur Pause glich Florijan Lampic zwar aus, doch Mario Zagler hatte später die Antwort für die Gäste. Bei den Gastgebern blieb damit das Gefühl, dass eine über weite Strecken starke Leistung ohne Lohn blieb. Trainer Alexander Stroj sah vor allem die Chancenverwertung als Hauptgrund.

Spieler in grünem Trikot führt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Viel Ballbesitz, aber Rückstand zur Pause

Alexander Stroj ärgerte sich nach dem Schlusspfiff vor allem darüber, dass seine Mannschaft aus seiner Sicht deutlich mehr vom Spiel hatte und trotzdem ohne Punkte dastand. „Grundsätzlich war das ein Kärntner-Liga-Spiel auf gutem Niveau, bei dem wir über weite Strecken sehr dominant aufgetreten sind“, sagte der Trainer des TSV Grafenstein. Zur Pause lag sein Team dennoch 0:1 zurück, weil Christian Wernisch in der 20. Minute für den FC Moden Illiasch Lendorf traf. Genau diese Phase sprach Stroj danach sehr deutlich an. Aus seiner Sicht sei vor dem Führungstor ein Spieler seiner Mannschaft am Kopf getroffen worden, ohne dass das geahndet worden sei. Wenige Minuten später habe es für ihn außerdem eine klare Elfmeter-Situation für den TSV Grafenstein gegeben. „In dieser Phase haben sie die Partie mit ihren Fehlentscheidungen ganz klar in eine Richtung gelenkt“, meinte Stroj über das Schiedsrichterteam, machte aber ebenso klar, dass die Niederlage nicht nur an dieser ersten Halbzeit oder an den Entscheidungen des Schiedsrichters festzumachen sei. "Man ist meiner Meinung nach unterm Strich immer selbst Verantwortlich und muss auch auf Situationen, die vielleicht ungerecht sind, eine Lösung haben und es aus eigener Kraft umdrehen können", so der Trainer.

Ausgleich durch Lampic, doch Lendorf schlägt noch einmal zu

Nach dem Seitenwechsel bekam der TSV Grafenstein zunächst die passende Antwort auf den Rückstand. In der 58. Minute gelang Florijan Lampic das 1:1, und damit war die Partie wieder offen. Stroj sah sein Team auch danach weiter am Drücker. „Wir hatten genug Zeit, genug Chancen und Möglichkeiten, das Spiel in unsere Richtung zu lenken“, sagte er. Gerade daraus leitete er später auch den wichtigsten Punkt seiner Analyse ab. Denn obwohl der Trainer von einer klaren Steigerung und von viel Druck sprach, blieb es aufseiten der Heimischen bei diesem einen Treffer. Der FC Moden Illiasch Lendorf blieb seiner Linie treu, verteidigte weiter kompakt und blieb im Umschalten gefährlich. In der 77. Minute brachte Mario Zagler die Gäste wieder in Führung, und dieser Treffer stellte schließlich auch den Endstand her. Dass der TSV Grafenstein aus einer nach Strojs Einschätzung sehr guten zweiten Hälfte zu wenig machte, zog sich danach wie ein roter Faden durch seine Aussagen.

Stroj lobt die eigene Leistung, gratuliert aber auch dem Gegner

Entsprechend fiel sein Fazit trotz des Ärgers differenziert aus. „Die Chancenverwertung hat nicht funktioniert. In allen anderen Dingen war es ein richtig gutes Spiel unserer Mannschaft“, sagte Stroj, der seinen Spielern ausdrücklich keinen großen Vorwurf machen wollte. Er sprach von viel Tempo, mutigem Fußball in allen Spielphasen und davon, dass sein Team im Vergleich zum ersten Meisterschaftsspiel gegen Sirnitz klar besser aufgetreten sei. Gleichzeitig zollte er auch dem Gegner Respekt. „Lendorf hatte einen ganz klaren Plan, hat extrem leidenschaftlich, kompakt und sehr gut verteidigt und auf ihre Umschalt-Situationen gewartet“, sagte der Trainer des TSV Grafenstein und gratulierte dem FC Moden Illiasch Lendorf zum Sieg. Gerade diese Mischung aus konsequenter Defensive und gefährlichen Kontern erklärte für ihn, warum die Gäste ihre Führung immer wieder absichern konnten.

Die Richtung stimmt, der Ertrag fehlte

So blieb unter dem Strich ein Abend, an dem beim TSV Grafenstein nach einer Niederlage nicht alles schlechtgeredet wurde, der fehlende Ertrag aber umso mehr schmerzte. Stroj hielt fest, dass seine Mannschaft leidenschaftlich und gut gespielt habe, sich für diesen Aufwand aber nicht belohnt habe. Bei aller Kritik am Schiedsrichterteam erwähnte er auch, dass die sieben Minuten Nachspielzeit in einer hitzigen Partie nicht selbstverständlich gewesen seien. Für die nächsten Wochen leitete er daraus vor allem einen klaren Auftrag ab. „Da man die Entscheidungen von einer Person nicht beeinflussen kann, müssen wir schauen, dass wir unsere Möglichkeiten in Zukunft besser nutzen“, sagte Stroj. Genau dort sah er nach dem 1:2 den Hebel: Wenn der TSV Grafenstein an die gezeigte Leistung anknüpft und im Abschluss konsequenter wird, soll ein solcher Auftritt künftig auch wieder Punkte bringen.

Kärntner Liga: Grafenstein : Lendorf - 1:2 (0:1)

  • 77
    Mario Zagler 1:2
  • 58
    Florijan Lampic 1:1
  • 20
    Christian Wernisch 0:1