Spielberichte

"Wir hätten das Spiel viel früher klar machen müssen" – FC St. Michael/Lav. hadert mit spätem 2:2

St. Michael/Lav.
SV Seeboden

In der Kärntner Liga hat FC St. Michael/Lav. am zweiten Spieltag gegen SV Seeboden am Millstättersee ein 2:2 aus der Hand gegeben. Nach einem frühen Rückstand drehte die Mannschaft von Christoph Eneo die Partie noch, kassierte in der Nachspielzeit aber den Ausgleich. Der Trainer sprach danach von einem "sehr bitteren Unentschieden" und sah den Hauptgrund in der schwachen ersten Halbzeit und den vielen vergebenen Chancen nach der Pause.

Fußballspieler mit weißen Stutzen, in die Löcher geschnitten sind

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Rückstand bringt FC St. Michael/Lav. aus dem Tritt

Für FC St. Michael/Lav. begann die Partie denkbar schlecht. Schon in der 2. Minute brachte Seid Zukic den SV Seeboden am Millstättersee mit 1:0 in Führung, nachdem die Gastgeber laut Christoph Eneo "durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten" waren. Der Trainer sprach von einer falschen Entscheidung in der Defensive, wollte daraus aber kein größeres Thema machen: "Das passiert." Schwerer wog für ihn, dass seine Mannschaft danach lange keinen sauberen Rhythmus fand. "Wir haben durch viele unnötige Abspielfehler im Spielaufbau dem Gegner viel zu leicht Möglichkeiten zu Torschüssen gegeben", sagte Eneo. Dazu kamen aus seiner Sicht zu viele zugelassene Standardsituationen. Dass FC St. Michael/Lav. zur Pause trotzdem nicht höher zurücklag, war aus seiner Sicht fast schon glücklich. "Wenn man die erste Halbzeit hernimmt, hätten wir vielleicht 2:0 hinten sein können", ordnete der Trainer offen ein.

Der Ausgleich kurz vor der Pause und klare Korrekturen in der Kabine

Trotz dieser Probleme ging FC St. Michael/Lav. nicht mit einem Rückstand in die Kabine. In der 45. Minute fiel noch das 1:1 durch Lorenz Opressnig, und auch dieses Tor beschrieb Eneo ohne Beschönigung. "Das 1:1 haben wir glücklich durch ein Gestocher gemacht", sagte er. Wichtig war der Treffer trotzdem, weil er die Partie vor dem Seitenwechsel wieder offen machte. In der Halbzeit reagierte der Trainer dann spürbar. "Wir haben gewisse Positionen verändert", erklärte Eneo, und genau diese Anpassungen brachten seiner Mannschaft danach deutlich mehr Kontrolle. FC St. Michael/Lav. ließ den Ball besser laufen, hatte im Aufbau mehr Ruhe und fand vor allem im Zentrum bessere Lösungen. "Wir haben den Ball zirkulieren lassen, kurze Ballstafetten im Zentrum gehabt und dann vor allem in die Schnittstellen gespielt", schilderte der Trainer die Veränderung. Dazu kam, dass der Spielaufbau laut Eneo "hinten sicher" war und die Angriffe nun viel klarer aufgezogen wurden.

Nach dem 2:1 bleibt die Vorentscheidung aus

Die stärkste Phase hatte FC St. Michael/Lav. dann nach der Pause. In der 64. Minute traf Maximilian Rothleitner zum 2:1, nachdem er nach einem Steilpass in die Tiefe vor dem Torhüter ruhig blieb. Für Eneo war das nur die logische Folge einer klar besseren zweiten Hälfte. "Wir haben dann eine super Leistung gezeigt. Das war eine verdiente Führung", sagte der Trainer. Noch wichtiger war für ihn aber, was danach nicht passierte. FC St. Michael/Lav. blieb am Drücker, kam laut Eneo immer wieder in gute Räume und hätte die Partie in dieser Phase längst zumachen müssen. "Wir hätten mindestens zwei bis drei Tore mehr schießen müssen", erklärte er. Besonders deutlich wurde er bei der Einordnung der Möglichkeiten nach dem Führungstor: "Nach dem 2:1 müssen wir mit den ganz klaren Einschussmöglichkeiten das Spiel so entscheiden, dass der Gegner gar nie mehr aufkommt." Gerade diese ausgelassenen Chancen machten das Remis für ihn im Nachhinein so bitter.

Später Ausgleich, keine Ausreden und ein klarer Befund

Weil FC St. Michael/Lav. die Vorentscheidung nicht nachlegte, blieb der SV Seeboden am Millstättersee in Reichweite und kam in der ersten Minute der Nachspielzeit noch zum 2:2. Hanno Morgenstern traf nach einem hohen Ball und einer Kopfballverlängerung. "Das 2:2 war ein hoher Ball, der weitergeleitet worden ist", schilderte der Trainer die Entstehung. Dass es so weit kam, passte aus seiner Sicht zum ganzen Nachmittag. Einerseits lobte er die Qualität des Gegners in der Offensive. "Die beiden Stürmer sind wirklich auf einem richtig guten Liganiveau", sagte Eneo über den SV Seeboden am Millstättersee. Andererseits machte er deutlich, dass das Ergebnis vor allem am eigenen Umgang mit dem Spiel lag. "Nach 90 Minuten ist es ein sehr bitteres Unentschieden für uns", sagte er. Diskussionen über die Spielleitung wollte er ausdrücklich nicht führen, im Gegenteil: Den Schiedsrichter und seine Assistenten sah er "auf absolutem Kärntner-Liga-Niveau" und fehlerlos. So bleibt bei FC St. Michael/Lav. nach diesem 2:2 vor allem die Erkenntnis, dass eine starke zweite Halbzeit allein nicht reicht, wenn ein Spiel trotz Überlegenheit offen gehalten wird.

Kärntner Liga: St. Michael/L. : Seeboden - 2:2 (1:1)

  • 91
    Hanno Morgenstern 2:2
  • 64
    Maximilian Rothleitner 2:1
  • 45
    Lorenz Opressnig 1:1
  • 2
    Seid Zukic 0:1